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19. Mai 2017 10:41 Uhr

Freiburger Medienhaus

Haufe könnte noch kräftiger wachsen – aber Mitarbeiter fehlen

Das Freiburger Medienunternehmen Haufe legt auch im laufenden Geschäftsjahr stark zu und sucht nach neuen Beschäftigten, vor allem Softwareentwickler. Ohne sie geht der Firmenumbau nicht schnell genug voran.

  1. Firmensitz in Freiburgs Industriegebiet Haid Foto: Haufe

"Wir werden in diesem Geschäftsjahr unseren Umsatz um etwa zehn Prozent auf 335 Millionen bis 340 Millionen Euro steigern", sagte Markus Reithwiesner am Donnerstagabend in Freiburg.

Das Geschäftsjahr endet bei Haufe am 30. Juni. Reithwiesner gab bis 2020 das Umsatzziel von 500 Millionen Euro aus. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Gruppe erstmals knapp die Marke von 300 Millionen Euro überschritten.

Reithwiesner sagte: "Wir haben eine Dynamik, in der der limitierende Faktor vor allem die fehlenden Mitarbeiter sind." Haufe errichtet in Freiburg gerade ein neues Gebäude, in dem 500 Menschen arbeiten sollen. Das Unternehmen beschäftigt 1650 Mitarbeiter, 2020 sollen es 2000 sein. Heute arbeiten etwa 1000 Menschen in Freiburg für Haufe – einen der größten Arbeitgeber in der Stadt.

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Reithwiesner: Medienwandel "ist brutal anstrengend"

Gleichzeitig betont Geschäftsführer Reithwiesner, dass der Umbau des Unternehmens vom einstigen Printverlag zum Anbieter digitaler Dienstleistungen den Mitarbeitern viel abverlange. "Es ist brutal anstrengend."

Für zahlreiche Beschäftigte sei die Geschwindigkeit der Veränderung schwierig. Mit Blick auf den Medienwandel sagte er: "Man kann schon Angst bekommen bei dem, was da so vor uns liegt." Wie in der Gesellschaft allgemein gebe es auch in den Unternehmen Menschen, die Angst hätten, "nicht mehr mitzukommen".

Derzeit werde in einer firmeninternen Denkfabrik gemeinsam mit dem Mitarbeitern geschaut, wo es Sinn ergebe, das Unternehmen umzustrukturieren. In den vergangenen Jahren war der Umbau der Mediengruppe weg vom gedruckten, hin zum digitalen Geschäft mit Stellenabbau auf der einen und rasantem Wachstum auf der anderen Seite verbunden. Haufe investiere mehr als zehn Prozent seines Umsatzes, sagte Reithwiesner.

Haufe war einst ein Fachverlag, der Loseblattsammlungen für Juristen und Steuerberater herausgab. 1990 lag der Anteil gedruckter Erzeugnisse am Gesamtumsatz bei 90 Prozent, heute sind es laut Reithwiesner noch 15 Prozent – Tendenz: fallend. Er ließt keinen Zweifel daran, dass es für Haufe nur ein Motto geben könne: Die Digitalisierung zu meistern und zu wachsen. Falls das Unternehmen diesen Strukturwandel nicht schaffe, habe es keine Zukunft.

Wechsel an der Unternehmensspitze: Markus Reithwiesner (54) ist neben Birte Hackenjos (48) und Martin Laqua (65) einer von drei Geschäftsführern der Haufe-Gruppe. Laqua wird sich zum Ende des Geschäftsjahres aus Altersgründen von der Unternehmensspitze zurückziehen; er wechselt in den Beirat.

Autor: Ronny Gert Bürckholdt