HINTERGRUND: Vom Plan zum Markt

AFP

Von AFP

Di, 22. Januar 2019

Wirtschaft

Chinas Wirtschaftsgeschichte steckt voller Umbrüche.

SCHANGHAI. Nach einem rasanten Aufschwung ist Chinas Wirtschaft im vergangenen Jahr so langsam gewachsen wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. In den vergangenen Jahrzehnten erlebte die Volksrepublik Höhen und Tiefen.

Die Mao-Jahre
Als die Kommunistische Partei des "Großen Vorsitzenden" Mao Zedong 1949 die Macht übernimmt und die Volksrepublik China gegründet wird, liegt die Wirtschaft des Landes am Boden. Nach sowjetischem Vorbild führt Mao planwirtschaftliche Elemente ein, verstaatlicht Industrien, reguliert das Währungssystem und verteilt Landflächen neu, um den Agrarsektor anzukurbeln. Damit gelingt es ihm zunächst, die Wirtschaft zu stabilisieren. Doch wenig später sorgt seine von Ideologie geprägte Kampagne für einen "Großen Satz vorwärts" für eine verheerende Hungersnot. Ab 1966 bringt seine Kulturrevolution nicht nur politische Zerrüttungen über das Land, sondern schwächt auch die Wirtschaft.

Die Reformen unter Deng
Pragmatismus statt Ideologie: Zweimal fällt Deng Xiaoping bei Mao wegen seiner Reformtendenzen in Ungnade – doch nach Maos Tod im Jahr 1976 nutzt Deng seine Chance und wird zum Architekten der Marktwirtschaft chinesischer Prägung. So führt Deng unter anderem Sonderwirtschaftszonen wie etwa Shenzen ein, in denen auch ausländische Investitionen erwünscht sind.

Der Boom
In den frühen 80er-Jahren verzeichnet China die höchsten Wachstumsraten der führenden Wirtschaftsnationen. Unterbrochen wird dieser Aufschwung nur, als Deng und die Kommunistische Partei 1989 Panzer zur Niederschlagung der Demokratiebewegung auf den Tiananmen-Platz schicken. In der Folge bricht auch das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes ein und fällt 1990 auf den Wert von 3,9 Prozent.

Neue Herausforderungen
Chinas weitere wirtschaftliche Entwicklung wird nach Meinung von Ökonomen von zwei Faktoren bedroht: massiven Schulden und dem Konfrontationskurs der USA in Handelsfragen.