Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
27. April 2010
HINTERGRUND
Deutschland will zusammen mit acht europäischen Ländern an der Nordseeküste ein riesiges Stromnetz aufbauen. Damit soll der Windenergie zum Durchbruch verholfen werden. Denn überall in der Nordsee bauen Energiekonzerne und Investoren derzeit große Windparks. Das Milliardenprojekt zum Ausbau der Öko-Energie steht zwar noch in den Startlöchern, hat aber Signalwirkung. Erstmals arbeiten alle EU-Nordsee-Staaten bei der Anbindung von Windkraftanlagen auf See (Offshore) an die Stromnetze zusammen. Die Idee wurde von Deutschland, Frankreich und den Beneluxstaaten auf den Weg gebracht. Sie wird politisch auch von Großbritannien, Dänemark, Irland, Luxemburg und Norwegen unterstützt. Nach Angaben der European Wind Energy Association (EWEA) könnte ein 6000 Kilometer langes Netz bis zu 30 Milliarden Euro kosten. Der Netzaufbau würde zehn Jahre dauern.
Die Hoffnungen sind groß: Mit dem Zusammenschluss könnten die schwankenden Strommengen einzelner Ökostrom-Projekte international ausgeglichen werden. Da große Strommengen nicht gespeichert werden können, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Der Windstrom muss über neue Netze in die Ballungszentren im Westen und Süden transportiert werden. Oder Windparks vor der deutschen und britischen Küste werden mit Wasserkraftwerken in Norwegen, Gezeitenmeilern an der belgischen und dänischen Küste sowie Wind- und Solaranlagen auf dem europäischen Festland verbunden. Dann lassen sich Schwankungen in der Erzeugung in verschiedenen Regionen Europas ausgleichen. Eine verlässliche Versorgung mit Windstrom auch in Spitzenzeiten wäre auf diese Weise möglich.
Werbung
Autor: dpa
