HINTERGRUND

Michael Saupe

Von Michael Saupe

Sa, 11. August 2018

Wirtschaft

Wie beim Haustürschlüssel

Keiner hat gerne Einbrecher in seiner Wohnung, die in Fotoalben wühlen oder die Bankkarte klauen. Deshalb hat jeder Mensch eine Haustür mit Sicherheitsschloss. Nicht viel anders ist es beim WLAN-Funknetz. Darin unterhalten sich Computer und Mobiltelefone, neuerdings auch Fernseher miteinander. Wenn Papa Urlaubsbilder auf dem Handy anschaut und Mami Geld am Computer überweist, möchte sie nicht, dass Kriminelle ihr dabei über die Schulter schauen. Deshalb ist das WLAN mit einem Sicherheitsschloss gesichert. Nur wer den passenden Schlüssel besitzt, kann den Datenfunk mithören. Der Schlüssel besteht idealerweise aus einem 20-stelligen Passwort mit Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen. Will Opa das Handy ins WLAN bringen, bleibt ihm nicht erspart, das Passwort auf der kleinen Smartphone-Tastatur fehlerfrei einzutippen. Meist hat der Hersteller des Routers bereits ein individuelles, sicheres Passwort eingestellt und auf die Rückseite aufgeklebt. Wer es ändern möchte, muss dies auf allen im Funknetz befindlichen Geräten tun.

Der Funkverkehr ist nun sicher, dank des Verschlüsselungsverfahrens WPA2-PSK. Alte Geräte könnten noch das unsichere Verfahren WPA benutzen. Letzteres kann in Minuten vom findigen Nachbarsjungen geknackt werden. WPA2 gilt hingegen als verhältnismäßig sicher. Viel wahrscheinlicher ist es ohnehin, dass Ihr Sohn das Passwort an seinen Freund weitergibt. Das heißt noch nicht, dass der Freund sofort Ihre Bank-PIN ausspähen kann, weil Internetbanking noch einmal zusätzlich gesichert ist. Am Ende ist es eben wie mit dem Haustürschlüssel: Nicht verlieren und nur an vertrauenswürdige Personen weitergeben.