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10. Dezember 2009 08:14 Uhr

Generationenwechsel

Hubert Burda regelt die Nachfolge in seinem Verlag

Zwei Monate vor seinem 70. Geburtstag hat Verleger Hubert Burda seine Nachfolge vorbereitet: Anfang 2010 wird Paul-Bernhard Kallen den Vorstandsvorsitz des Burda-Konzerns übernehmen.

  1. Hubert Burda gibt das Heft nicht ganz aus der Hand. Foto: dpa

  2. Paul-Bernhard Kallen steht für Kontinuität im Hause Burda. Foto: Hubert Burda Media

Burda selbst wird im Unternehmen aber weiter das letzte Wort haben. Der 52 Jahre alte Kallen kam 1996 von der Unternehmensberatung McKinsey zu Hubert Burda Media und ist seit zehn Jahren im Vorstand für die Bereiche Technologie, Finanzen, International verantwortlich.

Die Berufung Kallens an die Spitze des Familienunternehmens mit seinen rund 7000 Mitarbeitern kommt nicht überraschend. Kallen galt schon länger als erster Kandidat für den Vorstandsvorsitz. Ihm wird nachgesagt, das komplizierte Kozerngeflecht am besten zu durchschauen, zudem soll seine Bestellung auch als Signal für Kontinuität verstanden werden.

Hubert Burda gibt gleichwohl das Heft nicht aus der Hand: Als geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter werde er seine verlegerische und unternehmerische Richtlinienkompetenz "wie bisher aktiv und in vollem Umfang wahrnehmen", teilte Konzernsprecher Nikolaus von der Decken mit.

ENTSCHEIDUNG MIT WEITBLICK

Auch wenn es offiziell dazu keine Aussagen gibt, so ist eines doch offenkundig: Hubert Burda will mit der Neuordnung seiner Führungsmannschaft den Boden bereiten für seine Erben: Jakob (17) und Elisabeth (15), die beiden Kinder aus der Ehe mit Maria Furtwängler. Auffällig oft hat der Verleger in jüngster Zeit seinen Sohn bei gesellschaftlichen Anlässen an der Seite, vor kurzem etwa bei einem Treffen hochrangiger Unternehmer in Offenburg.

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Nach dem tragischen Tod von Burdas erstem Sohn Felix, der im Alter von 33 Jahren an Darmkrebs starb, wird seit längerem darüber spekuliert, dass Jakob und Elisabeth dereinst die Familientradition fortführen: "Bei Eignung und Neigung", wie der Verleger es einmal formuliert haben soll.

Der Generationenwechsel im Hause Burda wurde Ende 2008 mit dem Weggang von Jürgen Todenhöfer (69) eingeläutet. Der Offenburger Jugendfreund und langjährige Stellvertreter Burdas verließ nach 21 Jahren die Chefetage – zwei Jahre früher als vertraglich vorgesehen. Für Todenhöfer kehrte dessen Ziehsohn Philipp Welte (47) zu Burda zurück. Welte war nach 13 Burda-Jahren als Manager zum Springer-Konzern gewechselt und ist seit Dezember 2008 im Burda-Vorstand für Vermarktung, Verlage und Vertrieb verantwortlich. Ursprünglich sollte auch Christiane zu Salm das Vorstandsteam von Burda verjüngen.

Doch pünktlich zu Weltes Rückkehr verließ die 43-jährige Medienmanagerin den Konzern nach einem nur achtmonatigen Gastspiel. Zu Salm, Managerin von Fernsehkanälen wie MTV, Neun Live oder Sonnenschein TV, sollte Burdas Onlinegeschäft auf Vordermann bringen und war auch für das Direktmarketing verantwortlich. Mit den komplizierten Hierarchien bei Burda soll sie nicht zurecht gekommen sein, zudem soll sie die gewünschten Entscheidungsfreiheiten nicht bekommen haben. Ihre Aufgaben teilen sich nun Welte und Kallen.

Mit zum Vorstand gehören Robert Schweizer (Recht), Holger Eckstein (stellvertretender Vorstand Finanzen) und Focus-Chef Helmut Markwort. Doch auch die Tage des 72-jährigen "Ersten Journalisten" sind gezählt. Markwort wird Ende 2010 Wolfram Weimer (44), Chefredakteur von Cicero, Platz machen.

Autor: Helmut Seller