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05. November 2009 19:33 Uhr
Streit beigelegt
IKA-Werke in Staufen: 105 Stellen fallen weg
Belegschaftsvertreter und Geschäftsführung des Staufener Laborausrüsters IKA haben sich auf einen Interessenausgleich und Sozialplan geeinigt. Nach IKA-Angaben fallen jetzt 105 der 374 Stellen weg. Ursprünglich war von 118 Jobs die Rede gewesen.
Der Mittelständler rechnet für 2009 mit einem Umsatzeinbruch. Nach Einschätzung der Geschäftsleitung wird der Umsatz des Staufener Werks von 63 Millionen Euro auf 40 Millionen Euro zurückgehen.
Der Einigung war ein mehrmonatiger Konflikt zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft IG Metall auf der einen und der Geschäftsleitung auf der anderen Seite vorausgegangen. Ende Juli hatte die IKA-Führung angesichts zurückgehender Umsätze angekündigt, rund 120 Jobs im Staufener Stammwerk abzubauen. IKA war in den Sog des Krise geraten. Die Kunden, die 2008 noch haufenweise IKA-Labortechnik und Maschinen geordert hatten, verzichteten angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage auf weitere Bestellungen. "Das ist keine kurzfristige Krise. Es gibt massive Überkapazitäten am Markt.... Wir kommen um diesen Einschnitt nicht herum", sagte Geschäftsführer Peter Wanninger. Um billiger produzieren zu können, wollte die Geschäftsleitung auch Teile der Herstellung an andere IKA-Standorte im Ausland verlagern. Belegschaft und Gewerkschaft IG Metall reagierten empört, zumal den Plänen eine Arbeitszeitverlängerung vorangegangen war. Außerdem hatte der ehemalige Generalbevollmächtigte Andreas Reichert noch Ende Februar 2009 gesagt, IKA sitze auf vollen Auftragsbüchern, obwohl schon damals die Krise zu spüren war. Reichert hat das Unternehmen mittlerweile verlassen.
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IG Metall und Betriebsrat forderten Kurzarbeit statt der geplanten Kündigungen. "Man hätte schon im Januar/Februar kurzarbeiten können, stattdessen wurden die Leute unter Druck gesetzt, länger zu arbeiten", sagte Betriebsratschef Günter Pfeifer im Juli.
DER STREIT IST BEIGELEGT
Jetzt haben sich beide Seiten geeinigt. Nach Angaben des Unternehmens werden zwar 105 Stellen gestrichen, aber es müssen de facto nur 70 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Sie erhielten das Angebot, in eine Transfergesellschaft zu wechseln, in der sie maximal zwölf Monate 90 Prozent ihres bisherigen Nettogehalts beziehen könnten. Für die Übrigen gibt es Vorruhestandslösungen und Altersteilzeitverträge. In die Berechnung der Abfindungen flößen das diesjährige Weihnachtsgeld, das aufgeschobene Urlaubsgeld und die Lohnerhöhung von 2,1 Prozent mit ein. Das Weihnachtsgeld, das Urlaubsgeld und die Lohnerhöhung werden nach IKA-Angaben nun auch an die verbleibenden Mitarbeiter gezahlt.
IG-Metall-Sekretär Thomas Bittner bezeichnete den Interessenausgleich als das Beste, was unter den gegebenen Umständen zu erreichen war. Bittner und Betriebsratschef Günter Pfeifer wollen sich heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz detailliert zu der Einigung äußern.
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Autor: Bernd Kramer
