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03. August 2010 07:59 Uhr

Ineos Films

Inder kaufen Folienwerke in Staufen und Bötzingen

Die 550 Menschen arbeiten in den Werken von Ineos Films in Staufen und Bötzingen – und können das auch weiterhin tun. Allerdings wandert das Geschäft mit Hartfolien von einem britischen zu einem indischen Konzern.

  1. In Staufen produziert Ineos Folien für Verpackungen. Foto: DONNER

BÖTZINGEN/STAUFEN. Der britische Chemiekonzern Ineos trennt sich von seinem Unternehmensbereich Ineos Films, dem Geschäft mit Hartfolien. Für 100 Millionen Euro übernimmt das indische Unternehmen Bilcare den Kunststofffolienhersteller. Ineos Films hat Werke in Staufen und Bötzingen. In Staufen arbeiten 300 Menschen für das Unternehmen, in Bötzingen 250. Weitere Standorte befinden sich bei Leipzig, in Italien, den USA und Indien. Alle Werke sollen nach dem Verkauf erhalten bleiben.

Ineos hat sich schon seit längerem nach einem Käufer ungesehen

Der britische Chemiekonzern hat sich schon seit Wochen nach einem Käufer umgesehen, um sich von dem Foliengeschäft zu trennen. Ineos Films hat nicht mehr ins Konzept gepasst. "Ineos will sich ganz auf die petrochemischen Bereichen, der Produktion von Petrochemikalien und Raffinerieprodukten konzentrieren", sagt Richard Longden, Sprecher von Ineos. Finanzielle Schwierigkeiten seien nicht der Grund für den Verkauf gewesen. So habe Ineos zwar im vergangenen Jahr unter der allgemeinen Wirtschaftskrise gelitten. Deshalb wolle man jetzt die Kosten reduzieren und Liquidität sichern. Insgesamt sei der Konzern aber in diesem Jahr wieder auf einem guten Weg. Dies gilt insbesondere für die Ineos Films.

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"Die Ineos Films ist ein erfolgreicher Geschäftsbereich", sagt auch der Staufener Geschäftsführer Ralf Gerbig. Im vergangenen Jahr, in dem viele Branchen 40 Prozent weniger Umsatz machten, lagen die Einbußen bei Ineos Films bei 20 Prozent. Mitarbeiter mussten in den Werken Bötzingen und Staufen keine entlassen werden. Lediglich im Staufener Werk, wo Folien für die Druck- und Verpackungsindustrie hergestellt werden, wurde kurz gearbeitet. Nun zieht das Geschäft wieder an. Während der Umsatz 2009 für Ineos Films bei 190 Millionen Euro lag, rechnet Gerbig 2010 schon wieder mit 240 Millionen Euro.

Mit 100 Millionen Euro ist nach Ansicht von Gerbig für die Ineos Films ein guter Preis erzielt worden. Den Verkauf an das indische Unternehmen Bilcaresieht er positiv. "In Zukunft wird es eher mehr Arbeitsplätze geben", sagt Gerbig. So sei der neue Eigentümer sehr an Forschung und Entwicklung interessiert. Ob Gerbig selbst Geschäftsführer bleibt oder andere Aufgaben bei der Ineos Gruppe übernimmt, ist allerdings noch nicht geklärt.

Inder wollen Zugang zu neuen Branchen

Mit dem Kauf der Ineos Films will Bilcare sein Angebot erweitern und Zugang zu neuen Branchen erhalten. Da Bilcare auf die Herstellung von Arzneimittelverpackungen spezialisiert ist, könnte dem Produzenten vor allem der Standort in Bötzingen nützen, vermutet die Gewerkschaft IG BCE. Dort werden Folien für die Pharmaindustrie produziert. Gewerkschaftssekretär Oliver Hecker aus Freiburg will in Gesprächen noch klären, ob langfristig alle Werke der Ineos Films erhalten bleiben. Zudem hofft Hecker, dass bislang aufgeschobene Investitionen in die Infrastruktur nun von dem indischen Unternehmen getätigt werden.

Autor: Katharina Wetzel