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12. Januar 2010
Kartellamt: Rat für Milchbauern
Zusammenschlüsse sinnvoll
BONN (AFP). Milchbauern könnten ihre Verhandlungsposition im Kampf um höhere Preise nach Einschätzung des Bundeskartellamts durch den Zusammenschluss zu sogenannten Erzeugergemeinschaften deutlich stärken. Allerdings nutzten die Landwirte diese Spielräume "bisher allenfalls ansatzweise", erklärte die Wettbewerbsbehörde am Montag. Dies sei das Ergebnis einer Untersuchung der Machtverhältnisse in der Milchwirtschaft, bei der alle Stufen in Produktion und Handel vom Landwirt bis hin zum Supermarktregal untersucht worden seien.
Bisher sei es "noch keiner Milcherzeugergemeinschaft gelungen, so große Mengen an Rohmilch zu bündeln, dass hierdurch eine spürbare Marktwirkung erzielt würde", erklärten die Wettbewerbshüter. Allenfalls ein Zusammenschluss von Milchbauern in Bayern habe eine Größe erreicht, mit der Druck auf den Handel ausgeübt werden könne.
Größere Zusammenschlüsse könnten dazu beitragen, das Machtgefälle zwischen Milchbauern und Molkereien einzuebnen, erklärte das Kartellamt. Jedoch stünden auch die häufig genossenschaftlich organisierten Molkereien in einem "starken Spannungsfeld zwischen den genossenschaftlichen Treuepflichten und den Herausforderungen des liberalisierten Milchmarktes", erklärten die Kartellwächter. Genossenschaftsmitglieder der Molkereien sind oft Milchbauern, in deren Interesse hohe Erzeugerpreise sind. Die Molkereien jedoch müssen mit dem Einzelhandel verhandeln, der nur marktübliche Preise akzeptiere.
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Autor: afp
