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21. April 2017

"Kontrolleure unterbezahlt"

Studie zu Aufsichtsratschefs.

FRANKFURT. Die Bezüge der Aufsichtsratschefs der großen deutschen Konzerne sind zwar im vergangenen Jahr um gut acht Prozent auf im Schnitt 386 000 Euro gestiegen. Trotzdem sind sie nach Ansicht der auf Vergütungsfragen spezialisierten Unternehmensberatung HKP unterbezahlt. "Die Wertschätzung der Aufsichtsarbeit ist gering. Ein Vorsitzender des Kontrollgremiums bekommt im Schnitt nur sieben Prozent dessen, was der Vorstandschef erhält. Und den soll er ja kontrollieren", sagt HKP-Experte Joachim Kayser.

Angemessen bezahlt seien nur Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank mit 800 000 Euro, Norbert Reithofer bei BMW mit 611 000 Euro und Gerhard Cromme bei Siemens mit 605 000 Euro. Am unteren Ende rangieren Wolfgang Mayrhuber (Infineon), Ulrich Lehner (Thyssen-Krupp) und Igor Landau (Adidas) mit 214 000 Euro, 210 000 Euro und 205 000 Euro. Die Aufsichtsräte müssten nicht nur kontrollieren, sondern auch wichtige strategische Fragen beantworten, sagte Kayser. Nach seinen Angaben verbringen die Aufsichtsratschefs jährlich mindestens 50 Arbeitstage mit ihren Aufgaben.

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Eine Studie der Finanzanalysten-Vereinigung DVFA kritisiert die Bezahlung der Vorstandschefs der Dax-Konzerne. Mehr als ein Viertel der Analysten hält die durchschnittliche Gesamtvergütung von 6,15 Millionen Euro für einen Vorstandschef 2016 für zu hoch. Fast alle Experten glauben, dass die Top-Manager auch bereit wären, ihren Job für 2,9 Millionen Euro Jahresgehalt auszuüben.

Autor: Rolf Obertreis