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12. März 2010
Banken
Kreditvergabe: „Es zeichnen sich erste Engpässe ab“
Aber keine Beschlüsse im Kampf gegen eine Kreditklemme.
BERLIN. Firmen, die Kredit benötigen, müssen sich noch etwas gedulden. Hans-Joachim Metternich, der Kreditmediator der Bundesregierung ist noch nicht an der Arbeit.
Wer Metternich erreichen will, landet bei einem Callcenter, das verspricht, eine Nachricht weiterzureichen. Mittelständler, die dringend einen Kredit brauchen, ihn von der Bank aber nicht bekommen, müssen sich also in Geduld üben – voraussichtlich bis Ende März.Im Auftrag von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle soll Metternich, der ehemalige Chef der rhein-pfälzischen Investitionsbank, vermitteln, wenn Banken den Kreditwunsch einer Firma ablehnen. "Es ist schwierig, das Verfahren umzusetzen", heißt es allerdings beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Fraglich ist unter anderem, wie Metternichs Mitarbeiter die notwendigen Informationen erhalten, um die Kreditwürdigkeit der Hilfesuchenden beurteilen zu können.
Damit die Zusammenarbeit möglichst schnell vorankommt, trafen sich beim DIHK in Berlin am Donnerstag Metternich und Brüderle mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft und der Banken. "Alle Beteiligten unterstützten den Kreditmediator bei seinen Bemühungen, Lösungen für Unternehmen zu finden", hieß danach unverbindlich.
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Angesichts der Wirtschaftskrise scheinen zumindest einige Unternehmen einer gewissen Hilfe zu bedürfen. Einer aktuellen Umfrage des DIHK zufolge beklagen 28 Prozent der Firmen Finanzierungsprobleme. 25 Prozent berichten von schlechteren Kreditbedingungen als vor der Krise. Dazu gehören etwa höhere Zinsen oder das Verlangen der Banken nach größeren Sicherheiten. Betroffen sind vor allem größere Mittelständler, deren Finanzierungsbedarf die Möglichkeiten von Sparkassen und Volksbanken übersteigen. Gerade die großen Finanzinstitute sind seit der Krise vorsichtiger geworden. Eine "flächendeckende Kreditklemme" sehe er zwar nicht, sagte Brüderle, "aber es zeichnen sich erste Engpässe ab. Die Banken können mehr als sie bisher tun." Bundestagsopposition und Gewerkschaften haben wiederholt kritisiert, dass die Notenbanken den Kreditinstituten billiges Geld zu Verfügung stellen, diese die Mittel aber zu zögerlich an die Wirtschaft weiterreichen.
Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat die öffentliche KfW-Bankengruppe gerade ein Kreditprogramm bis Ende des Jahres verlängert, das Exportunternehmen unterstützt. Dabei kauft die KfW Banken Unternehmenskredite ab. Das verschafft den Banken liquide Mittel und ermöglicht ihnen so, neue Kredite an Firmen auszureichen. Weiterhin wird daran gedacht, den Zugang der Banken zu so genannten Globalkrediten der KfW zu erleichtern. Die öffentliche Bank könnte künftig einen größeren Teil der Haftung übernehmen. Ferner prüft Brüderles Ministerium, ob der Staat eine Haftung für die Verbriefung von Unternehmenskrediten übernehmen könnte. Auch das würde bei den Banken Mittel für neue Kredite frei machen. Über dieses Bündel von unterstützenden Maßnahmen ist freilich noch nicht entschieden.
Autor: Hannes Koch
