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06. Februar 2012
Licht für die Hütten
Solarstiftung zieht Bilanz.
FREIBURG. Man kann in der Dritten Welt entwicklungspolitisch mehr ausrichten, wenn man nicht Geschenke verteilt, sondern sinnvolle Wirtschaftsförderung betreibt. Das war die Devise, mit der Harald Schützeichel und seine in Merzhausen ansässige Stiftung Solarenergie vor sechs Jahren begonnen haben, kleine Solarsysteme auf die Dächer von Tukul-Hütten im äthiopischen Hochland zu installieren. Schützeichel war früher Vorstandschef der Freiburger Solarstrom AG.
Am Anfang wurden einfache Module mit einer Leistung von zehn Watt, ein Kabel, eine Batterie und eine LED-Leuchte aus Stiftungs- und Spendengeld finanziert und installiert. Doch die Dorfbewohner mussten auch damals schon eine monatliche Gebühr bezahlen, damit die Batterie nach Verschleiß wieder erneuert werden kann. Das Solarlicht ersetzte die stinkenden und rußenden Kerosinfunzeln, mit denen die Landbevölkerung nach Einbruch der Dunkelheit zwar Licht, aber auch kaputte Lungen bekam. Arbeiten oder Lesen war so kaum möglich, Schularbeiten der Kinder erst recht nicht.
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Rechnet man alle Menschen zusammen, die direkt oder mittelbar von dieser solaren Entwicklungshilfe profitieren, kommt die Stiftung auf 940 000 Menschen. Insgesamt seien 4,8 Millionen Euro in den Aufbau des ländlichen Solarhandwerks in Äthiopien geflossen. Die Organisation ist nun umgebaut worden. Es gibt zusätzlich ein Finanzierungsinstitut, das die Anschaffung von Solarmodulen über Mikrokredite ermöglicht. Die Solaranlagen kosten 330 Dollar und können in maximal drei Jahren abgestottert werden, derzeit noch zinslos.
Autor: Heinz Siebold
