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19. Mai 2017 15:20 Uhr

Verband zieht Bilanz

Mehr Schinken aus dem Schwarzwald

Die Hersteller von Schwarzwälder Schinken haben im 2016 ihre Produktion um 0,7 Prozent auf 9,2 Millionen Schinken (2015: 9,14 Millionen) leicht steigern können.

  1. Bekanntes Produkt: der Schwarzwälder Schinken Foto: DPA

Dies teilte der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller, in dem sich 13 Mitgliedsbetriebe und drei Innungen zusammengeschlossen haben, am Freitag mit. Damit sei die Position als Marktführer beim Rohschinken im deutschen Markt verteidigt worden. Zu Gewinn und Umsatz äußert sich der Verband nicht, dies sei Sache der Mitglieder.

Der Absatz im Export wurde derweil stabil gehalten. Die wichtigsten Auslandsmärkte sind Frankreich, England, Spanien, die Benelux-Staaten und osteuropäische Länder. Hauptvertriebskanal ist traditionell der klassische Lebensmittelhandel und der Discount. Hier werden 85 Prozent der produzierten Schinken, meist geschnitten und abgepackt in 200-Gramm-Packungen, vertrieben. Über den Fachhandel werden rund elf Prozent und über die Gastronomie vier Prozent der Produktion abgesetzt.

Die Marketingstrategie, für das Produkt vor allem junge, urbane Menschen anzusprechen, soll fortgesetzt werden. Markenbotschafter ist der Hinterzartener Biathlet und Goldmedaillengewinner Benedikt Doll, 27, der aus einer Gastronomiefamilie stammt. Seit einigen Jahren bereits arbeiten sich Werber, Designer und Tourismusfachleute an einem neuen Schwarzwaldimage ab. Das Video des Verbandes "Genuss auf meine Art", das in den sozialen Medien verbreitet wurde, ist schnell geschnitten und mit Technobeats unterlegt. Zu sehen sind neben Doll ein tätowierter, muskulöser Kerl mit Beil, eine laszive Brillenträgerin, Schinken und der Bollenhut. Das Video habe ein großes Echo in der Öffentlichkeit gehabt, sagte Hans Schnekenburger, Vorstand des Schutzverbands und Chef des Schinkenherstellers Tannenhof in Niedereschach bei Villingen-Schwenningen.

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Schinken-Gütesiegel

1997 hat die Europäische Union dem Schwarzwälder Schinken das Gütesiegel "G.g.A." (geschützte geografische Angabe) zuerkannt. Dabei kommt das Fleisch in der Regel gar nicht aus dem Schwarzwald. Der Schutzverband macht daraus kein Geheimnis: "80 Prozent der verarbeiteten Schweinekeulen sind aus Deutschland, vorwiegend aus dem Norden.. die restlichen 20 Prozent kommen aus dem benachbarten Ausland." Das EU-Gütesiegel betrifft das traditionelle Herstellungsverfahren.

Autor: Dominik Bloedner