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Streit um Gartenarbeit: Müssen Mieter Unkraut jäten?

Patrick Stöhrer da Costa

Von Patrick Stöhrer da Costa

Sa, 11. August 2018 um 13:31 Uhr

Haus & Garten

Häufig findet man in Mietverträgen Regelungen, wonach der Mieter oder die Mieterin, gerade bei vermieteten Einfamilienhäusern, die Gartenpflege übernimmt.

Genauso häufig entzündet sich dann zwischen Vermieter und Mieter der Streit, ob die Gartenpflege ausreichend erledigt wurde. Das Amtsgericht Würzburg hat zu einem derartigen Streit im vergangenen Jahr (Aktenzeichen 13 C 779/17) festgestellt, dass, solange keine Verwahrlosung des Gartens droht, dem Vermieter auch kein Direktionsrecht betreffend der Gartenpflege zusteht.

Die Formulierung "Eine Gartenpflege übernimmt der Mieter" bedeute nur, dass dieser einfache Arbeiten vornehmen müsse. Dazu gehörten zum Beispiel Rasenmähen, Unkraut jäten oder das Entfernen von Laub. Übergeordnete Arbeiten, wie der Rückschnitt von Bäumen, Hecken und Sträuchern, seien vom Vermieter weiterhin vorzunehmen. Diese Arbeiten werden von der normalen Formulierung der Gartenpflege nicht umfasst.

Es ist an dieser Stelle aber darauf hinzuweisen, dass der Vermieter die Kosten für solche Arbeiten, sofern er sie dann selbst erledigt oder beispielsweise durch einen Gärtner ausführen lässt, über die Betriebskosten wieder dem Mieter aufbürden kann. Das bedeutet im Endeffekt, dass der Mieter die Kosten dann doch zu tragen hat, sodass sich jeder überlegen sollte, ob er die Arbeiten nicht lieber selbst erledigt, sofern er dazu fachgerecht in der Lage ist. Grundsätzlich sind Mieter dazu aber nicht verpflichtet.

Patrick Stöhrer da Costa ist Fachanwalt für Mietrecht. Er ist für den Mieterverein Freiburg tätig. Der Mieterbund berät nur Mitglieder.
E-Mail: info@mieterverein-regio-
freiburg.de; Tel. 0761/20270-0