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04. September 2009

Neubeginn bei Peguform

Die Eigentümer aus Österreich haben den Aufsichtsrat und Vorstand umbesetzt

  1. Stefan Pierer Foto: bz

FREIBURG . Der Bötzinger Autozulieferer Peguform hat einen neuen Aufsichtsrat und eine neue Geschäftsleitung. Die österreichischen Eigentümer Stefan Pierer und Rudolf Knünz wollen das Unternehmen umstrukturieren und sehen gute Chancen für ein langfristiges Engagement, sagten sie im Gespräch mit der Badischen Zeitung.

Jetzt ist der Verkauf von Peguform auch rechtlich vollends wirksam und die Führungsorgane sind neu besetzt: Gestern konstituierte sich in Bötzingen am Kaiserstuhl der Aufsichtsrat. Vorsitzender des Kontrollgremiums ist Stefan Pierer. Er ist zusammen mit Rudolf Knünz Hauptaktionär der österreichischen Unternehmensgruppe Cross Industries AG mit Sitz in Wien. Sie haben Peguform von der ebenfalls österreichischen Firma Polytec gekauft, die Peguform vor einem Jahr von Cerberus erworben, sich aber damit übernommen hatte.

Die Erwartungen bei Peguform an die neuen Eigentümer sind hoch, denn das Jahr bei Polytec brachte dem Unternehmen Stillstand, der Aufkäufer musste sich in erster Linie um seine eigenen Schwierigkeiten kümmern, in die ihn die ausgebrochene Finanzkrise gebracht hatte. "Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen", sagte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Pierer, "das heißt vor allem die Optimierung der Prozesse."

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Zudem wurde auch die zeitweise geradezu brach liegende Geschäftsführung neu besetzt. Der frühere Polytec-Finanzvorstand Klaus Rinnerberger leitet Peguform übergangsweise, ihm zur Seite stehen jetzt neu Franz Olbert und Werner Wilhelm. Aus der früheren Leitung blieb nur Personalchef Johannes Weinreich.

Die neuen Eigentümer glauben, dass die gesamte Belegschaft die Signale hören und mit der Führung an einem Strang ziehen wird. "Wir sind bei VW, also einem weltweit führenden Hersteller gut vertreten und wir haben viele neue Aufträge", gibt sich Pierer selbstbewusst. Beim kommenden Strukturwandel von Hersteller- und Zulieferindustrie werde man vorne mit dabei sein. Die gesamte Autobranche werde sich ändern, es müssten langfristig Kapazitäten abgebaut, aber auch neue Produkte entwickelt werden. "Peguform hat das Zeug dazu", sagt Rudolf Knünz.

Die Eigentümer selbst haben bereits Antrittsbesuche bei den großen Herstellern, auch bei Mercedes gemacht und positive Signale empfangen. Auch Gesamtbetriebsrat Gerhard Amann ist bereit, den "Neustart unter schwierigen Rahmenbedingungen" mitzugestalten.

Die Nagelprobe für die Sozialpartnerschaft kommt bald: Ende des Jahres läuft der Sanierungstarifvertrag aus, der den Peguform-Beschäftigten seit fünf Jahren Einkommensverzicht abverlangt. Insbesondere die Halbierung der Tariferhöhungen wollen die Beschäftigten aber nicht mehr einfach akzeptieren. Im Oktober wird verhandelt.

Autor: Heinz Siebold