Noch zu wenige Diesel-Updates

Roland Pichler

Von Roland Pichler

Di, 04. September 2018

Wirtschaft

Autobauer erfüllen Zusage nicht.

BERLIN. Die Automobilindustrie hält ihre Zusage vom Dieselgipfel im August 2017 nicht ein. Bis Jahresende sollten die Hersteller 5,3 Millionen der in Deutschland zugelassenen Diesel-Pkw in den Schadstoffklassen Euro 5 und 6 mit einem Software-Update nachrüsten, um den Stickoxidausstoß zu verringern. So steht es im Ergebnisprotokoll des Dieselgipfels, doch das Ziel wird verfehlt.

Das Bundesverkehrsministerium gab am Wochenende die aktuellen Zahlen zu den Software-Updates bekannt. Danach sind bisher 3,2 Millionen Dieselautos umgerüstet worden – einschließlich der behördlich angeordneten Rückrufe für 2,5 Millionen VW-Diesel. Volkswagen musste wegen der Abgasmanipulationen mit dem Austausch der Software schon 2016 beginnen; diese Nachbesserungen sind inzwischen größtenteils abgearbeitet.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die versprochenen millionenfachen freiwilligen Updates nur zögerlich vorankommen. Zu Jahresbeginn hatte die Autoindustrie in 2,8 Millionen Diesel die Motorsteuerung verbessert. Seitdem sind rund 400 000 Autos hinzugekommen. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nannte es ein positives Signal, dass die Industrie mehr Updates beantragte als geplant. Es bestehe aber weiter Zeitdruck, betonte er. Bis Jahresende müssten die Hersteller alle 5,3 Millionen Updates installieren. Kritik kam von den Grünen: Das Aufspielen der Software werde noch mindestens ein bis zwei Jahre dauern, meinte Verkehrspolitiker Oliver Krischer.