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30. Januar 2012 20:15 Uhr
Studie aus Freiburg
Öko-Institut: Elektroautos mit schlechter Klimabilanz
Elektroautos sind laut einer Studie aus Freiburg nicht umweltschonender als Benziner – solange die Stromversorgung nicht grün ist. In Auftrag gegeben hat die Untersuchung das Bundesumweltministerium.
Das Elektroauto sei das Fahrzeug der Zukunft – je mehr auf deutschen Straßen führen, desto besser sei das für das Klima. Dieser Satz galt bis Montag vielen als Axiom einer grünen Verkehrspolitik. Doch es mehren sich die Zweifel, ob das stimmt. Das Freiburger Öko-Institut hat eine Studie vorgelegt, die in Teilen das Gegenteil beweist. Pikant: Auftraggeber der Studie ist das Bundesumweltministerium.
Unstrittig ist, dass rein (batterie-)elektrisch betriebene Fahrzeuge emissionsfrei fahren. Die Umsetzung des gespeicherten Stroms in Bewegungsenergie erfolgt, ohne dass das Klima belastet wird. Entscheidend ist jedoch, wie der Strom zuvor in die Batterie gelangt. Hier kommt die Studie namens Optum (Optimierung der Umweltentlastungspotenziale von Elektrofahrzeugen) zu folgendem Schluss: Allein die von Kanzlerin Angela Merkel bis 2020 geforderte eine Million Elektroautos auf den Straßen stoßen in der Summe (inklusive Herstellung und mittelbare Emissionen wie Transport) mehr klimaschädigendes Kohlendioxid (CO2) aus als die gleiche Zahl von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
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Die Studie hat das Potenzial der Elektrofahrzeuge analysiert, das Kaufverhalten von Kaufinteressenten hochgerechnet und auch die gefahrenen Kilometer der beiden Antriebsgattungen extrapoliert. Das Ergebnis: 2020 werden etwa eine halbe Million Elektrofahrzeuge zugelassen sein, im Jahr 2030 etwa 5,9 Millionen. Das wäre ein Anteil von 14 Prozent am Pkw-Bestand. Mehr als 80 Prozent der Elektroautos wären Plug-in-Hybride, Autos also, die an der Steckdose aufgeladen werden, aber einen Verbrennungsmotor zur Vergrößerung der Reichweite haben.
Unabdingbare Voraussetzung dafür, dass diese Elektroautos mit geringeren Emissionen fahren können, ist ein Lademanagement. Es soll verhindern, dass die E-Autos während der Spitzenlastzeiten morgens und abends geladen werden. Sogar mit einem solchen Lademanagement und einem nach heutigen Stand strukturierten Stromnetz läge ein mittleres E-Fahrzeug (VW Golf) mit 147 (batterieelektrisch) beziehungsweise 146 (als Plug-in-Hybrid) Gramm CO2 pro Kilometer deutlich über einem konventionellen Benzinfahrzeug, das dann 126 Gramm pro Kilometer ausstößt.
Erst der Ausbau der erneuerbaren Energien in dem Maß, wie die Autos den Strom nachfragen, bringt eine Reduzierung auf drei Gramm pro Kilometer beim Batteriefahrzeug und 44 Gramm beim Plug-in-Hybriden. Alles in allem, so stellt die Optum-Studie des Öko-Instituts fest, wird es nur mit enormen Anstrengungen gelingen, die E-Mobilität zum Klimarettungsinstrument zu machen. "Werden benzinbetriebene Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 deutlich effizienter", so Florian Hacker, "können diese allein die Treibhausgasemissionen des Pkw-Verkehrs um 25 Prozent reduzieren." Die Studie des Öko-Instituts wird von Untersuchungen des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) untermauert.
Die komplette Studie: "Elektromobilität: Klimaschutz nur mit zusätzlichen erneuerbaren Energien"
Autor: Frank-Thomas Uhrig
