EEG-Umlage

Ökostromumlage steigt 2018 voraussichtlich nicht

Hannes Koch

Von Hannes Koch

Fr, 22. September 2017 um 00:01 Uhr

Wirtschaft

Die Ökostromumlage zur Finanzierung der Wind- und Sonnenkraftwerke wird 2018 voraussichtlich leicht sinken. Ab 2019 machen sich aber die höheren Aufwendungen für Meereswindparks bemerkbar – die Umlage steigt wieder.

Lange Zeit waren die Kosten für Ökostrom ein stetes Ärgernis – besonders zu Beginn der noch laufenden Legislaturperiode. 2013 musste der damalige Umweltminister Peter Altmaier (CDU) eine "Strompreisbremse" verkünden. Da geht es heute deutlich entspannter zu. Im kommenden Jahr werde die sogenannte EEG-Umlage leicht sinken, erklärte die Organisation Agora Energiewende am Donnerstag.

Einstweilen ist das allerdings nur eine Prognose. Offiziell geben die Firmen, die das Höchstspannungsnetz betreiben, den Wert Mitte Oktober bekannt. Agora schätzt, dass die Ökostromumlage 2018 bei rund 6,74 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh) Strom liegen wird. Augenblicklich beträgt sie 6,88 Cent.

Die gute Nachricht für die Privathaushalte und meisten Unternehmen lautet damit wohl: Die Aufwendungen für Wind-, Sonnen- und Biomasse-Kraftwerke steigen erst einmal nicht. Mit der Umlage werden die Kosten der erneuerbaren Energien unter den Stromverbrauchern aufgeteilt. Wie sich die Strompreise entwickeln, die die Verbraucher tatsächlich an ihre Energielieferanten zahlen, ist damit noch nicht gesagt. Denn die Ökostromumlage macht nur etwa ein Viertel des gesamten Kilowattstundenpreises von circa 25 Cent aus. Darin stecken etwa auch die Kosten für die Stromproduktion im jeweiligen Unternehmen und die Entgelte für die Leitungen. Klar aber ist: Stagniert oder sinkt die Ökoumlage, fällt eine Begründung für Preissteigerungen weg.

Dass die Umlage voraussichtlich zurückgeht, hat unter anderem mit einem finanziellen Puffer zu tun, den die Stromfirmen in diesem Jahr angespart haben. Weil im Sommer die Sonne seltener geschienen hat als üblich, haben die Solarkraftwerke weniger Strom erzeugt als geplant. Das überschüssige Geld reduziert die Umlage im kommenden Jahr.

Allerdings dürfte die Entspannung 2019 zu Ende sein. Dann "prognostizieren wir eine Steigerung der EEG-Umlage auf mehr als 7,5 Cent pro Kilowattstunde", erklärte Agora-Sprecher Christoph Podewils. Diesen Sprung erklärt er vor allem mit den hohen Kosten für die Windparks auf Nord- und Ostsee. Für diese Anlagen erhalten die Besitzer einen höheren Garantiepreis für jede Kilowattstunde. Dieser beträgt beispielsweise 15 Cent. Zum Vergleich: Neue Windkraftwerke an Land bekommen auf Basis der Ausschreibungen der Bundesnetzagentur noch gut vier Cent. Dieser Wert liegt nur wenig über dem aktuellen Preis an der Strombörse.

Ihre höchsten Werte soll die Ökostromumlage der Prognose zufolge 2020 und 2021 mit knapp acht Cent erreichen. Danach gehe es aber abwärts, errechnet Agora – bis in etwa 20 Jahren insgesamt kaum noch zusätzliche Zahlungen an die Ökokraftwerke anfallen. Dass der Energiekonzern EnBW kürzlich bereits den Zuschlag für einen Meereswindpark bekam, der keine zusätzliche Vergütung mehr erfordert, steht nicht im Gegensatz zu der vorübergehenden weiteren Steigerung der Umlage. Die günstigen EnBW-Anlagen sollen erst ab 2024 gebaut werden.