Revolverbauer zahlungsunfähig

dpa

Von dpa

Mi, 14. Februar 2018

Wirtschaft

Schwache Nachfrage in den USA.

MADISON (dpa). Der Waffenhersteller Remington mit 3500 Mitarbeitern leidet unter sinkenden Verkäufen – wie die gesamte US-Waffenindustrie seit der Wahl von Donald Trump. Am Montag (Ortszeit) kündigte die Remington Company einen Antrag auf Gläubigerschutz an. Hohe Schulden und sinkende Nachfrage nach Pistolen und Gewehren zwingen das Unternehmen in die Insolvenz.

Remington, gegründet im Jahr 1816, ist einer der ältesten Waffenhersteller und ein Urgestein der US-Industrie. Seit mehr als zweihundert Jahren macht die Firma Geschäfte mit tödlichen Schusswaffen und der dazugehörigen Munition. Remingtons Revolver prägten die Wildwest-Ära, heute umfasst die Produktpalette ein breites Waffenarsenal, darunter auch martialische Sturmgewehre wie die berüchtigten und hochumstrittenen "Bushmaster Rifles". Dass der Traditionsname Remington verschwindet, halten Branchenkenner für unwahrscheinlich. Doch an einer harten Sanierung dürfte kein Weg vorbeiführen.

Die US-Waffenindustrie leidet seit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten unter sinkenden Verkäufen – obwohl dieser ein Freund der Branche ist. Experten erklären den Rückgang der Nachfrage mit weniger Furcht vor strikteren Waffengesetzen. Wegen der Aussicht auf strengere Regulierung hatten sich Amerikaner während der Amtszeit von Barack Obama und insbesondere während Trumps Wahlkampf mit der Rivalin Hillary Clinton in großem Stil mit Waffen eingedeckt. Nach der Präsidentschaftswahl kehrte sich der Trend um, Analysten sprechen von einem "Trump Slump" (Trump-Abschwung).