Richter: Zu späte VW-Info möglich

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Von dpa

Mi, 12. September 2018

Wirtschaft

Kapitalanleger-Prozess.

BRAUNSCHWEIG (dpa). Im milliardenschweren Musterverfahren zum VW-Abgasskandal könnten die Chancen der Anleger nach dem Dämpfer am ersten Prozesstag wieder steigen. Der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht Braunschweig wollte am Dienstag nicht ausschließen, dass der Autoriese den Kapitalmarkt zu spät über den Betrug mit manipulierten Dieselmotoren informiert haben könnte.

Nach vorläufiger Einschätzung spreche einiges dafür, dass Volkswagen per Ad-hoc-Mitteilung schon im Sommer 2015 hätte Bescheid geben müssen, sagte Richter Christian Jäde. Er bezog sich dabei auf das VW-Eingeständnis gegenüber US-Behörden vom 19. August 2015, Dieselmotoren manipuliert zu haben – dies könnte eine kursrelevante Information gewesen sein. Tags zuvor hatte das Gericht angedeutet, dass zumindest frühere Ansprüche von Anlegern verjährt sein könnten.