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03. Juni 2009 17:02 Uhr
Frosta druckt Nähwertampeln auf Produkte
Rot für Dickmacher
Nun kommt die Ampel doch auf die Verpackung von Lebensmitteln. Der Tiefkühlkosthersteller Frosta druckt die Nährwertangaben für Fett, Salz, Fettsäuren und Zucker in den Farben Grün, Gelb oder Rot auf die Verpackungen von vier Fertiggerichten.
Diese einfache Art der Darstellung fordern Verbraucherschützer schon lange. Grün signalisiert, dass der jeweilige Stoff in geringem Umfang enthalten ist, gelb steht für einen mittleren und rot für einen hohen Wert. Frosta-Vorstand Felix Ahlers will damit Kundenwünschen nach einer leicht verständlichen Kennzeichnung nachkommen. "Wir haben als Hersteller kein Problem damit", sagte Ahlers am Mittwoch. Allerdings erwartet das Unternehmen nun auch eine gesetzlich verbindliche Regelung für die Ampelkennzeichnung, damit die Produkte für die Kunden vergleichbar werden.
Frosta steht in der Nahrungsmittelindustrie noch allein. Die Wirtschaft lehnt die Ampel weiterhin rigoros ab. "Die Bewertung der einzelnen Nährstoffe ist willkürlich und wissenschaftlich nicht zur rechtfertigen", sagt der Chef des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde, Peter Loosen. Die Industrie setzt auf ein anderes System, bei dem die Nährwerte pro Portion und im Verhältnis zum Tagesbedarf angegeben werden. Diese Darstellung ist zwar ebenfalls informativ, erschließt sich jedoch nicht auf den ersten Blick.
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Viele Hersteller, besonders von Süßwaren, Limonaden und Fertiggerichten, haben Angst vor der Ampel. Zu viele rote Symbole könnten die Kundschaft vom Kauf ihrer Produkte abhalten, obgleich der Konsum in Maßen gar nicht ungesund sein muss. Verbraucherministerin Ilse Aigner ist auch gegen die Ampel. Die CSU-Politikerin sieht in den anderen EU-Staaten keine Unterstützer. Die Sozialdemokraten werfen der Ministerin Untätigkeit vor und setzen sich für den Farbaufdruck ein.
In England ziert die Ampel schon länger eine Reihe von Produkten. Doch auch die Briten setzen sich nicht für eine verbindliche Regelung ein. Nun muss das europäische Parlament erst einmal entscheiden, wie die Kennzeichnung in der EU gehandhabt werden soll. Eigentlich sollte schon im Frühjahr darüber entschieden werden. Nun wird ein Termin bald nach der Europawahl angepeilt. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und die AOK halten die Ampel ebenfalls für die beste Lösung.
Autor: Wolfgang Mulke
