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09. Oktober 2010 00:04 Uhr

Unternehmensporträt

Sauter profitiert vom Zwang zum Energiesparen

Das Basler Unternehmen Sauter sorgt mit Steuerungen für gutes Raumklima und geringen Energieverbrauch in großen Gebäude, zum Beispiel in der Allianz Arena in München. Ein Firmenporträt.

  1. Die Allianz Arena in München nutzt Technik des Basler Unternehmens Sauter, das auch einen Sitz in Freiburg hat. Foto: Johannes Simon

BASEL. 100-Jährige sind heute keine Seltenheit mehr. Aber eine 100-Jährige, die von sich sagt: "Wir liegen voll im Trend"? Für die 1910 gegründete Firma Sauter trifft das zu. Das Geschäft des Basler Unternehmens, dessen Deutschland-Sitz in Freiburg liegt, ist Energieeffizienz. Damit liegt Sauter in Zeiten des Klimawandels tatsächlich im Trend. Die Energiekosten im Griff behalten und den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid verringern, gehört zu den zentralen Aufgaben der Klimapolitik. Kein Wunder, dass Sauter Chef Bertram Schmitz sagt: "Für mich ist der Klimawandel das beherrschende Thema."

Mit wie wenig Energie man in Bürogebäuden, Fabrikhallen, Kliniken und anderen kommerziellen Bauten auskommen kann, zeigt Sauter mit der eigenen Zentrale. Der Neubau benötigt nur 36 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter im Jahr. "Ein durchschnittliches Geschäftshaus in der Schweiz benötigt 170 Kilowattstunden", sagt Schmitz. In Deutschland sieht es ähnlich aus. Christian Neumann von der Energieagentur Freiburg ist von den Sauter-Werten beeindruckt: "Das ist schon sehr ambitioniert." Erreicht wird das sparsame Bürogebäude durch eine dicke Dämmung des Gebäudes und eine ausgeklügelte Steuerung der Heizung und Kühlung. "Wir messen die Temperatur, die Feuchtigkeit, und den Kohlendioxid-Gehalt der Luft in den Räumen und steuern Heizung und Kühlung entsprechend", sagt Schmitz. Der lähmenden Müdigkeit, die Büroarbeiter, Schüler und Studenten regelmäßig befällt, weil die Luft im Raum verbraucht ist, beugt Sauter damit vor. Allein der Produktivitätsgewinn hieraus rechtfertige die Investition, hätten unabhängige Untersuchungen ergeben.

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Die eigene Zentrale in Basel ist eine Art Vorzeigeprojekt. Sauter plant und betreibt die Energieversorgung in großen Gebäuden, beispielsweise in der Börse in Frankfurt, im Frankfurter Flughafen oder im größten Münchner Fußballstadion, der Allianz-Arena. 2000 Mitarbeiter beschäftigt Sauter weltweit, davon 500 am Stammsitz Basel, 750 in Deutschland, davon 120 am Deutschland-Sitz in Freiburg, der seit 1925 besteht.

Sauter ist aber mehr als ein großes Ingenieurbüro, das die Energieversorgung von Gebäuden plant. Spezielle Komponenten dessen, was dort eingebaut wird, stellt Sauter selbst her. Schließlich begann Firmengründer Fritz Sauer in Grindelwald mit der Herstellung von Zeitschaltuhren, mit denen die Straßenbeleuchtung am Abend ein- und am Morgen ausgeschaltet werden konnte – auch ein Beitrag zum Energiesparen.

Die Produktion ist nicht in Billiglohnländer verlagert worden, sondern geht am Basler Firmensitz vonstatten. Anspruchsvolle Produkte in hohen Stückzahlen weitgehend automatisch herstellen – das ist Schmitz’ Rezept, die Fertigung im Hochlohnland Schweiz zu halten. So ist beispielsweise die automatische Fertigungslinie für Kleinantriebe, die den Wasserfluss in Heiz- und Kühlanlagen steuern, für eine Jahresproduktion von zwei Millionen Stück ausgelegt. Drei Mitarbeiter überwachen die Anlage.

Trotz Wirtschaftskrise ist bei Sauter im vergangenen Jahr der Umsatz leicht gewachsen, auch für 2010 erwartet Schmitz einen Umsatzanstieg für das Unternehmen, das immer noch der Gründerfamilie gehört. Auch Sauter profitiert vom Wachstum in Indien und China. Das seien die am stärksten wachsenden Märkte, sagt der Vorstandschef. Aber auch in Westeuropa kann von Stagnation keine Rede sein, trotz scharfer Konkurrenz durch Riesen wie Siemens oder Honeywell. Deutschland ist der größte Markt, hier wurden 2009 erstmals mehr als 100 Millionen Euro umgesetzt, 40 Prozent des Gesamtumsatzes. "Gerade in Deutschland und der Schweiz gibt es wegen der Debatte um den Klimawandel hohe gesetzliche Anforderungen. Die zwingen zu Investitionen", sagt Schmitz – zum Nutzen von Sauter.

Autor: Jörg Buteweg