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23. Mai 2011
Spritpreis höher als nötig
Kartellamt: Oligopol an Zapfsäule, aber keine illegale Absprache.
BONN (dpa/BZ). Fünf große Tankstellenketten diktieren Deutschlands Autofahrern die Benzinpreise: Nach Einschätzung des Bundeskartellamts haben es die Verbraucher im Tankstellengeschäft mit einem marktbeherrschenden Oligopol zu tun. Oligopol bedeutet, dass die großen Konzerne Aral/BP, Shell, Jet, Esso und Total den Markt mit einem Gesamtanteil von 70 Prozent beherrschen. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Wettbewerbsbehörde, wie deren Sprecher Kay Weidner am Sonntag berichtete. Demnach enthüllt die Untersuchung "Marktstrukturen, die dem Wettbewerb abträglich sind". Der Abschlussbericht soll am Donnerstag vorgestellt werden.
Untersucht wurde aber nicht die Methode der Preisgestaltung – weshalb die Autofahrer sich kaum Hoffnungen machen können, dass wegen der Erkenntnisse der Wettbewerbsbehörde die Spritpreise sinken. "Wir haben uns nie mit dem Verdacht auf etwaige Preisabsprachen befasst. Das ist eine andere Baustelle", sagte Weidner. Die Behörde argumentiert seit langem, dass illegale Preisabsprachen in der Branche gar nicht nötig seinen, da die Preise an jeder Tankstelle für alle ersichtlich sind. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte: "Es ist schon verwunderlich, dass unser Kartellamt jahrzehntelang braucht, um das herauszufinden, was jeder Führerscheinneuling weiß."
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Autor: dpa,bz
