US-Aufpasser fordert mehr Transparenz

bia

Von bia

Di, 28. August 2018

Wirtschaft

Bericht zur Aufarbeitung von VW-Dieselaffäre.

WOLFSBURG (dpa). Mehr Transparenz gefordert, Verstöße festgestellt – der von der US-Justiz zur Aufarbeitung des Abgasskandals eingesetzte Aufpasser Larry Thompson hat Volkswagen aufgefordert, sämtliche Informationen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Vereinzelt sei er mit der Zurückhaltung bei der Übermittlung von Informationen nicht einverstanden, hieß es in Thompsons am Montag veröffentlichtem ersten Zwischenbericht nach "Dieselgate". Dort wurden auch zwei Verstöße gegen die Auflagen festgestellt. VW-Rechtsvorstand Hiltrud Werner erklärte, es gebe große Fortschritte – aber auch immer noch Schwächen. Thompson beklagte, das Unternehmen habe unter Berufung auf das Anwaltsgeheimnis und den Datenschutz Schwärzungen in Dokumenten vorgenommen. Volkswagen habe Nachbesserungen zugesagt.

Liste wurde nicht in Handbücher übernommen

Aufgabe des früheren US-Staatssekretärs Thompson und seines rund 60-köpfigen Teams ist es, Volkswagen drei Jahre lang auf die Finger zu schauen, damit sich kriminelles Verhalten wie im Abgasskandal nicht wiederholt. Im Detail: Der Kontrolleur überwacht, ob der Autobauer den mit den US-Behörden geschlossenen Milliardenvergleich einhält. VW hatte 2015 zugegeben, in den USA die Abgasreinigung von Autos mit Dieselmotor manipuliert zu haben.

Kürzlich hatte Thompson fehlende personelle Folgen nach dem Betrug mit manipulierter Abgasreinigung kritisiert. Allerdings kündigte VW inzwischen an, sich von Mitarbeitern trennen zu wollen, die in die Abgasaffäre verwickelt waren.

Der Bericht von Larry Thompson legte zwei Verstöße bei VW offen – Werners Angaben nach wurde eine Liste von fünf Fragen im Zusammenhang mit der Mitarbeiterbefragung "aus Versehen" nicht in die Manager-Handbücher aufgenommen. Zudem sei übersehen worden, zehn Tage vor Beginn von Emissionstests für das Modelljahr 2017 die Umweltbehörde CARB schriftlich zu informieren.