Vorschuss an der Ladenkasse für Arbeitslose

dpa

Von dpa

Mi, 29. August 2018

Wirtschaft

Von Januar 2019 an bundesweit.

NÜRNBERG (dpa). Mehr als eine halbe Million Euro hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) bisher an Supermarktkassen an Arbeitslose ausgezahlt. Zwischen Ende Mai und Mitte August wurden rund 2100 Auszahlungen geleistet, wie die BA mitteilte. Das neue Verfahren ist vor allem für Arbeitslosengeld-II-Empfänger gedacht, die in finanziellen Notlagen dringend Bargeld brauchen. Es wird seit Ende Mai in neun Städten erprobt.

Super- und Drogeriemärkte wie Rewe, Penny, Real, DM und Rossmann beteiligen sich. Mitarbeiter und Arbeitslose hätten das neue Verfahren sehr gut akzeptiert, bilanzierte die Nürnberger Behörde. Es ist für Menschen gedacht, die kein eigenes Konto haben oder die im Ausnahmefall dringend Bargeld brauchen. Dann können sie sich einen Vorschuss bar an der Kasse auszahlen lassen. Bisher standen für solche Notfälle in den Jobcentern und Arbeitsagenturen Kassenautomaten, die nun aber aus Kostengründen und wegen Störanfälligkeit abgebaut werden.

Dem Testlauf in München, Schwandorf, Dortmund, Börde, Dortmund, Neuwied, Oberhausen, Salzgitter und Wolfsburg sollen im November 20 weitere Bezirke folgen. Bis Ende Januar 2019 will die Arbeitsagentur das Verfahren flächendeckend einführen. Damit Arbeitslose bei den Händlern Geld bekommen, müssen sie einen Zettel mit einem Barcode vorlegen, den sie sich im Jobcenter oder der Arbeitsagentur abholen können. Der Barcode wird an der Kasse eingescannt, der angezeigte Betrag wird sofort ausgezahlt.

Der Zahlschein sei anonym, enthalte keine persönlichen Daten und lasse keinen Rückschluss auf die Arbeitsagentur zu, betonte die BA. "An den Kassen ist nicht erkennbar, ob es sich um eine Barauszahlung der Arbeitsagentur oder eine Rückzahlung aus einem Onlineeinkauf handelt." Die Linke hatte vor einer Stigmatisierung gewarnt.