Süßwarenindustrie

Weihnachtsmänner auf weiter Reise

Aleksandra Bakmaz /BZ

Von Aleksandra Bakmaz (dpa)/BZ

So, 02. September 2018 um 20:30 Uhr

Wirtschaft

Während draußen noch Hochsommer war, haben viele Süßwarenhersteller bereits erste Lebkuchen gebacken. Auch die ersten Schoko-Weihnachtsmänner sind längst fertig – und gehen in den Export.

Auch andere Weihnachtsspezialitäten wie Spekulatius oder Zimtsterne haben Anfang August die Backstraßen passiert – und kommen in diesen Tagen in die Supermarktregale.

"Die Produktion der Weihnachtsmänner hat schon seit einiger Zeit begonnen und dauert sogar bis November", sagt Claus Cersovsky, Geschäftsführer von Rübezahl Schokoladen im schwäbischen Dettingen unter Teck. In der Regel gehe es im Mai oder Juni los – direkt nach der Osterhasenproduktion. "Die ersten Weihnachtsmänner werden immer für den Export produziert, weil sie noch eine lange Reise vor sich haben." Geliefert werden sie bis nach Kanada sowie Australien.

Rübezahl ist einer der weltweit größten Hersteller von Schokoladenfiguren. Eigenen Angaben zufolge produzieren die Dettinger jährlich rund 50 Millionen Weihnachtsmänner aus Schokolade. Hinzu kommen Osterhasen, Pralinen, Schokoladentafeln und viele andere süße Leckereien, insgesamt sind es jährlich rund 40 000 Tonnen.

Auch bei Lebkuchen-Schmidt in Nürnberg hat das Weihnachtsgeschäft längst begonnen. "Die Produktion läuft schon seit Wochen", sagt eine Sprecherin des Traditionsunternehmens. Dafür würden bis Dezember bis zu 800 Mitarbeiter beschäftigt – den Rest des Jahres seien es weniger als die Hälfte. Jetzt im September werde auch die Bestellannahme hochgefahren. Das Gute an den Leckereien: "Lebkuchen sind lange haltbar, man muss sie nicht gleich essen", so die Sprecherin. Rund ein Kilogramm des süßen Weihnachtsgebäcks isst jeder Deutsche nach Zahlen des Bundesverbands der Süßwarenindustrie (BDSI) jedes Jahr. Auch beim Aachener Süßwarenhersteller Lambertz und bei Bahlsen in Hannover wurde die Weihnachtszeit schon eingeläutet.

Lambertz produziert einem Sprecher zufolge seit Juni an fünf Standorten in Deutschland Lebkuchen – darunter in Nürnberg und Dresden. Nachfrage nach den Leckereien sei schon an den ersten kühlen Tagen im Herbst da. Produziert werde bis zum Nikolaustag – derzeit im Drei-Schichtbetrieb. Der Backkonzern ist eigenen Angaben zufolge Weltmarktführer für Herbst- und Weihnachtsgebäck.

Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, sagt Dieter Lutz, Marketingchef bei Bahlsen für den deutschsprachigen Raum. "Die Weihnachtsprodukte lösen bereits ab September bei vielen Kunden große Vorfreude aus, spätestens im Oktober steigt die Nachfrage sprunghaft an." Vor allem Lebkuchen, Spekulatius und Stollen seien in dieser Zeit gefragt. Auch im Ausland seien die Klassiker begehrt; exportiert würden sie sogar nach Asien und in die USA.

Bei Mondelez, zu dem auch das Milka-Werk in Lörrach gehört, wird für die Weihnachtsmänner Schokolade in eine Doppelform gefüllt. Anschließend wird die verschlossene Form so lange gedreht, bis sich die Schokolade an den Außenwänden verteilt hat. Dann nur noch abkühlen lassen – fertig ist der Weihnachtsmann.