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27. Januar 2012
Weniger Kinder in Hartz IV
Regierung wertet Statistik als Folge der Arbeitsmarktreformen / Kritiker fürchten Schönfärberei.
BERLIN (dpa). In Deutschland kommen immer mehr Kinder ohne Hartz IV aus. Zwischen September 2006 und September 2011 sank die Zahl der unter 15-Jährigen, die auf die Grundsicherung angewiesen waren, von 1,9 Millionen um etwa 257000 auf knapp 1,64 Millionen. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor.
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte sich erfreut. "Die Kinderarmut in Deutschland sinkt, das ist ein gutes Zeichen", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Sie betrachte die Entwicklung als Ergebnis der Reformen am Arbeitsmarkt. Diese hätten dafür gesorgt, dass immer mehr Väter und Mütter aus Hartz IV in Arbeit gekommen seien.Tatsächlich geht aus den BA-Zahlen hervor, dass im selben Bemessungszeitraum die Zahl der erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger noch etwas stärker abgenommen hat: Um knapp 16 Prozent auf knapp 4,52 Millionen (Kinder: minus 13,5 Prozent).
Die Auswertung zeigt große regionale Unterschiede: Im Fünf-Jahres-Vergleich schneidet Bayern mit einem Minus von 22 Prozent am besten ab. In Baden-Württemberg ging die Zahl um 15,5 Prozent zurück. In Stadtstaaten wie Bremen oder Hamburg oder im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen lag der Rückgang deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Schlusslicht ist Berlin: Dort verringerte sich die Zahl der hilfebedürftigen Kinder nur um 1,2 Prozent. In Berlin lebt mehr als jedes dritte Kind unter 15 Jahren von Hartz IV.
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Kritiker warnten davor, das Problem schön zu reden. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte, es gebe inzwischen 45 Prozent sogenannte working poor (arbeitende Arme) mehr als fünf Jahre zuvor. Kinderarmut dürfe nicht auf Einkommensarmut reduziert werden, warnten Familienforscher.
Autor: dpa
