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26. Dezember 2008 18:30 Uhr
BZ-Serie: Alternative Wirtschaftspolitik
Wie misst man Wachstum?
Das Wachstum der Wirtschaft wird durch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen. Es ist die Summe aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Jahr in einem Land erzeugt werden. Eine wichtige Einschränkung gibt es: Diese Güter und Dienstleistungen müssen mit Geld bewertet werden. Das bedeutet, dass die gesamte Familienarbeit nicht berücksichtigt wird. Der große Charme des BIP: Ganz verschiedene Vorgänge können in einer einzigen Zahl zusammenfasst werden. Veränderungen von Jahr zu Jahr lassen sich leicht darstellen. Ein weiterer Vorzug: Das BIP wird überall auf die gleiche Art gemessen. Man kann also gut international vergleichen. So alt wie diese Messmethode, so alt ist die Kritik daran. Wichtige Bereiche bleiben unberücksichtigt, beispielsweise die Schattenwirtschaft. Wirtschaftswachstum bedeutet zudem nicht immer mehr Wohlergehen. Ein Autounfall steigert das BIP, die Beseitigung von Umweltschäden ebenfalls. Die Versuche, ein Ökoinlandsprodukt zu ermitteln, sind aber bisher gescheitert. Der zentrale Punkt ist die Frage der Bewertung. Wie viel ist beispielsweise eine ausgestorbene Vogelart wert? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Einen Markt, auf dem sich ein Preis ermitteln ließe, gibt es nicht. Bewertungen bleiben also willkürlich, je nach Wertschätzung einer Sache. Damit wird es unmöglich zu vergleichen. Das Statistische Bundesamt ermittelt deswegen kein Ökoinlandsprodukt, sondern legt in seiner umweltökonomischen Gesamtrechnung Indikatoren zugrunde. Sie zeigen, wie sich Luftreinheit, Flächenverbrauch oder Wasserqualität verändern. Das ist präzise, aber keine einzelne griffige Zahl wie das BIP.
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Autor: weg
