Wechsel

Johannes Ullrich ist neuer Präsident der Freiburger Handwerkskammer

Heinz Siebold

Von Heinz Siebold

Do, 20. November 2014

Wirtschaft

Johannes Ullrich, frisch gewählter Präsident der Handwerkskammer, will Flüchtlingen eine berufliche Zukunft ermöglichen.

FREIBURG. Die Vollversammlung der Handwerkskammer Freiburg hat am Mittwoch eine neue ehrenamtliche Führungsspitze gewählt. Von den 40 Delegierten stimmten in geheimer Wahl 39 für den Freiburger Malermeister Johannes Ullrich (52) als neuen Präsidenten.

Mit gleichem Ergebnis wählten die Delegierten – 27 Arbeitgeber, 13 Arbeitnehmer – den Waldkircher Bauingenieur Christof Burger (49) zum Vizepräsidenten. Neuer Vizepräsident seitens der Arbeitnehmer ist der Karosseriebauer und Betriebsratsvorsitzende von Baden-Auto, Joachim Scholz (59). Er erhielt 37 Jastimmen. Scholz ist Nachfolger von Werner Baas (66), der wie der bisherige Präsident Paul Baier (67) verabschiedet wurde.

Der neue Präsident Johannes Ullrich ist seit 2009 Mitglied des Kammervorstands und Kreishandwerksmeister von Freiburg und Breisgau-Hochschwarzwald. Die gute Zusammenarbeit aller Kreishandwerkerschaften im Kammerbezirk habe ihn ermutigt, zu kandidieren, sagte Ullrich in einer Vorstellungsrede. "Mit eurer Unterstützung mache ich das", sagte Ullrich zu den Kollegen aus Lörrach, Emmendingen und der Ortenau. Das demonstrative Bekenntnis zur Einigkeit im Handwerk ist angesichts des vormals getrübten Verhältnisses der Kammer insbesondere zur Kreishandwerkerschaft Lörrach ein deutliches Signal für einen neuen Stil.

Als zweiten Grund für seine Bewerbung nannte Ullrich die Bereitschaft des bisherigen Vizepräsidenten Christof Burger, erneut zu kandidieren. Der Waldkircher Bauunternehmer hatte seine Ambitionen zurückgestellt und will nun mit Ullrich einen neuen Aufbruch wagen. Ullrich machte deutlich, dass er "nicht so wahnsinnig präsent" sein könne wie sein Amtsvorgänger. Er werde die Arbeit auf viele Schultern verteilen müssen.

Außer dem Präsidenten und den beiden Vizepräsidenten gehören dem Kammervorstand noch vier weitere Mitglieder an. Schneidermeisterin Cordula Lehrmann (63) aus Freiburg und Friseurmeister Andreas Drotleff (61) aus Offenburg wurden wiedergewählt, neu in das Führungsgremium rückten Malermeister Ferrit Kelouche (51) aus Lahr und Schreinermeister Michael Schwab (54) aus Lörrach ein. Die Arbeitnehmer vertreten wie bisher Metzger Frank Hug (45) aus Freiburg und neu Jonny Dick (66), freigestellter Betriebsrat in Offenburg.

Die überwältigende Zustimmung für alle gewählten Vorstände – zu denen es allerdings keine Gegenkandidaten gab –, und die deutliche Verjüngung in der Führungsspitze wertet der neue Präsident als großen Vertrauensvorschuss. "Wir läuten eine neue Ära ein", sagte Ullrich, dessen Wahl mit viel Beifall gefeiert wurde. "Unser Hauptthema ist und bleibt die Aus- und Fortbildung auf allen Ebenen", erklärte er. Das Handwerk müsse das duale Ausbildungssystem ebenso schützen wie den Meisterbrief als Gütesiegel für Qualitätsarbeit.

Das Handwerk werde sich als starke gesellschaftliche Gruppe auch mit dem stetig wachsenden Flüchtlingsstrom befassen. "Wir können Menschen, die Krieg und Not entflohen sind, eine berufliche Zukunft ermöglichen", sagte Ullrich. Er kündigte auch an, dass sich die Kammer stärker für einen fairen Wettbewerb im Handwerk einsetzen und gegen Schwarzarbeit vorgehen werde. Außerdem müssten sich die Innungen und Kreishandwerkerschaften bemühen, attraktiver für ihre Mitglieder zu werden.

Nach der Wahl Ullrichs zum Kammerpräsidenten muss die Kreishandwerkerschaft Freiburg einen neuen Vorsitzenden wählen. Um das Amt wird sich der Raumausstatter- und Sattlermeister Michael Rauber (57) aus Freiburg auf der Jahreshauptversammlung am 27. November bewerben.