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10. Februar 2011

Krisenjahr 2010

Einbruch nach der Prämie

Die deutschen Autohändler haben im vergangenen Jahr 2010 die Folgen der Abwrackprämie ausbaden müssen. Zumindest in Südbaden haben die meisten dennoch überlebt.

  1. Die Aussichten der Automobilbranche sind keineswegs schlecht. Foto: dpa

Der offiziell Umweltprämie genannte Kaufanreiz von 2500 Euro sorgte für einen Boom beim Autoverkauf. Rund 1,7 Millionen Kraftfahrzeuge, vor allem kleinere Modelle, wurden 2009 gekauft. Im ersten Halbjahr 2010 trat folgerichtig die große Flaute ein, erst im Spätsommer, fast im Gleichschritt mit den Aufschwungmeldungen, zog das Geschäft wieder an. Übers Jahr wurden in Deutschland nur 2,9 Millionen neue Autos zugelassen, fast eine Million weniger als im Jahr der Prämie. Fast 15 Prozent minus waren es in Freiburg, den Rekord hält der Hochschwarzwald mit 40 Prozent minus.

Kenner hatten das vorausgesagt: "Über kurz oder lang wird der Markt sich wohl bei 2,8 Millionen Neuwagen in Deutschland im Jahr einpendeln", hatte Dieter Rüd der Badischen Zeitung vor zwei Jahren gesagt und damit ziemlich richtig gelegen. "Es hat uns auch getroffen", sagt der Citroën-Händler und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Autohäuser. Dennoch hat Rüd in der Krise fast 400 000 Euro in die Renovierung seines Betriebes gesteckt. "Ohne die Prämie wäre das kaum möglich gewesen", räumt er ein. Allerdings lassen ihm die Vorgaben der Hersteller kaum eine andere Wahl. Von der Farbe bis zum Licht schreiben sie vor, wie die Ausstellungsräume auszusehen haben.

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"Der Dezember war noch grottenschlecht, aber seit Jahresbeginn zieht die Nachfrage wieder an", atmet der Miterfinder der Freiburger Automobilmesse auf. "Es gibt einen Nachholbedarf. Nicht alle haben ihre alten Fahrzeuge verschrottet, als es die Prämie gab", sagt Rüd. "Die kommen jetzt." Sie können auf preiswerte Angebote hoffen. Alle Hersteller haben Aktionspreise für einzelne Modelle.

Erstaunlicherweise haben die meisten Händler das Jahr 2010 überlebt. Im Raum Freiburg ist nur die Insolvenz des Renault-Händlers Riekert bekannt. Einige kleinere Autohäuser haben sich unter das Dach von größeren gerettet. "Die Prämie war, im Nachhinein gesehen, ein ziemlich cleverer Schachzug", sagt Hansjörg Märtin, Geschäftsführer des gleichnamigen BMW-Vertragshändlers in Freiburg. "Sie war ein Konsumanreiz, sie hat alte Fahrzeuge vom Markt genommen und sie hat Arbeitsplätze bei Herstellern und Händlern gesichert."

Märtins Marke BMW hat von der Prämie kaum profitiert, diese kam vor allem den Anbietern kleiner Autos zugute. Opel musste 2010 ein Minus von 31 Prozent verkraften, Ford einen Rückgang um 31,8 Prozent und Renault um 32 Prozent. Toyota brach mit 43,2 Prozent ein. Auch Volkswagen verbuchte 23,8 Prozent weniger Neuzulassungen. Das ergibt sich aus den Zahlen des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller. Ob mit Prämie oder ohne, der BMW-Verkauf bei Märtin ist stabil, knapp unter 1000 im Krisenjahr 2009, knapp darüber 2010. Das liegt wohl auch daran, dass BMW 70 Prozent des Umsatzes mit Geschäftskunden macht, also Autos vorwiegend an Selbstständige oder Geschäftsführer mit Prestigebewusstsein verkauft.

"Die Prämie war ein wichtiger Impuls für die ganze Branche", sagt Jürgen Henninger, Sprecher der Kfz-Innung Südbaden. Sie habe die Zeit überbrückt, bis die Konjunktur wieder angezogen habe. Vor allem die Unternehmen hätten 2010 ihre Fahrzeugflotten aufgefrischt. " Es wurden im vergangenen Jahr weniger kleine Autos verkauft, aber der höhere Umsatzerlös bei größeren Fahrzeugen hat das teilweise ausgeglichen", sagt Henninger, Geschäftsführer beim Mercedes-Autohaus Schmolck in Emmendingen.

AUTOMOBIL 2011

Die südbadische Automesse "Automobil" findet vom Freitag, 11. Februar, bis Sonntag, 13. Februar, auf dem Gelände der Neuen Messe in Freiburg statt. Mehr als 100 Aussteller präsentieren Neuwagen von 16 Herstellern. Eintritt: 7 Euro.

Öffnungszeiten: Freitag: 12 bis 24 Uhr, Samstag: 10 bis 18 Uhr,

Sonntag: 10 bis 18 Uhr.

Weitere Infos unter:

http://www.automobil-freiburg.de  

Autor: sie

Autor: Heinz Siebold


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