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31. Januar 2011

Sony bleibt nun doch im Elsass

Werk mit 600 Leuten gerettet.

RIBEAUVILLE. Der japanische Elektronikkonzern Sony hält an seinem Werk im elsässischen Ribeauvillé fest – obwohl es wegen der billigeren Konkurrenz in Osteuropa und Asien schon länger in Schwierigkeiten steckt. Ende 2007 gab der Konzern das Werk mit derzeit noch 600 Beschäftigten zum Verkauf frei, kündigt nun aber eine Kehrtwende an. Sony Alsace bleibt im Konzern, soll aber unter neuer Leitung und mit einer neuen Strategie rentabel werden. Der bisherige Direktor des Sony-Werks in Malaysia, Hitoshi Miyagawa, soll in Ribeauvillé die Führung übernehmen und den Standort rasch wieder wettbewerbsfähig machen.

Nach 2007 war vor allem das gemeinsame Übernahmeangebot des deutschen Autoradiobauers Blaupunkt und des schweizerischen Investmentfonds Quantum an die Öffentlichkeit gelangt. "Wir haben vergeblich nach einer Lösung von außen gesucht", sagt Sony France. Nun gebe man einem internen Neubeginn den Vorzug. Noch 1999 beschäftigte der Elektronikkonzern im Elsass 1600 Menschen. Die Produktpalette umfasste in mehr als drei Jahrzehnten CD-Spieler, Videorekorder, Autoradios und Mobiltelefone der Marke Sony-Ericsson. Überwiegend warteten die Beschäftigten aber Geräte für die anderen europäischen Standorte und leisteten vom Zentralelsass aus den Kundenservice für Laptops von Vaio, Digitalkameras und Sonys Playstation.

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"Monsieur Japon" ließ seine Kontakte spielen

Die neue Lösung ist wohl politischen Fürsprechern geschuldet: dem ehemaligen Industrieminister François Loos und André Klein. Als Chef der Wirtschaftsförderung des Südelsass’ holte Klein in den 80er Jahren Sony als erstes japanisches Unternehmen in die Region. Ricoh, Mitsui, Yamaha und vor wenigen Jahren THK folgten und schufen Tausende Arbeitsplätze. Diesmal hat "Monsieur Japon", wie Klein genannt wird, seine jahrzehntealten Kontakte in Japan spielen lassen, und einen Ausverkauf des Werks und damit möglicherweise den Verlust Hunderter Stellen abgewendet. Gewerkschaftsvertreter von Sony Ribeauvillé befürchten dennoch einen Jobabbau – aber in kleinerem Ausmaß.

Autor: Bärbel Nückles


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