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21. August 2012

Wirtschaft wohl schwächer, aber kein Einbruch

Durchwachsene Prognosen für die deutsche Konjunktur.

FRANKFURT (dpa/BZ). Die deutsche Wirtschaft kann sich der Krise der Eurozone nicht mehr so sehr wie zuletzt entziehen – ein Einbruch der Konjunktur ist aber laut Bundesbank und des Finanzministeriums nicht in Sicht. "Die nachlassende Nachfrage aus dem Euroraum belastet zunehmend die deutsche Wirtschaft", heißt es im Monatsbericht des Ministeriums. Auch die Bundesbank teilte mit, dass sich insgesamt die Aussicht für die Wirtschaft eingetrübt habe. "Die Konjunktur in Deutschland könnte nach der Jahresmitte stärker als bisher durch die Verunsicherung im Euroraum beeinträchtigt werden", so die Notenbank. Die betont aber: Die Aussicht für den privaten Konsum bliebe günstig, die Baunachfrage kräftig. Der Export profitiere von der hohen Nachfrage außerhalb der Europäischen Union.

Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent gewachsen und damit etwas schwächer als zu Jahresbeginn. Von Januar bis März hatte das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal noch um 0,5 Prozent zugelegt. Getragen wurde das Wachstum im zweiten Vierteljahr vom Binnenkonsum und dem Export.

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Es mehren sich die Anträge auf Kurzarbeit

Deutsche Betriebe schicken Mitarbeiter wieder verstärkt in Kurzarbeit. Der Technologiekonzern Bosch verhandelt darüber mit dem Betriebsrat. Im Werk von Bosch-Rexroth im unterfränkischen Schweinfurt sollen laut Stuttgarter Zeitung 1100 Mitarbeiter betroffen sein. Die Arbeitszeitkonten seien weitgehend abgebaut. Die Eurokrise hatte zuletzt die Wachstumsprognosen bei Bosch ins Wanken gebracht. Beim Stahlkonzern Thyssen-Krupp sind seit Anfang August 2200 der 17 500 deutschen Mitarbeiter in der Kurzarbeit. Die Stahlbranche ist sehr abhängig von der Konjunktur. In der Autobranche hatte Ford Kurzarbeit für sein Werk in Köln angemeldet, der Konkurrent Opel verhandelt über Kurzarbeit für mehrere Tausend Beschäftigte. Beide Autobauer sind auf den europäischen Markt fokussiert, weshalb sie die Rezession in der Eurozone derzeit hart trifft.

Autor: dpa