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06. Dezember 2008

Zu DSL gibt es schnelle Alternativen

Vom langsamen Datenfeldweg zum Hochgeschwindigkeits-Internet führt nicht nur ein Breitbandkabel

  1. Zu DSL gibt es eine Reihe von Alternativen. Foto: dpa

Noch immer haben in Deutschland Millionen Haushalte und Tausende Unternehmen keine DSL-Anbindung, weil bei ihnen kein Breitbandkabel liegt. Nach Aussage von Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, ist die ländliche Versorgung hierzulande besonders gering: unter 60 Prozent. Breitband ist zudem ein wichtiger Standortfaktor. "Vor allem für strukturschwache Regionen kann Breitband-Internet einen wesentlich größeren Einfluss auf die Entwicklung haben als jede andere Infrastruktur", sagt Konrad Hill, Geschäftsführer des Internet-via-Satellit-Anbieters Star-DSL. Doch surfen auf einem holprigen Datenfeldweg muss auch in abgelegenen Orten nicht sein, denn es gibt bereits mehrere technische Alternativen, um mit hohem Tempo ins Internet zu gehen.

Per Satellit: Hier wird schnelles Internet über Satellitentechnik ermöglicht und bereits flächendeckend angeboten. Bevorzugte Variante ist das Zwei-Wege-Modell. Dabei laufen beide Datenwege, also sowohl der Datenempfang als auch der Datenversand, über die schnelle Satellitenverbindung. Die Anschaffungskosten für Satellitenschüssel und Modem liegen bei rund 300 Euro. Preiswerte Tarife mit einem DSL-Zugang von ein Megabit pro Sekunde bieten beispielsweise T-Home und Star-DSL mit einer Monatsgebühr von 39,95 Euro. Systemvorteil: Ein in Deutschland bestellter Internetzugang per Satellit funktioniert in ganz Europa, also auch im Ferienhaus in Italien und auf einem Campingplatz oder Boot. Im Grunde überall, wo sich der jeweilige Satellit empfangen und eine Sat-Schüssel in korrekter Ausrichtung aufstellen lässt.

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Per UMTS: Mit Höchstgeschwindigkeit über das Handy online gehen ist dank UMTS kein Problem. Mit Unterstützung des schnellen Übertragungsverfahrens HSDPA ist in den UMTS-Netzen sogar Surfen mit derzeit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde möglich. Der Einstieg ist unkompliziert: Das UMTS-Modem – meist in Form einer UMTS-Karte oder eines USB-Sticks mitgeliefert – wird einfach in den Rechner gesteckt. "Während T-Mobile und Vodafone bereits ihr gesamtes UMTS-Netz HSDPA-fähig gemacht haben, hat E-Plus den Datenbeschleuniger noch gar nicht im Netz, was ein deutlich langsameres Internet zur Folge hat", gibt jedoch Josefine Milosevic vom Branchenblatt Connect zu bedenken. O2 ist gerade in der HSDPA-Ausbauphase.

Günstige Tarife: Moobiair bietet eine Daten-Flat im T-Mobile-Netz für 34,95 Euro, Moobicent eine Daten-Flat im Vodafone-Netz für 29,95 Euro und Tchibo eine 10 GB-Flatrate im O2-Netz für 19,95 Euro im Monat.

Per TV-Kabel: Die Internet-Angebote der TV-Kabel-Unternehmen bieten ein überdurchschnittliches Preis-Leistungsverhältnis. Voraussetzung für die Nutzung ist natürlich, dass am Ort und in der betreffenden Straße ein Kabelanschluss liegt. Ein Einstieg beim Anbieter Kabel Deutschland ist bereits für weniger als zehn Euro im Monat möglich. Wer ein Komplettpaket mit Internet- und Telefonanschluss inklusive Doppelflatrate möchte, zahlt für Kabel-DSL 32 000 zurzeit nur 29,90 Euro im Monat. Auch bei Kabel-BW gibt es immer wieder Sonderangebote Weiterer Vorteil: Die Internetgeschwindigkeiten sind garantiert und nicht wie bei der DSL-Konkurrenz nur als "möglich" angegeben.

Per Funk: Mit Wimax steht eine Technik zur Verfügung, mit der sich Haushalte per Funk ans Internet anschließen lassen können. Hierbei sind Übertragungen über eine Strecke von 20 Kilometern und mehr möglich. Eine kleinere Stadt könnte so mit dem Aufbau eines Sendemastes versorgt werden. Die Firma Deutsche Breitband Dienste bietet im Internet unter dslonair.de eine Verfügbarkeitsprüfung. Falls Wimax noch nicht verfügbar sein sollte, besteht die Möglichkeit, sich als Interessent anzumelden und dann örtliche Interessengemeinschaften zu bilden. Der Anbieter Televersa ist im Internet unter televersa.com/flyingdsl erreichbar. An Hardware-Kosten können zwischen 70 und 98 Euro anfallen, die monatlichen Gebühren liegen je nach Tarifumfang bei zehn bis 60 Euro.

Autor: Fritz Himmel