Zweifel an Großinvestor der Deutschen Bank

rolf

Von rolf

Mi, 14. Februar 2018

Wirtschaft

Chinesische HNA-Gruppe steckt in finanziellen Problemen.

FRANKFURT. Die Deutsche Bank kommentiert die Vorgänge offiziell nicht. Dagegen versucht ein Sprecher des umstrittenen chinesischen Großaktionärs HNA die Lage zu beruhigen. "HNA bleibt ein langfristiger Großinvestor der Deutschen Bank", sagt Thomas Katzensteiner, Sprecher von C-Quadrat. Der österreichische Vermögensverwalter vertritt die Chinesen mit ihrem Chef Alexander Schütz im Aufsichtsrat der Bank. Er hatte mehrfach gesagt, es handele sich für HNA um ein "Kerninvestment" und eine Beteiligung mit "hohem Prestigefaktor". Am Dienstag waren erneut Spekulationen über die finanzielle Lage des chinesischen Finanzkonzerns aufgekommen.

HNA hat Grundstücke in Hongkong verkauft und damit umgerechnet 1,7 Milliarden Euro erlöst. Angeblich will der Konzern auch Immobilien in London versilbern. HNA ist mit fast zehn Prozent an der Deutschen Bank beteiligt und hat dafür im vergangenen Jahr mehr als 3,5 Milliarden Euro ausgegeben. Ende vergangener Woche hatte das Unternehmen seine Beteiligung leicht reduziert, die Stimmrechte gingen von 9,90 auf 9,21 Prozent zurück. Schon wenige Monate nach dem Einstieg der Chinesen, die auch den Flughafen Hahn im Hunsrück gekauft haben, waren Zweifel an der Solidität des Konzerns aufgekommen.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan ist offensichtlich nicht glücklich über den Großaktionär. Auch die Finanzaufsicht schaut skeptisch auf das Unternehmen und will dessen Vertrauenswürdigkeit prüfen. HNA könnte zu einem echten Problem für die Deutsche Bank werden, sollte der Finanzinvestor aufgrund seiner offenbar hohen Schulden (die Rede ist von 100 Milliarden Dollar) gezwungen sein, große Teile seiner Aktien zu verkaufen.