Sechster Fall in Offenburg

Nadeln in Kaufland-Backwaren: Polizei richtet Ermittlungsgruppe ein

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 03. Januar 2018 um 14:33 Uhr

Offenburg

Die Nadel-Nachrichten nehmen kein Ende: Inzwischen weiß die Polizei von einem sechsten Stecknadel-Fund in Backwaren aus dem Offenburger Kaufland. Wer steckt hinter dem gefährlichen Treiben?

In einem Lebensmittel eines Offenburger Discounters ist erneut eine Stecknadel gefunden worden. Es gebe einen sechsten Fall, sagte ein Sprecher der Polizei Offenburg am Mittwoch. Eine Kundin habe eine Stecknadel in einer Packung Burger-Brötchen entdeckt. Beim Aufschneiden der Ware sei eine Stecknadel aus dem Brötchen herausgefallen. Verpackung und Nadel wurden von der Frau weggeworfen, so die Polizei weiter.

Das Kaufdatum der Backwaren könne derzeit noch nicht genau bestimmt werden, läge aber auf jeden Fall in der Woche vor den Weihnachtsfeiertagen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die handelsüblichen Stecknadeln Mitte Dezember in den Lebensmitteln platziert.

Wie kamen die Nadeln in die Nahrungsmittel?

Die betroffenen Produkte aus dem Kaufland-Supermarkt in der Marlener Straße seien danach zu unterschiedlichen Zeitpunkten verkauft und verzehrt worden. So würden sich auch die nach und nach bekannt gewordenen Fälle erklären. Bei sämtlichen Lebensmitteln handelte es sich um in Kunststoff verpackte Waren. Wie die Nadeln in die Nahrungsmittel kamen, ist noch unklar.

Derzeit steht die Frage im Raum, ob der unbekannte Täter weitere Lebensmittel präpariert hat oder ob es sich um einen Einzelfall handelt, der nun nach und nach bekannt wird.

Kaufland verstärkt Sicherheitsmaßnahmen

Kaufland arbeite seit Bekanntwerden der ersten Stecknadel-Funde eng mit den Ermittlern zusammen, so die Firma in einer Mitteilung. Alle potentiell infrage kommenden Produkte seien mit einem speziellen Scanner untersucht worden. Dabei seien keine weiteren Gegenstände aus Metall gefunden worden.

Die Produkte aller bisher betroffenen Sortimente wurden nach Angaben des Unternehmens vollständig ausgetauscht. Zusätzlich überprüfen die Angestellten Produkte von bisher nicht betroffenen Bereichen.

Die Sicherheitsmaßnahmen in dem Markt seinen nochmals verstärkt worden, heißt es weiter. Dazu gehören der Einsatz von Kameras und Sicherheitspersonal.

Ermittlungsgruppe eingerichtet

Zwischenzeitlich wurde eine gemeinsame Ermittlungsgruppe des Fachbereichs "Gewerbe und Umwelt" und der Kriminalpolizei eingerichtet. Nach wie vor wurde bei den bisherigen Vorfällen niemand verletzt.

Wie berichtet, sehen weder die Polizei noch die Kaufland-Zentrale in Neckarsulm Anzeichen für eine Erpressung. Nach wie vor gilt aber der Rat der Polizei an Kunden, sich die Verpackungen genau anzusehen.

Kaufland empfiehlt den Kunden, alle infrage kommenden Produkte auf verdächtige Einstiche zu prüfen. Dazu gehören Lebensmittel, die für den unmittelbaren Verzehr bestimmt sind, also so weich sind, dass von außen eine Nadel eingestochen werden kann. Es sind also verpackte Backwaren wie zum Beispiel Brötchen für Hot-Dog und Hamburger oder Toast, Fleischwaren wie zum Beispiel Salami-Snacks und Snack-Wiener oder Frikadellen. Außerdem betroffen sein können Käse-Snacks und Süßwaren wie Schaumzuckerwaren oder Schokoriegel.

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