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04. August 2012 00:05 Uhr

Rudern

Nadja Drygalla und der Neonazi

Die Ruderin Nadja Drygalla ist mit einem bekannten Neonazi liiert. Das hat ihrer Teilnahme an den Olympischen Spielen abrupt beendet. Hätten die Funktionäre früher Bescheid wissen können?

  1. Nadja Drygalla Foto: dpa

Ist Nadja Drygalla, 23, die das deutsche Olympiateam verlassen musste, eine Rechtsextreme? Michael Vesper, einst Mitbegründer der Grünen und heute Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), glaubt das nicht. Nach einem etwa anderthalb Stunden dauernden Gespräch mit der Ruder-in, die im Achter in Eton im Hoffnungslauf ausgeschieden war, hatte Vesper den Eindruck, Drygalla bewege sich "auf dem Boden des Grundgesetzes und der Olympischen Charta". Er wolle eine Person danach bewerten, was sie selber denke und nicht in ihre Privatsphäre eingreifen und persönliche Beziehungen bewerten, so Vesper.

Die Rostockerin Nadja Drygalla ist mit Michael Fischer liiert, einem weit über die Rostocker Szene hinaus bekannten Neonazi, der 2011 für die NPD bei der Landtagswahl antrat. Am Mittwoch erschien auf der Antifa-Internetseite Kombinat Fortschritt ein Beitrag, der die Verbindung zwischen Drygalla und Fischer thematisierte: "Mecklenburgische Neonazifreundin bei Olympischen Spielen". Einen Tag später wurde Nadja Drygalla, die in Eton einige Stunden von London entfernt im olympischen Dorf der Ruderer und Kanuten logierte, zur Teamleitung bestellt. An ihrem Gespräch mit Vesper nahm auch Mario Woldt teil, Sportdirektor des Deutschen Ruderverbandes (DRV). Dann war das olympische Abenteuer für Nadja Drygalla beendet.

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Kurz vor Mitternacht verschickte der DOSB eine Pressemitteilung. Der DRV äußerte sich zwei Stunden später, mitten in der Nacht. Weder Fischer noch die NPD werden in den Texten erwähnt. DOSB und DRV erklärten, Nadja Drygalla habe das olympische Dorf verlassen, um keine Belastung für die Olympiamannschaft entstehen zu lassen. Die Belastung aber, sie ist längst da. Und damit auch viele Fragen. Denn auch Michael Fischer war einmal Ruderer. Im August 2006 hatte er sich gemeinsam mit seiner jetzigen Freundin Nadja Drygalla für die Junioren-WM in Amsterdam qualifiziert. Drygalla wurde mit dem Achter Dritte – Fischer gewann mit seinem Achter die Silbermedaille. Unmittelbar danach hat ihn sein Heimatverein nach Informationen dieser Zeitung vor die Alternative gestellt: Sport oder Rechtsextremismus. Beides sei nicht zu verbinden. Fischer entschied sich gegen den Sport, begann in Rostock ein Studium – und eine Neonazi-Karriere. Im Ruderverband hat man nicht groß nachgefragt. Es passiert oft, dass erfolgreiche Junioren aufhören, weil sie sich um ihre berufliche Zukunft kümmern müssen und der aufwändige Sport sich schwer mit der Ausbildung vereinbaren lässt.

"Ich weiß, was im Grundgesetz steht"

Martin Sauer, Deutschland-Achter
Der DRV behauptet nun, erst am Donnerstag Erkenntnisse zum privaten Umfeld von Nadja Drygalla erhalten zu haben. Und das, obwohl der Neonazi Fischer in der Junioren-Nationalmannschaft ruderte? Was weiß ein Verband, der seine Sportler in wochenlangen Trainingslagern vorbereitet und über tausende leistungsdiagnostische Daten der Athleten verfügt, wirklich über die Menschen, die er für Olympische Spiele auswählt? Warum hat Drygalla im vergangenen Jahr, nachdem Onlinemedien erstmals über die Verbindung berichteten, die Polizeischule Güstrow verlassen? Das Bundesinnenministerium, Hauptsponsor des olympischen Spitzensports, teilte mit: "Seit dem 30. September 2011 ist Frau Drygalla nicht mehr Polizeianwärterin."

DOSB-Generaldirektor Vesper sagt, er glaube, dass es vor einigen Monaten im Ruderverband ein Gespräch mit Drygalla gegeben habe. Verantwortliche des DRV waren zur selben Zeit in Eton eingebunden, beim zweiten Finaltag der Ruderer. Vesper sagte, er wolle nicht über den DRV richten – und nicht über Drygalla. "Wir reden über eine 23-jährige junge Frau. Ich habe mit ihr intensiv über ihre Entwicklung und ihre Haltungen gesprochen."

"Ich glaube, der Sport ist ziemlich widerstandsfähig gegen die rechte Szene", sagte Martin Sauer, Steuermann des Deutschland-Achters. "Ich weiß, was im Grundgesetz steht", sagt Olympiasieger Sauer, der in Bochum Jura studiert, und referiert kurz über "Artikel 5 und die Meinungsfreiheit". Rudern ist traditionell ein Sport von Akademikern. Nadja Drygalla ist anders. Martin Sauer kennt sie aus Trainingslagern seit vielen Jahren. "Sie hat nirgendwo mal zum Besten gegeben, dass sie überhaupt einen Freund hat."

Natürlich ist der Sport ein Spiegelbild der Gesellschaft. Natürlich gab es schon immer Hinweise und Gerüchte auf Verbindungen vor allem ostdeutscher Kampfsportler in die rechte Szene. Neonazis rekrutieren ihren Nachwuchs gern unter Fußballfans – auch das ist seit langem bekannt. Sportverbände wie der DFB, der unlängst seine braune Funktionärs-Geschichte aufgearbeitet hat, oder eben der DOSB versuchen mit verschiedenen Projekten gegenzusteuern. Gleichzeitig berufen sie sich aber auf die olympische Charta und deren Prinzipien. Auch das ist zwiespältig, denn in dieser Charta bündelt sich eine der Lebenslügen des Sports. Dieses olympische Grundgesetz wurde von einigen Nazis und bekennenden Sympathisanten faschistischen Ideenguts mit geprägt. Etwa von Carl Diem, Cheforganisator der Spiele 1936 in Berlin, der den olympischen Fackellauf einführte, und von den ehemaligen IOC-Präsidenten Avery Brundage (USA) und Juan Antonio Samaranch (Spanien). Brundage hatte sich 1936 gegen Olympia-Boykottaufrufe amerikanisch- jüdischer Organisationen gewandt und damit Adolf Hitlers Propagandaspielen zugearbeitet. Samaranch war einst franquistischer Sportminister.

Sport und Totalitarismus sind unheimliche Gefährten. Über Einzelfälle hinaus gebe es aber keine Hinweise, dass der Neofaschismus dem Leistungssport in Deutschland unheimlich nahe käme, erklärte Vesper: "Diese These möchte ich entschieden zurückweisen."

Autor: Jens Weinreich


47 Kommentare

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Gelöschter Nutzer #782481

Registriert seit: 08.08.2009

Kommentare: 1605

04. August 2012 - 06:35 Uhr

@ Martin Mattmüller

Sie machen einen entscheidenden Denkfehler, Herr Mattmüller!

Frau Drygalla ist keine Privatperson, sondern repräsentiert als Sportlerin die Bundesrepublik Deutschland. Ähnliches galt für Frau Herrmann - sie repräsentierte als Mitarbeiterin des NDR den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Wenn Sie oder ich uns hier als NPD-Mitglieder outen und rechtsradikalen Müll absondern, dann ist dies unsere Privatsache und fällt unter die Meinungsfreiheit. Wir repräsentieren aber nicht die BRD, sondern lediglich unsere persönlichen Ansichten (egal wie verquer diese sein sollten).

Als Person des öffentlichen Lebens oder offizieller Repräsentant der BRD, muss ich mich dagegen bedingungslos zu den Werten unserer Verfassung bekennen und darf keinerlei Zweifel an meiner politischen Gesinnung aufkommen lassen.

Ob und in welchem Maße Frau Drygalla rechtsradikales Gedankengut vertritt, können wir nicht beurteilen. Alleine der Anschein, dass es so sein könnte, ist jedoch ein klares Kriterium, sie aus dem Kader der BRD auszuschliessen!

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Oliver Rosenstock

Registriert seit: 01.11.2009

Kommentare: 1763

04. August 2012 - 07:53 Uhr

Herr Ebert,

die Dame ist Sportlerin und keine "offizieller Repräsentant der BRD".

Olympia eine privatrechtliche Organisation und Veranstaltung. Daran ändert auch die Sportförderung nichts. Die Zeiten des kalten Kriegs sind vorbei, in denen man meinte Staaten würden gegeneinander antreten.

NPD-Mitglieder dürfen nicht wegen ihrer Parteizugehörigkeit aus dem Staatsdienst oder einem privaten Arbeitsverhältnis entfernt werden. Es dürfen für deren PartnerInnen keine höheren Maßstäbe gelten, dies insbesondere nicht wenn es keine Möglichkeit des rechtlichen Gehörs gibt.

Es erstaunt mich auch der moralischen Standard, den man nun meint anlegen zu müssen, bei einer Sportveranstaltung die keinerlei Berührungsängste mit Regimen hat.

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gabriele Knott

Registriert seit: 08.02.2012

Kommentare: 90

04. August 2012 - 08:05 Uhr

Gesinnungsschnüffler sind neben den Denunzianten wohl das widerlichste Pack. Was soll das ganze? Wird mal wieder die Demokratie und die Ehre angegriffen? Wie wärs mit ein bisschen Aktenvernichtung, dann merkt keiner was. Diese Scheinheiligkeit der Politsaubermänner stinkt dermaßen zum Himmel, dass selbst einem Demokraten schlecht wird. Aber der größte anzunehmende Lacher wär doch: Die NPD gewinnt eine Goldmedaille, keiner merkts und dann...kommt der Verfassungsschutz und beantragt zusätzlich eine Silbermedaille, weil er mal wieder nur zweiter war.

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Volker Klein

Registriert seit: 03.02.2011

Kommentare: 127

04. August 2012 - 08:18 Uhr

Hat Frau Drygalla während eines Rennens auf dem Ruderachter eine NPD-Fahne gehißt oder verbal für die NPD geworben? Nein, sie hat einen Lebensgefährten von der NPD. Das reicht für die Politisierung ihres Achters. Welch eine Hysterie. Fehlt nur noch, das Wahlgeheimnis abschaffen zu wollen, zumindest für Olympiateilnehmer. Dann wäre alles transparant und der Sport vollends politisiert.

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Johannes Hermann

Registriert seit: 06.06.2012

Kommentare: 177

04. August 2012 - 08:37 Uhr

Ich bin nicht rechts, schon gar kein Freund irgendeiner Nationalsozialen Gesinnung. Jedoch ist diese Hysterie, die hier um eine Beziehung, die offenbar auf persönlicher Zuneigung zwischen zwei Menschen beruht, manche nennen es auch Liebe, geradezu grotesk, wie es auch schon mehrere Vorkommentatoren beschrieben haben. Ich persönlich würde sie als sehr doppelbödig beschreiben. Eigentlich wird hier der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben und diese Sportlerin zur Märtyrerin gemacht, dadurch Wasser auf die Mühlen derer gegossen, welche man eigentlich zu ächten und bekämpfen man durch derlei Aktionen gedenkt

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

04. August 2012 - 09:45 Uhr

"... keine Privatperson, sondern repräsentiert als Sportlerin die Bundesrepublik Deutschland. Ähnliches galt für Frau Herrmann - sie repräsentierte als Mitarbeiterin des NDR den öffentlich-rechtlichen Rundfunk."

Herr Ebert, Herr Rosenfeld hat Ihren Irrtum bereits aufgeklärt. Noch ein Problem: Eva Hermann wurde auf dem Stern-Cover zwar mit Hitler zusammen abgebildet und von Kerner aus der Talkshow geworfen, hat aber die Äußerung im denunzierten Sinn gar nicht getan - der Springerverlag, der sie falsch zitierte, musste eine Entschädigung von 25.000 € zahlen (Aktenzeichen OLG Klön 15U37).

Dier Ausgrenzung Nadja Grygallas aus dem olymischen Team ist auf jeden Fall unerhört, selbst wenn es stimmt, dass sie einen überzeugten Funktionär jener legalen, zu Wahlen zugelassenen Partei zum Freund hat. Weder sind von ihrem angeblichen Freund Straftaten bekannt noch hat sich Grygalla an solchen beteiligt.

Wir wissen aber auch, dass es bei der NPD und in anderen rechtsextremen Vereinigungen - ich will jetzt keine Namen nennen - verschiedene Rollen gibt. Nicht umsonst hat es dem Bundesverfassungsgericht gegraut, als es da einmal nachschaute. Daraufhin konnte von einem NPD-Verbot keine Rede mehr sein. Jedenfalls hat Drygalla dem Grünen-Mitglied und DOSB-Generaldirektor Vesper eine demokratische Gesinnung darlegen können. Gegen eine rechtsextreme Gesinnung der Sportlerin spricht auch, dass sie brav und verständig aus der Polizei und aus der Olympiamannschaft aussteigt. Eine wirkliche Rechtsradikale hätte gekämpft. Ich vermute, dass sie unpolitisch ist. Hat doch sogar die Demokratin Herman in öffentlichen Auftritten und inzwischen zwei Büchern gegen die Tendenz zum Gesinnungsstaat gekämpft. Und auch der Sozialdemokrat Sarrazin lässt sich nichts gefallen.

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Volker Klein

Registriert seit: 03.02.2011

Kommentare: 127

04. August 2012 - 10:34 Uhr

Man sollte Olympia nicht mit Gesinnungshubereien überfrachten, sondern eine eigene Gesinnungsolympiade einführen. Herr Weingardt wäre direkt schon qualifiziert, gell.

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Sabine Lange

Registriert seit: 04.08.2012

Kommentare: 2

04. August 2012 - 11:58 Uhr

Ich glaube dieser Frau kein Wort! Warum hat sie denn die Polizeischule abbrechen müssen? Und wie kann jemand, der wirklich nichts mit Nazis am Hut hat, mit einem Nazi zusammen sein, der ja immerhin so überzeugt ist, daß er dafür seine Sportkarriere sausen läßt? Ich brächte das nicht fertig, ich könnte da morgens nicht mehr in den Spiegel sehen. Auch ihre freiwillige Abreise ist doch ein ganz klares Schuldeingeständnis. Wie naiv muß man sein um da von Sippenhaft zu reden?
Daß Nazis, wenns drauf ankommt, ihre Ideoloie verleugnen, um einen Vorteil für sich zu bekommen, ist hinlänglich bekannt. Der Kommentar des Rudererverbandes ist ebenfalls gefählich blauäugig, wenn der nicht auch schon unterwandert ist.

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

04. August 2012 - 12:40 Uhr

Ich halte solche Vorverurteilungen für ebenso demokratieschädlich wie die verfassungsfeindlichen Taten dieses braunen Gesocks.
Fassen wir doch mal zusammen: Die Dame wurde aus der Olympiamannschaft geworfen, weil sie einen braunen Genossen liebt.

Sie wird damit nicht nur für dessen Einstellung sondern auch für dessen (nicht nachgewiesene) Taten bestraft. Wenn das mal keine Sippenhaft und Gesinnungsbestrafung ist, dann weiß ich auch nicht mehr...

Klar, dass die Olympiabonzen sehr darauf achten, dass ihre Einschaltquoten durch schlechte Presse nicht gefährdet werden. Geht ja schließlich um viel Geld! Und die Presse wird sich mit Sicherheit auf diese Schlagzeile stürzen, so dünnhäutig wie in Deutschland auch nur auf den Verdacht des Nazitums reagiert wird.

@Sabine Lange
"Ich brächte das nicht fertig, ich könnte da morgens nicht mehr in den Spiegel sehen."

Kennen Sie den Spruch: Liebe macht blind? Es kann nicht jeder so prinzipientreu und perfekt sein wie die hiesigen Kommentatoren...

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Rainer Brombach

Registriert seit: 11.11.2011

Kommentare: 856

04. August 2012 - 12:42 Uhr

@Sabine Lange

Es kommt nicht darauf an, was Sie glauben, sondern was nachweisbar ist. Wenn Nadja Drygalla eine rechtsextreme Auffassung öffentlich kundgetan hätte, wäre das beweisbar, und man müsste sich nicht damit behelfen, die Gesinnung ihres Lebensgefährten ins Feld zu führen.

Bei ihrer Polizeikarriere verhält es sich ein wenig anders. Dort käme sie dienstlich möglicherweise mit Ermittlungen gegen Neonazis in Berührung. Dann ist eine Liebesbeziehung zu einem führenden Neonazi in der Tat ein Risikofaktor für die Polizeiarbeit. Ebenso wie die von der Stasi bewusst eingefädelten Beziehungen mit Regierungssekretärinnen der Bundesrepublik ein hohes Verratsrisiko in sich bargen.

Solange Nadja Drygalla Deutschland aber nur als Mannschaftssportlerin repräsentierte, und noch nicht einmal so prominent war, dass irgendjemand außerhalb der Fachwelt von ihrer Existenz Kenntnis genommen hätte, ist ihr Liebesleben ihre Privatsache. Privatsache ist auch, was sie mit ihrem Freund morgens am Küchentisch plaudert oder nicht plaudert.

Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass ein Neonazi nur und in allen Lebenslagen Neonazi ist. Selbst solche Leute haben ein Leben neben der Politik. Ich halte es für gut möglich, dass er dort Fähigkeiten entwickelt, die ihn für manche liebenswert machen.

Aber auch das geht Sie und mich einen feuchten Kehrricht an.

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Kandi Haberstroh  

Kandi Haberstroh

Registriert seit: 14.11.2011

Kommentare: 79

04. August 2012 - 13:21 Uhr

Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Sie ist immerhin erst 23 und irgendwann sollte man auch mal einen Schlußstrich ziehen und nicht immer das Nazithema wieder hochkochen.

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Andreas Quirin

Registriert seit: 20.12.2010

Kommentare: 36

04. August 2012 - 13:27 Uhr

Es ist anscheinend wieder soweit: DSDSS (Deutschland sucht den Super-Skandal)

Zumindest lässt das Niveau und Gebahren einiger Medien darauf schließen.

Wenn es jetzt schon soweit ist, dass eine - den meisten bis dato vermutlich noch nicht einmal bekannte - Sportlerin bereits dadurch in Misskredit gebracht wird, weil sie mit jemanden BEFREUNDET ist, der politisch (egal in welcher Richtung) extreme Ansichten hat bzw. haben mag - dann "Gute Nacht"!

@ Frau Sabine Lange

"Auch ihre freiwillige Abreise ist doch ein ganz klares Schuldeingeständnis."

Können Sie sich vorstellen, was ein/e Sportler/in fühlt, wenn er/sie im Hoffnungslauf ausscheidet?

Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn zusätzlich zu diesem Debakel auch noch pausenlos eine sensationsge*le Meute von Paparazzis hinter einem her ist?

Meinen Sie tatsächlich, dass derjenige, der es vorzieht, in so einer Situation abzureisen, allein dadurch bereits seine Schuld (welche eigentlich?) eingesteht?

VG Andreas Quirin

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Volker Morstadt

Registriert seit: 10.08.2009

Kommentare: 411

04. August 2012 - 14:37 Uhr

@ Frau Haberstroh: "... irgendwann sollte man auch mal einen Schlußstrich ziehen und nicht immer das Nazithema wieder hochkochen."

Massivster Einspruch, Euer Ehren!!! Die Nazis haben so viele unbeschreibliche Sauereien auf dem Kerbholz (z.B. 6 Mio Juden ermordet, Schuld am Tod von 55 Mio Leuten durch den von Hitler angezettelten Krieg), dass das Gedenken daran immer lebendig bleiben wird. Da außerdem die Adenauer'sche Republik und seine Partei viele, die an diesen Toden mehr oder weniger beteiligt waren, in Rang und Würden beließen (man schaue nur in Ernst Klees Buch "Personenlexikon zum Dritten Reich), verwirklicht sich die alte Hebräerweisheit vom Fluch bis ins dritte und vierte Glied immer noch, ja beim Ausmaß dieser Verbrechen wird und darf das nie enden, und jeder ist verpflichtet, alles zu tun, dass diese Greuel nicht mehr passieren.

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

04. August 2012 - 14:50 Uhr

"... jeder ist verpflichtet, alles zu tun, dass diese Greuel nicht mehr passieren"

Und wie tun wir das, Herr Morstadt? Indem wir die alten Methoden von der gesellschaftlichen Ausgrenzung radikal Andersdenkender bis hin zur Sippenhaft wieder einführen?

Ihr "Ernst Klees Buch "Personenlexikon zum Dritten Reich"" ist übrigens laut Welt ein geistiges Armutszeugnis, ein Werk eines geistigen Bockwarts, der auch da noch falsche Gesinnung wittert, wo sie meilenweit nicht zu finden ist:
http://www.welt.de/welt_print/article742315/Ein-geistiges-Armutszeugnis.html

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1689

04. August 2012 - 14:58 Uhr

Selbst die Trainer und Mitruderinnen haben erklärt, daß sie weder im Training noch sonst wie mit radikalen Ansichten oder Aussage aufgefallen wäre.
Zumindest im Sport hat sie also nichts Verwerfliches getan.

Mich schockt, wie in den Medien mit dieser jungen Frau umgegangen wird.
Wurde die Hetzjagd auf den angeblichen (und nachher als unschuldig erwiesenen) Kinderschänder vor ein paar Wochen schon vergessen?

Ja. Sippenhaft und Gesinnungsverfolgungen wie in Steinzeit und im Mittelalter sind hier die richtigen Bezeichnungen.
Daß dieses auch bei Nazis angewandt wurde, ist gerade in diesem Fall bezeichnend aber nicht dafür geeignet die Worte nicht verwenden zu dürfen.

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Peter Pellin  

Peter Pellin

Registriert seit: 15.04.2011

Kommentare: 229

04. August 2012 - 15:10 Uhr

Schlimmer finde ich was in der Politik als Volksvertreter in Europa geduldet wird.
Bsp. Daniel Cohn-Bendit

http://www.schweizerzeit.ch/0501/kinder.htm

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

04. August 2012 - 15:18 Uhr

Herr Pellin,

Sie haben da was nicht verstanden. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich als Rechtskonservativer oder gar als katholischer Priester mir von Kindern am Hosenladen rummachen lasse oder als Linker. In ersten Fall ist es Kindesmissbrauch, im zweiten Fall ist es Einstudieren repressionsfreier Sexualität und pädagogisch wertvoll ;-)

Und so wird auch bei den Olympiateilnehmern nicht nach linksradikalen oder islamistischen Hintergründen geforscht, sondern eben nach rechtsradikalen.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1689

04. August 2012 - 15:20 Uhr

Herr Pellin, schauen Sie doch mal, was von den öffentlich-rechtlichen von Olympia übertragen wird:
Wenn immer es geht sind es die kleinen Mädchen in ihren engen und knappen Anzügen beim Turnen, egal von welcher Nation und egal was sonst noch läuft – auch wenn in den anderen Sportarten deutsche Sportler am Start sind.
Auch die Kameraführung ist bezeichnend.
Es sind wohl die Einschaltquoten, die zählen.

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

04. August 2012 - 15:27 Uhr

"...egal von welcher Nation und egal was sonst noch läuft – auch wenn in den anderen Sportarten deutsche Sportler am Start sind."

Na, na, na, Herr Rosenthal-Schöpflin, gehören Sie auch zu denen? Die Deutsches sehen wollen? Auch wenn genug andere Nationen am Start sind? Sind Sie vielleicht auch mit der Drygalla befreundet ;-)

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Andreas Quirin

Registriert seit: 20.12.2010

Kommentare: 36

04. August 2012 - 15:30 Uhr

"... jeder ist verpflichtet, alles zu tun, dass diese Greuel nicht mehr passieren"

Herr Morstadt, da stimme ich Ihnen einhundertprozentig zu.

Unter "alles" verstehe ich aber nicht, dass eine Sportlerin allein durch die Tatsache, das sie mit einem Neonazi verbandelt ist, kollektive Schuldanwürfe über sich ergehen lassen muss.

VG Andreas Quirin

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1689

04. August 2012 - 15:33 Uhr

Herr Mattmüller, jedenfalls hätte ich lieber die deutschen Tischtennis-Spieler gesehen, als diese kleinen (angeblich mindestens 15-Jahre alten) Kinder in den engen Höschen aus China, Canada, Amerika und sonst woher.

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Tina Majdecki  

Tina Majdecki

Registriert seit: 10.11.2011

Kommentare: 31

04. August 2012 - 16:04 Uhr

"Der Kommentar des Rudererverbandes ist ebenfalls gefählich blauäugig, wenn der nicht auch schon unterwandert ist."

Frau Lange, ich bitte Sie! Das kann wohl nicht ihr Ernst sein, oder?!

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Ilse Schmidt

Registriert seit: 31.07.2010

Kommentare: 305

04. August 2012 - 17:28 Uhr

Entscheidende Fragen sind hier m. E.: Was hat die Frau selbst (wenn überhaupt) auf dem (echten) Kerbholz? Und: Sie wurde von der linken Szene "geoutet", richtig? Damit lässt sich also die Olympiamannschaft von bekennenden Demokratiefeinden wie ein Tanzbär an der Nase durch den Ring ziehen?!? Ich dachte, die Inquisition hätten wir hinter uns? Bitte nicht falsch verstehen: als bekennender Neonazi hätte die Sportlerin nichts bei Olympia zu suchen. Ich möchte doch aber auch nicht sehen müssen, dass die Antifa mit ihrer Selbstherrlichkeit so einen Triumph in die Arme gespielt bekommt.

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

04. August 2012 - 20:11 Uhr

"Sie wurde von der linken Szene "geoutet", richtig? Damit lässt sich also die Olympiamannschaft von bekennenden Demokratiefeinden wie ein Tanzbär an der Nase durch den Ring ziehen?!? Ich dachte, die Inquisition hätten wir hinter uns? "

Frau Schmidt, ich denke ähnlich, finde meinen entsprechenden Beitrag aber hier nicht mehr, wie auch zwei von anderen Kommentatoren. Dabei kann ich beeiden, keine Freundin (und keinen Freund) bei der NPD zu haben.

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Roman Weingardt  

Roman Weingardt

Registriert seit: 02.12.2010

Kommentare: 3198

04. August 2012 - 21:34 Uhr

@ Hallo Herr Mattmüller

Warum ihre beiden Kommentar gelöscht wurden, ist auch mir ein Rätsel!

Ich habe Ihnen gestern Nacht noch geantwortet, dieser Kommentar war heute morgen auch schon verschwunden.

Zum Thema:

Frau Drygalla muss schon starke Sympathien für die Ansichten Ihres Lebensgefährten haben. Immerhin ist dieser Herr, alles andere als ein unbeschriebenes Blatt! Ansonsten wäre diese Beziehung längst gescheitert!

Manche Damen machen mit Ihrem Lebensgefährten schon Schluss, weil dieser immer seine Socken überall in der Wohnung liegen lässt!

Sie schreiben:

" Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich als Rechtskonservativer oder gar als katholischer Priester mir von Kindern am Hosenladen rummachen lasse oder als Linker. In ersten Fall ist es Kindesmissbrauch, im zweiten Fall ist es Einstudieren repressionsfreier Sexualität und pädagogisch wertvoll ;-)"

Na, das ist jetzt aber ziemlich überspitzt! Ich muss allerdings zugeben, dass Sie mir einen Lacher abgerungen haben! ;-))

Natürlich nur über Ihren Vergleich, nicht über das Thema Kindesmissbrauch!
(Nur zur Klarstellung!)

Sie scheinen im ganzen Thread einen gewissen Humor zu beweisen, was Sie als Rechtskonservativen, für einen "Linken" wie mich, schon fast wieder sympathisch erscheinen lässt.

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Volker Morstadt

Registriert seit: 10.08.2009

Kommentare: 411

04. August 2012 - 21:47 Uhr

@ Hr. Mattmüller: "Ihr "Ernst Klees Buch "Personenlexikon zum Dritten Reich"" ist übrigens laut Welt ein geistiges Armutszeugnis, ein Werk eines geistigen Blockwarts, der auch da noch falsche Gesinnung wittert, wo sie meilenweit nicht zu finden ist:
http://www.welt.de/welt_print/article742315/Ein-geistiges-Armutszeugnis.html"

Dass die "Welt" als Flaggschiff der rechtsauslegerig-konservativen Springerpresse Klees Buch niedermacht, ehrt Herrn Klee sogar und bestätigt ihn völlig, zumal er immer die Quellen angibt, auf die er sich stützt. Haben Sie denn schon mal in Klees Buch hineingeschaut und sich selbst ein Urteil gebildet, oder halten Sie einfach für richtig, was die Welt so schreibt? Offensichtlich leider ja.

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Gelöschter Nutzer #785503

Registriert seit: 21.07.2012

Kommentare: 21

04. August 2012 - 22:24 Uhr

@Hr. Mattmüller
Das ist nicht Ihr ernst.

Sie nennen diese unbedeutende Sportlerin, die für Deutschland mit Bundesadler auf der Brust an der Start gegangenen ist, in einem Satz mit Eva Hermann, Sarrazin und belegen das mit eine „Welt“ Artikel?

Als Beleg rechtspopulistischen Aussagen wird ausgerechnet das Hetzblatt aus dem Springer-Verlag genommen? Ziemlich durchsichtig.

In dem Blatt, in dem just Henryk M. Broder wieder einen Artikel auf unterstem Stürmer-Niveau abgesondert hat, um Migranten und Hartz-IV-Empfänger die Schuld an der Eurokrise zu geben und das mit ekelhaften rechtsradikalen Sprüchen.

Genau der Broder, dem der Terroristen Anders Behring Breivik in seinem „Manifest“ ein ganzes Kapitel gewidmet hat.
Das soll uns jetzt überzeugen, dass eine Sportlerin mit rechtsradikalen Hintergrund selbstverständlich für Deutschland starten kann? Die NPD mit Bundesadler, mmh?

Und wie schreiben Sie: Was die mit Ihrem Freund am Küchentisch labert geht uns nichts an? Stimmt. Wenn man nicht zufällig genau für die Staatsform in London antritt, die man abgrundtief ablehnt.

Haben Sie noch andere Argumente ausser der „Welt“? Vielleicht aus dem PI-Blog? Den werden Sie doch kennen, oder?

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

04. August 2012 - 23:41 Uhr

Herr Weingardt,

seit ich weiß, dass Sie als Junge sechs Hasenaugen in fremde Briefkästen warfen, gelingt es auch mir nicht mehr, die zwischen unseren gegensätzlichen Lagern eigentlich herrschende und vorgeschriebene Feindschaft zu empfinden. Denn Sie sind immer noch auf dem gleichen Tripp und wer wollte einem Lausbuben etwas übel nehmen?

Die Löschung Ihres Beitrags von gestern Nacht, den ich auch sah, kann ich mir nur mit Übernächtigung des Zensors erklären. Denn anders als meiner lag er auf der Linie der BZ.

Sie schreiben zum Thema:

"Frau Drygalla muss schon starke Sympathien für die Ansichten Ihres Lebensgefährten haben. Immerhin ist dieser Herr, alles andere als ein unbeschriebenes Blatt! Ansonsten wäre diese Beziehung längst gescheitert!"
Ich habe um 04. August 2012 - 09:45 Uhr versucht, eine andere Möglichkeit anzudeuten. Haben Sie sie gelesen und verstanden?

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

04. August 2012 - 23:53 Uhr

Herr Morstadt,

Sie fragen: "Haben Sie denn schon mal in Klees Buch hineingeschaut und sich selbst ein Urteil gebildet ..."

Ja. Klee reduziert das Werk von Dichtern, die Jahrzehnte kreativ waren, auf einige aus dem Zusammenhang gerissene Zitate dieser Autoren in der NS-Zeit. Die Kritik der Welt trifft voll ins Schwarze.

Übrigens ist die Welt keineswegs durchgängig konservativ; sie steht im "Kampf gegen Rechts" oft ebenso ihren Mann wie andere. Es sollte Ihnen zu denken geben, dass Redakteur Thomas Schmid ehemaliger Linksradikaler ist: "Schmid war Teil der Frankfurter Studentenbewegung und neben Daniel Cohn-Bendit, Joschka Fischer und Matthias Beltz Gründer der Gruppe Revolutionärer Kampf ..." (Wikipedia)

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Tilman Winkler

Registriert seit: 21.09.2010

Kommentare: 46

04. August 2012 - 23:57 Uhr

@Mattmüller:
"Eva Hermann wurde auf dem Stern-Cover zwar mit Hitler zusammen abgebildet und von Kerner aus der Talkshow geworfen, hat aber die Äußerung im denunzierten Sinn gar nicht getan - der Springerverlag, der sie falsch zitierte, musste eine Entschädigung von 25.000 € zahlen."

Sie sind leider nicht vollständig informiert: Die Entscheidung ist durch den Bundesgerichtshof aufgehoben worden, Frau Hermann hat den Prozess verloren und bekommt keinen Cent von der Springer-Presse; VI ZR 262/09. Berichtet wurde darüber beispielsweise hier: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bgh-urteil-abendblatt-interpretierte-eva-herman-richtig-a-769675.html

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

05. August 2012 - 00:12 Uhr

Herr Winkler,

danke für die Info. Ich war da nicht auf dem neuesten Stand. Dennoch erinnert der Rauswurf der Herman beim NDR an die Berufsverbote zur Zeit der 68er-Bewegung.
Interessant, dass der NDR auch im Fall Drygalla mitgemischt hat: Der Radiosender NDR 1 war es, der die Denunziation der Antifa-Internetseite Kombinat Fortschritt aufgriff und verbreitete.
http://www.stern.de/panorama/gruende-fuer-drygalla-abreise-aus-olympia-dorf-weiter-unklar-1871229.html

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Rolf Schulze  

Rolf Schulze

Registriert seit: 26.02.2012

Kommentare: 151

05. August 2012 - 00:21 Uhr

Man sollte die Kirche mal im Dorf lassen. Was ist hier bei diesem Thema denn so schlimm...???? Eine Olympia-Sportlerin ist mit einem Mann liiert, der in einer legalen politischen Partei Deutschlands aktiv ist, und wenn es die NPD ist oder die Autofahrerpartei, völlig egal, da legitim und nicht verboten... Warum hier so eine Hexenjagd zu Lasten der Sportlerin veranstaltet wird, die sich nichts zuschulden kommen lassen hat, als mit einem Mann zusammenzuleben, und diesen zu lieben, ist mir unbegreiflich. Kann denn Liebe Sünde sein...??? Muss man die Liebe, muss man den Sport politisieren, obwohl die betreffende Sportlerin selbst gar nicht als Nazi aufgetreten ist?

Mir kommt es so vor, als ob die olympischen Spiele dieses Jahr nur durch Skandale verkauft werden sollen. Erst der Faustschlag der Italienerin gegen die deutsche Fechterin, dann die Schwimmerin die glücklich ist wenn die Konkurrentinnen ihr davonschwimmen, dann die saudische Judoka die weniger ihre sportliche Talente dafür umso mehr das Kopftuch des Islams zur Schau stellt bzw. stellen wollte, dann der Nazi-Skandal der eigentlich gar keiner ist, usw... Ich jedenfalls habe von der Olympiade nur Skandale aufgeschnappt, die sportlichen Leistungen rücken diesmal für mein Empfinden eher in den Hintergrund.

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Tilman Winkler

Registriert seit: 21.09.2010

Kommentare: 46

05. August 2012 - 00:50 Uhr

@Mattmüller:
Na ja, immerhin ist der Bundesgerichtshof zu dem Ergebnis gekommen, man habe den verschwurbelten Satz der Frau Hermann nur so verstehen können, wie das Hamburger Abendblatt ihn verstand: als Lobpreisung der NS-Familienpolitik. Eine Sprecherin, die derartiges verbreitet, ist m.E. der ARD tatsächlich nicht zuzumuten.

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Egon Mayer

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 1485

05. August 2012 - 02:19 Uhr

@Rolf Schulze
So ist das wohl in der deutschen Medienlandschaft. Wenn die Medaillen ausbleiben, sucht man sich eben ein Opferlahm für die Schlagzeilen...

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

05. August 2012 - 09:07 Uhr

Herr Winkler,

wir leben in einem Deutschland, in dem es zur "einvernehmlichen" Abreise von der Olympiade kommt, wenn die Antifa meldet, dass man einen Freund bei der legalen Partei NPD habe. In diesem Deutschland sind Gysi, Wagenknecht und andere Vertreter der Nachfolgepartei der kommunistischen SED häufige und gern gesehene Gäste in den Talkshows.
Da wird eine Eva Herrmann, die sich, um weniger deutsch und moderner zu erscheinen, Eva Herman nennt, als Nazi verfolgt, wenn sie sich in vielen Jahren EINE missverständliche Äußerung zum NS-Staat erlaubt.
Die Freiheit, für die die 68er angeblich antraten und kämpften, wird inzwischen von einiger Etablierten aus dieser Bewegung mit Füßen getreten.

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Frank Reiger

Registriert seit: 03.07.2012

Kommentare: 766

05. August 2012 - 10:16 Uhr

Die Sippenhaft wurde 1945 abgeschafft. Frau Drygalla hält einen Menschen, der sie zweifellos wieder einführen würde, für einen geeigneten Partner. Sie hat also am eigenen Leib erfahren, was ihr Freund mit anderen vorhat - wobei das wahrscheinlich noch die harmloseste Variante dessen ist, was Andersdenkenden blühen würde. Vielleicht denkt sie jetzt nochmal nach.
Rechtstheoretische Überlegungen und Spekulationen über ihre eigene Geisteshaltung sind ganz nett, führen aber nicht weiter. Hier hat die Zivilgesellschaft in Form des DOSB zugeschlagen. Sehr gut!

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Rainer Brombach

Registriert seit: 11.11.2011

Kommentare: 856

05. August 2012 - 10:34 Uhr

Diese Diskussion dreht sich nicht um unser Grundgesetz, und darum wie wir es vor Extremismus schützen können.

Die Diskussion ist Teil eines Feldzugs der extremen Linken gegen die extreme Rechte. Die Linken zielen schon länger darauf ab, die Rechten durch gezielte Angriffe auf deren Privatsphäre in ihrem privaten Umfeld zu isolieren. Das familiäre Umfeld wird durch gezielte Veröffentlichungen von Adressen etc. bloßgestellt. Juristen, die dazu beitragen, rechten Angeklagten als Pflichtverteidiger ein faires Verfahren zu gewähren, werden diskretitiert. Jetzt hat man eine Sportlerin geoutet, die eine Liebesbeziehung zu einem Rechten unterhält.

Die Zielrichtung ist klar. Jeder der private oder berufliche Kontakte zu Mitgliedern der rechten Szene unterhält, soll eingeschüchtert werden.

Dieses Vorgehen hat mit unserer Demokratie und mit den Werten, die Nadja Drygalla als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft repräsentieren sollte, nicht das Geringste zu tun. Im Gegenteil ist es Ausdruck der Terrorherrschaft, die die Linken gerne über das Land stülpen würden.

Mit dem Rückzug von Nadja Drygalla auf Druck der Sportfunktionäre haben diese dem Land einen Bärendienst geleistet. Sie haben nicht unsere freiheitliche Demokratie gestärkt, sondern diese dem Linksextremismus zum Fraß vorgeworfen.

Als Demokraten sollten wir rechte und linke Ansichten bekämpfen, aber nicht die Menschen, die diese Ansichten vertreten. Die haben die gleichen Rechte und Pflichten wie jeder von uns.

@Jens Vanselow

Sie haben doch keine Ahnung was in der Welt steht. Heute spekuliert man bei Welt-Online darüber, ob Frau Drygalla nicht doch eigene rechte Ansichten vertritt. Untermauert wird diese Spekulation durch ein verschwommenes Bildchen der Rostocker Naziorganisation und eines Klicks auf ein Facebook-Profil mit rechten Inhalten, das ihr Freund veröffentlicht hat.

Bei der Welt müsste es sich danach eigentlich um Ihr Leib- und Magenblatt handeln. Mich hingegen dürften Sie auch als rechten Sympathisanten verdächtigen, habe ich doch dieses Nazibildchen auch angeklickt, um neugierig Details suchen zu können.

@Frank Reiger
Warum schwurbeln Sie in Ihrem Beitrag so rum? Sagen Sie doch frei und offen, dass Sie es toll finden, dass Nadja Drygalla für ihre Liebesbeziehung zu ihrem rechten Freund bestraft wurde.

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

05. August 2012 - 12:31 Uhr

Herr Brombach,

danke für Ihre qualifizierten Beiträge. Sie geben zu denken.

"Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass ein Neonazi nur und in allen Lebenslagen Neonazi ist. Selbst solche Leute haben ein Leben neben der Politik. Ich halte es für gut möglich, dass er dort Fähigkeiten entwickelt, die ihn für manche liebenswert machen."

Ich habe einmal ein mehrhundertseitiges Interview mit Erich Honnecker gelesen, dem Vorsitzenden der Mauermörder-Partei. Ich finde ihn seither begreifbar, beinahe sympathisch, wenngleich ich seine Politik radikal ablehne.

"Die Zielrichtung ist klar. Jeder der private oder berufliche Kontakte zu Mitgliedern der rechten Szene unterhält, soll eingeschüchtert werden."

Die Antifa will nicht nur die Rechtsradikalen völlig ausgrenzen, sondern nebenbei auch die demokratischen Rechten, zu denen ich zähle, mundtot machen. Und die, die (wie Sarrazin und Broder) keine Rechten sind, aber zu solchen erklärt werden. Damit endlich Totenstille herrscht und keine Kritik mehr an Islam, Multikulti, Eurorettung, Gender Mainstreaming usw. laut wird.

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gabriele Knott

Registriert seit: 08.02.2012

Kommentare: 90

05. August 2012 - 13:03 Uhr

Herr Mattmüller und Herr Brombach, vielen Dank für Ihre Beiträge.

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Gelöschter Nutzer #785503

Registriert seit: 21.07.2012

Kommentare: 21

05. August 2012 - 14:17 Uhr

Auch von mir ein Dankeschön für die Beiträge der beiden Herren Mattmüller und Brombach.

„Wir können sie nicht zwingen die Wahrheit zu sagen, aber wir können sie zwingen immer dreister zu lügen und damit das wahre Gesicht zu zeigen, welches sich hinter demokratischen Masken versteckt.“

Bis zum nächsten Mal.

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Martin Mattmüller

Registriert seit: 13.02.2010

Kommentare: 2031

05. August 2012 - 14:26 Uhr

Frau Knott,

danke auch Ihnen und allen anderen, die sich hier gegen die neue Unfreiheit einsetzen, die unter der Fahne des "Antifaschismus" daherkommt.

Herr Vanselow,

auch Ihnen danke für das Zitat von Ulrike Meinhof. Es ist als losgelöster Satz für jede politische Richtung brauchbar. In Ihrem Fall könnte es ein Hinweis darauf sein, wo Sie politsch stehen.

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Martin Gruber

Registriert seit: 28.07.2011

Kommentare: 366

05. August 2012 - 14:38 Uhr

Wenn das so weiter geht, werden sich die Vorkommentatoren gleich gegenseitig Verdienstmedaillen verleihen :) ..

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Michael Riedle

Registriert seit: 17.07.2011

Kommentare: 572

05. August 2012 - 15:07 Uhr

@Rosenthal "Wenn immer es geht sind es die kleinen Mädchen in ihren engen und knappen Anzügen beim Turnen, egal von welcher Nation und egal was sonst noch läuft – auch wenn in den anderen Sportarten deutsche Sportler am Start sind.Auch die Kameraführung ist bezeichnend.
Es sind wohl die Einschaltquoten, die zählen"

... es gibt eben nix verschrobeneres als das eigene Kopfkino sag ich dazu nur, manch einer hat wohl die gleichen Gedanken bei zwei schwitzenden Ringern die sich engumschlungen auf dem Mattenboden drehen... Vielleicht sollen Sie mal Ihre Gedankenwelt hinterfragen...omg

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Jochen Kiefer

Registriert seit: 01.06.2012

Kommentare: 64

05. August 2012 - 16:30 Uhr

Unglaublich - die Doppelmoral und das hysterische Getue der deutschen Moral-und Anstandswächter. Wir bleiben halt ein Volk von Spitzeln und Denunzianten - egal mit welcher politischen Gesinnung. Eine großartige sportliche Leistung wird somit völlig in den Hintergrund gedrängt. Weil der Freund in der NPD ist. Und die Diskussionen sind völlig absurd - haben maximal Alibicharakter....

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Volker Morstadt

Registriert seit: 10.08.2009

Kommentare: 411

05. August 2012 - 17:26 Uhr

@ Hr. Mattmüller: "Ja. Klee reduziert das Werk von Dichtern, die Jahrzehnte kreativ waren, auf einige aus dem Zusammenhang gerissene Zitate dieser Autoren in der NS-Zeit. Die Kritik der Welt trifft voll ins Schwarze."

Nennen Sie doch bitte Dichter-Namen, damit ich verifizieren kann, wen Sie meinen.

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Rainer Brombach

Registriert seit: 11.11.2011

Kommentare: 856

05. August 2012 - 17:42 Uhr

http://www.spiegel.de/panorama/ruderin-drygalla-distanziert-sich-von-rechter-szene-a-848352.html

Selbst ihr Freund soll sich zwischenzeitlich von der Neonaziszene losgesagt haben.

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theresia lang

Registriert seit: 03.12.2010

Kommentare: 433

05. August 2012 - 17:44 Uhr

Da wird eine junge Frau verteufelt, weil sie einen Mann aus der rechten Szene liebt und gleichzeitig wird Politikern/Innen der linken Szene, die
vom Verfassungsschutz kontrolliert werden, die Hand gereicht.
Welche Doppelmoral!

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