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03. April 2009 21:03 Uhr

Vor-Ort-Reportage

Nato-Gegner stellen der Polizei brennende Barrikaden in den Weg

Am Freitag hat es beim Camp der Nato-Gegner Ausschreitungen gegeben. Die Polizei hinderte Aktivisten, in Richtung Innenstadt vorzudringen. Danach regierte die Gewalt. Die BZ-Reporter Alexandra Sillgitt, Bernd Landwehr und Dominic Rock waren vor Ort.

  1. Wie einen Tag zuvor gab es auch am Freitag eine Straßenschlacht in Straßburg. Foto: Alexandra Sillgitt

Sie stürzen aus dem Gebüsch mitten in das weite Feld. Sie pressen ihre Taschen an die Brust und ächzen unter ihren Rucksäcken. "Wir haben das Schlimmste umgangen", schreit einer der Flüchtenden über die Schulter. Selbst manch Camp-Bewohner in Straßburg-Neuhof hat vor den Randalierern Reißaus genommen. Nicht alle wollen sich mit Steinen und Flaschen der angerückten französischen Polizei in den Weg stellen. Plötzlich knallt es mehrfach hintereinander. Tränengasgranaten detonieren.

Eine Straße weiter, die Zufahrt zum Camp: Ein lauter Schrei, röhrende Motoren. Plötzlich rauschen die Transporter der Polizei heran, teilweise sitzen Beamte mit Helm und Schlagstock darin, andere rennen neben den Wagen her – weg vom Camp, weg von den Steinen.


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Eine Rauchsäule frisst sich langsam durch die Straße. Der Asphalt ist übersät mit Scherben, mit Steinen. Vermummte Gestalten springen auf und ab, rennen hin und her. Der schwarze Rauch wird immer dichter.

Ein dunkel gekleideter Mann baut sich mitten auf der Straße auf. Sein Gesicht ist vermummt. Nur ein schmaler Streifen um die Augen herum ist zu sehen. Seine Finger schließen sich fest um den Stein in seiner rechten Hand. Er holt aus und wirft – mitten in die Menge. Der Rauch hüllt ihn ein, wabert an ihm vorbei, hinter ihm züngeln orange-rote Flammen. Mitten auf der Straße, direkt vor dem Eingang des Camps wurde eine Barrikade aus Holzbrettern errichtet und in Brand gesteckt. Sie blockiert die Zufahrt in ihrer ganzen Breite.

Am Straßenrand duckt sich ein Fotograf hinter einem silbernem Auto am Straßenrand. Die Scheiben sind zerschlagen, die Türen haben Dellen. Ein rotes Auto in der Nähe des Feuers hat es weniger stark erwischt, doch blecken die Flammen bereits an den Reifen. Schwarz vermummte Gestalten nähren das Feuer mit Zweigen, Türen und allem, was sie in die Finger bekommen. Von der Polizei ist nichts mehr zu sehen.

Ausgelöst hat die Auseinandersetzung der Versuch von 100 als Clowns verkleideten Gipfelgegnern. Sie wollten mit zwei Kleinbussen in das Camp fahren. Die Polizei hinderte sie daran. Anschließend versuchten Nato-Gegner, aus dem Lager am Rande der Stadt ins Straßburger Zentrum zu gelangen – und die Situation eskalierte. Den Angaben zufolge wurden zwei Polizisten verletzt.

 

Autor: Alexandra Sillgitt, Bernd Landwehr, Dominic Rock