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05. Februar 2009
50 000 Lunchpakete für die Polizisten
Die Bereitschaftspolizei in Lahr ist für Unterkunft und Verpflegung der bis zu 16 000 Beamten beim Nato-Gipfel zuständig
LAHR. Der Nato-Gipfel am 3./4. April in Kehl/Straßburg und Baden-Baden bedeutet für Baden-Württemberg den größten Polizeieinsatz aller Zeiten. Abseits aller Sicherheitsfragen ist die Bereitschaftspolizei in Lahr für die Versorgung der Einsatzkräfte zuständig. Dabei dreht sich organisatorisch vieles um Lothar Weber, den obersten Verwaltungsbeamten bei der Bepo. Frage zum Beispiel: Woher nimmt man 50 000 Lunchpakete für die Einsatzbeamten?
Das Problem für das 20 Mann zählende Organisationsteam bei der Bereitschaftspolizei hat zwei Seiten: Die Größenordnung von 15 000 bis 16 000 Sicherheitskräften, andererseits muss alles auch im Detail funktionieren. Der Bepo Lahr hat innerhalb der Polizei die Unterbringung und Verpflegung der Polizisten aus ganz Deutschland zu bewältigen."Im Oberheingraben gibt es keine Kasernen mehr, damit waren die Bundes- und Landesliegenschaften erledigt. Und bei der Bereitschaftspolizei in Lahr und Bruchsal sind die Zimmer durch das vorhandene Personal belegt", erläutert Lothar Weber den Weg auf der Suche nach Unterkünften. Mittlerweile hat die Bepo zwischen Freiburg und Mannheim fast 300 Hotels und noch fünf Jugendherbergen unter Vertrag, die die Einsatzkräfte während des Nato-Gipfels beherbergen. Einschließlich Frühstück und Abendessen. Wobei die Hotels ziemlich flexibel sein müssen, denn manche Polizisten müssen um 4 Uhr raus, andere kommen erst gegen Mitternacht vom Einsatz zurück. Mindestens 40 Betten mussten die Hotels anbieten können und sie sollten nicht mehr als eine Stunde von den Einsatzgebieten Kehl und Baden-Baden entfernt liegen. "Alle Hotels wurden von zwei unserer Leute besichtigt, Zimmer, Betten, Küchen", sagt Weber. Sporthallen wie früher, das geht nicht mehr. Der Einsatzzeitraum für die Polizei liegt zwischen dem 28. März und dem 5. April. Nicht nur, dass viele sicherheitsrelevante Entscheidungen noch nicht bekannt sind (wer schläft wo?), das Problem für die Versorgung liegt darin, dass es darüber hinaus viele Unwägbarkeiten gibt. Wie ist die Lage? Erst wenn man diese Frage während des Gipfels beantworten kann, wird klar sein, worauf die Bepo wie antworten kann. "Wir werden bei der Bepo und in oder nahe Baden-Baden und Kehl Verpflegungsstützpunkte in großen Turnhallen einrichten, die jeweils für bis zu 2500 Menschen ausgerichtet sind. Dort wird es Toiletten geben, dort sind auch die Verpflegungsstationen. Jeder Polizeibeamte muss mit mindestens zwei Litern Getränken am Tag versorgt werden. Wir sind organisatorisch auch darauf vorbereitet, einfache warme Mahlzeiten machen zu können", schildert Weber. Salat, Teigwaren, Gulasch oder Geschnetzeltes bedeutet das.
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Für die berühmte Mahlzeit zwischendurch werden Lunchpakete gepackt. Das werden über die Einsatztage mindestens 50 000 Stück sein. Da müssen Großhändler dann mal schnell 5000 Schnitzel liefern. Angestrebt ist, für jeden Tag ein spezielles Lunchpaket zu kreieren. Die Küche bei der Bepo wird rund um die Uhr geöffnet sein, bis zu 120 Leute werden mit dem Packen der Lunchpakete befasst sein und die Päckchen dann per Kühllastwagen zustellen. Käse, Wurst, Butter, Schokoriegel, Fleischküchle, Obst gehören dazu, panierte Schnitzel. "Wir werden Brot nehmen und keine Brötchen, Brot hält länger frisch und die Mahlzeit wird nicht so matschig", erklärt Weber. Denn wohlschmeckend soll es schon sein: Unausgeschlafene Polizeibeamte, die kein rechtes Frühstück haben und hungrig sind, die sind nicht so einsatzfreudig. Und junge Beamte, die haben häufig Hunger. Zumindest, wenn man zehn Stunden im Einsatz sein muss. Plus Fahrzeit ins Hotel.
Autor: Bruno Kohlmeyer
