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04. April 2009
Landratsamt Gewehr bei Fuß
Nato-Gipfel: Einsatz nur im Katastrophenfall
OFFENBURG (mga). Muss kurzfristig eine Straße gesperrt werden? Wo staut sich der Verkehr? Wo kommen Busse nicht durch? Diese Informationen laufen seit gestern früh rund um die Uhr beim Verwaltungsstab des Landratsamtes in Offenburg zusammen. Der kleine Sitzungssaal ist Leitzentrale. Es seien alle Vorkehrungen getroffen, um den Grundschutz der Bevölkerung sicher zu stellen und "für den Fall großer Ereignisse" eingreifen zu können, sagt die Erste Landesbeamtin Heidi Götz. "Wir arbeiten auf der Informationsebene und unterstützen im Hintergrund. Aktiv werden wir erst im Katastrophenfall", erklärt Franz Seiser, Verkehrsdezernent und Leiter des 20-köpfigen Verwaltungsstabes. Dann würde auch kurzfristig das Bürgertelefon für besorgte Ortenauer besetzt werden.
Es ist schon ein Ausnahmefall, dass im Landratsamt auch nachts gearbeitet wird. "Das kann bei einem bedrohlichen Hochwasser der Fall sein, aber in dieser Intensität hatten wir das noch nicht", so Seiser. Ihm stehen Verbindungsleute zu Feuerwehr, DRK, THW, Polizei und Bundeswehr zur Verfügung. Drähte gibt es auch zum Führungsstab in Kehl und zu den Lagezentren in Karlsruhe und Freiburg. Vom Landratsamt gehören Fachleute aus zahlreichen Gebieten wie Verkehr, Gesundheit und Straßenbau zum Verwaltungsstab. Bei Bedarf können auch Spezialisten vom Vermessungsamt hinzukommen, die Lagekarten erstellen können. Zur Verstärkung der Feuerwehr vor Ort haben die Wehren der Großen Kreisstädte Achern, Oberkirch, Lahr und Offenburg schon am Donnerstag Fahrzeuge und Leute nach Kehl verlegt.
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Nur ein Teil der zusätzlichen Einsatzkräfte in Kehl wartet am Feuerwehrhaus auf mögliche Einsätze. Viele Einheiten werden nach Absprache mit der Polizei im Stadtgebiet verteilt. Auch die Rettungsdienste in Kehl, die bei Unfällen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen helfen müssen, wurden nach Auskunft des Amts für Brand- und Katastrophenschutz verstärkt und in der Stadt verteilt, damit jederzeit jeder Ort erreichbar ist.
Die "besonderen Einsatzkräfte" für den Nato-Gipfel dagegen seien in Rheinau stationiert und werden vom Regierungspräsidium Karlsruhe gelenkt, erklärt Heidi Götz. Sie halten dort auch mobile Behandlungsplätze bereit und kommen nur bei Bedarf nach Kehl. Das wäre dann der Fall, wenn es viele Verletzte gäbe. Dann könnten kurzfristig auch Zelte und Container bereitgestellt werden. Überdies wurde das Personal in der Notaufnahme und in verschiedenen Abteilungen des Ortenau-Klinikums Kehl aufgestockt.
Verkehrsbehinderungen wird es vor allem auf der B 3 geben, prophezeit Seiser. Denn sie dient als Umleitungsstrecke, wenn die Gipfel-Delegationen die Autobahn für ihre Fahrten von einer Gipfelstadt zur anderen nutzen. Für kurzfristige Sperrungen werden dann auch die Mitarbeiter der Straßenmeistereien gebraucht.
Autor: mga
