Überblick

Neue Baustellen sorgen in Freiburg für neue Staus

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mo, 24. Juli 2017 um 19:00 Uhr

Freiburg

Wer denkt, überall in der Stadt seien schon Baustellen, wird in den nächsten Wochen eines Besseren belehrt: Es kommen noch neue dazu und damit neue Staus. Und bei den alten Baustellen wird noch eine Schippe draufgelegt.

Das Großprojekt Rottecktram geht in die Endphase. Es ist ein großes Finale, denn es soll bis Ende 2018 dauern, doch im Sommer werden schon wichtige Etappenziele erreicht. Das erste wird im Friedrichring liegen, zwei Wochen früher als gedacht. "Ab Montag fahren wir schon auf der neuen Fahrbahn", sagte Frank Uekermann vom Garten- und Tiefbauamt bei der Präsentation der größten Sommerbaustellen.

Mit dem Seitenwechsel der Bauarbeiter im Friedrichring kann der Verkehr aus der Habsburgerstraße wieder hinaus, noch nicht aber hineinfahren. Der Platz am Siegesdenkmal werde erstmals erkennbar sein: "Riesengroß, alles Fußgängerzone, eigentlich die größte Umbaufläche des Gesamtprojekts", so der Amtsleiter. Der Gleisbau in der Kaiser-Joseph-Straße geht weiter bis Ende Oktober.

Das Gesamtprojekt ist der Bau der Straßenbahnlinie von der Kronenstraße zum Siegesdenkmal. Es soll 55 Millionen Euro kosten, der Umbau von Wegen und Plätzen 11,4 Millionen. Weil es auf dem Friedrichring für Autos noch enger wird, wenn die Bagger am Fahnenbergplatz graben, soll die Eisenbahnstraße doch kein Jahr lang zum Rotteckring hin gesperrt bleiben, so Uekermann. "Wir werden sie wohl ab Ende September für den abfahrenden Verkehr öffnen." Am Colombipark begann inzwischen der Gleisbau.

Der Platz der Alten Synagoge ist auch umgestaltet und groß, aber umstrittener. Er soll am Mittwoch fertig sein. "Die erste Rieseneröffnung", sagte Uekermann. Noch wird an den Holzpodesten gearbeitet, die letzten Steinplatten sind verlegt. Der Bauabschnitt läuft schneller als gedacht – wie jeder außer der Kronenbrücke, eigentlich sollte sie jetzt schon fertig sein. Aber auch auf der frisch betonierten Brücke geht’s voran. In den nächsten Wochen schaffen die Bauarbeiter an Abdichtung und Geländer, am Dreisamufer an einer Radwegrampe.

Behelfsbrücke wird abgebaut

Ab September sollen sie die mächtigen Stahlträger der Hilfskonstruktion abbauen. Dazu muss die Notbrücke für Radfahrer und Fußgänger aus dem Weg und sie dürfen schon über die Kronenbrücke rüber. Die soll im Frühsommer fertig sein, dann der Anschluss gebaut werden und Ende 2018 die Tram fahren.

Doch es gibt noch weitere Baustellen, erklärte Andreas Schober, Koordinator im Garten- und Tiefbauamt. Zum Beispiel Benzhausen: "Da wird quasi der ganze Ort umgegraben." Weil im Ortsteil von Hochdorf Ende 2017 alle Kanäle samt Straßen erneuert werden, gibt’s im Sommer noch eine neue Gasleitung, zudem werden Breitbandleitungen verlegt. "Unser letzter weiße DSL-Fleck", sagte Uekermann. Bis Ende August sollen alle Tiefbauarbeiten für die Breitbanderschließung im Stadtgebiet abgeschlossen sein.

Kurz, aber knackig wird eine andere Baustelle: Wer auf der B3 von Norden nach Freiburg fährt, wird im Oktober eine Woche lang nicht ins Industriegebiet abfahren können, weil Straßenschäden behoben werden. "Das geht nur unter Vollsperrung", so Schober. Und nicht ohne Stau, wie auch auf der B 31, wo eine alte Baustelle zurückkehrt: Die Leo-Wohleb-Brücke war 2013 saniert worden, keine zwei Jahre später traten Spurrillen auf, inzwischen gilt ganztags Tempo 30. Tiefbauamt und Baufirma haben sich jetzt außergerichtlich geeinigt, sagte Uekermann: "Ein Regressfall." Die Lkw-Spur soll im Oktober binnen einer Woche erneuert werden.