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20. August 2012
Neue Kalendergeschichten, druckfrisch aus der "Eich", für 2013
Yacher Heimatkalender wurde von Jürgen Herr präsentiert / Fundgrube für Geschichts- und Heimatinteressierte / Wer weiß noch Näheres zu den Karl-Müller-Fotos?.
ELZACH. Er wird immer mehr zu einem Objekt, auf den man mit Spannung wartet, und vor allem, Lust macht, die Heimatkunde ein Stückchen weiter zu erforschen und zu erfahren: Es geht um den Yacher Heimatkalender 2013, den anlässlich der "Yacher Festtage" Jürgen Herr, Mitorganisator des Heimat- und Landschaftspflegeverein vorstellen konnte.
Herr freute sicht, dass es in Yach zur Tradition geworden sei, dass während Dorffesten und "Yacher Festtagen" das Heimatmuseum geöffnet ist und ein Be-such schon fast zum Ritus geworden ist.
In diesem Zusammenhang bat Jürgen Herr vor allem die älteren Besucher, sich doch noch einmal mit den Bildern von Sport- und Pressefotograf Karl Müller zu beschäftigen. Vielleicht gibt es hier und da noch einige interessante Hinweise auf Personen, Gegenstände oder Umfeld, die den Verein in seiner Geschichtsarbeit doch immer unterstützen würden.
Und schon war Herr bei der eigentlichen Sache, der Vorstellung des Kalenders für das Jahr 2013. Oben genannter Karl Müller ist es dann auch, der das Titelbild des Kalenders liefert. Es ist zwar eine Aufnahme vor dem Zweiten Weltkrieg, lässt aber jeden "mittelalterlichen" Betrachter sofort ins Träumen kommen. Sitzt da nicht die erste Kinder- oder Jugendliebe? Die Mode aus alten Zeiten und gesungen hat man auch noch lange. Je länger man sich ein Bild ansieht, um so mehr Fragen tauchen auf, aber um so interessanter und spannender wird das Werk "Kalender".
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Er umfasst eine Vielzahl von Themen, die viel von der Ortsgeschichte erzählen. Wer wusste denn noch oder schon, dass der Yacher Michael Ketterer, der in seinem Tal auch als Hirtenbub tätig war, in Hornberg die bekannte Ketterer-Brauerei gegründet hatte? Auch Themen über Regelungen vermeintlicher "alter und heute unpopulärer" Wege- und Wasserrechte inklusive Wiesenwässerungen bis hin zu Nutzung der Viehgassen – mit ihnen hat sich Mitglied Professor Heiko Haumann auseinandergesetzt und hierbei wieder alles fachliche "Dienstgeplänkel" ("Amtsdeutsch") für jedermann verständlich übersetzt und festgehalten. Man stellt anschließend fest, die Probleme früherer Zeiten sind zum Teil heute immer noch zugegegen.
Wo sitzt der Knecht am Tisch und wo steht er in der "Erntereihe" auf dem Feld ? Der ehemalige Yacher Ortsvorsteher Leo Burger kennt sich noch aus und kann selbst ein Liedchen davon singen: War und ist er auf dem "Vogtshof" doch Sohn, Bauer und jetzt Altbauer, alles hat ordentliche Rangordnung. Der ehemalige Ortsvorsteher ist neben Professor Haumann sowie Jürgen Herr, Alfred Burger und dem verstorbenen Hubert Mäntele einer der Autoren, die den Heimatkalender 2013 nicht nur sehenswert, sondern auch für alle Heimatverbundenen und Geschichts-interessierten sehr lesenswert machen.
Aber auch "Auswärtige" können anhand der Kalendergeschichten doch auch etwas mitnehmen, wie beispielsweise nach Jürgen Herrs Aufsatz über eine "ganz edle Angelegenheit", nämlich dem "Zibärtli-, dem Adel unter den Schwarzwälder Bauernschnäpsen". Fortan wird auch dann jeder Laie dieses gesunde "Wässerli" nur noch mit besonderem Genuss zu sich nehmen.
Wer den Heimat- und Landschaftspflegeverein Yach kennt, der weiß: Es gibt keine Veröffentlichung ohne neue Errungenschaft. So hat Professor Heiko Hau-mann bei Recherchen im Staatsarchiv Neues über den langjährigen Pfarrer Oskar Stoffel gefunden Unter Monat März ist diese Geschichte festgehalten, die Badische Zeitung wird hierüber demnächst noch extra berichten. Gründe, um den Kalender beim Heimat- und Landschaftspflegeverein zu erwerben, gibt es also wahrlich genügend.
Autor: Roland Gutjahr





