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10. August 2017 19:57 Uhr

Elsass

Neue Panne im französischen Atomkraftwerk Fessenheim

Das Atomkraftwerk Fessenheim macht vielen Menschen auch auf der deutschen Seite des Rheins Sorgen. Die Anlage soll stillgelegt werden - wahrscheinlich 2019. Jetzt gibt es dort wieder Probleme.

  1. Das Akw Fessenheim (Archivbild) Foto: AFP

Im elsässischen Atomkraftwerk Fessenheim ist es bei Wartungsarbeiten zu einer Panne gekommen: Ein Baustellenkabel hätte vermutlich das Schließen einer Schleuse zum radioaktiven Bereich des Reaktors 1 verhindern können, wie der Betreiber Électricité de France (EdF) berichtete.

Der Reaktor 1 war im Juli für einige Wochen angehalten worden, um einen Teil der Brennstäbe auszutauschen und die Anlage zu warten und zu kontrollieren. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl forderte, das Kraftwerk möglichst schnell stillzulegen.

Ein Störfall der Stufe eins – der niedrigsten Stufe

Der Vorfall soll sich bereits am Freitag vergangener Woche ereignet haben. Er habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage gehabt, so der Betreiber. Die französische Atomaufsicht sei dann am Dienstag über einen Fall der Stufe eins informiert worden. Die Skala reicht bis zur Stufe sieben – die steht für einen schweren Unfall.



Deutsche Politiker und Umweltschützer sehen das älteste französische Atomkraftwerk schon lange als Sicherheitsrisiko. Im April hatte die französische Regierung nach langem Hin und Her die Schließung von Fessenheim offiziell besiegelt. Der zweite Fessenheim-Reaktor steht nach früheren Angaben bereits seit Mitte Juni 2016 still, weil die Atomaufsicht ein Prüfzertifikat entzogen hatte.

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Bei Westwind wäre Deutschland im Fall eines Unfalls stärker betroffen

Kotting-Uhl nannte das Atomkraftwerk einen alten Schrottmeiler in desaströsem Zustand. "Die Sicherheitskultur vor Ort ist denkbar schlecht. In Deutschland wäre das AKW längst vom Netz", sagte sie der "Heilbronner Stimme". Die Grünen wollten, dass Fessenheim nicht erst 2019 vom Netz gehe. Bei Westwind wäre Deutschland von einem Atomunfall in dem elsässischen Ort sogar stärker betroffen als Frankreich selbst. "Die Menschen in Deutschland haben deshalb ein Recht, vor dem Risikomeiler beschützt zu werden."

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Autor: dpa