Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

01. März 2010

Der rote Teppich wäre nicht zu viel gewesen

Großes Interesse an der Uraufführung des Schüler-Films "Der Joghurt-Crash" im Neuenburger Stadtkino / Regisseur Werner Siebert vom Ansturm überrascht.

  1. Joghurt Crash Foto: Jutta Schütz

  2. Joghurt Crash Foto: Jutta Schütz

NEUENBURG AM RHEIN. Es war ein bisschen wie beim Einzug der Stars bei der Oscar-Verleihung. Sollte Regisseur Werner Siebert das Experiment "Filmworkshop" wie versprochen ein zweites Mal auflegen, will er den den roten Teppich mitbringen, wie er bekannte. Das Stadthauskino war bis auf den letzten Platz besetzt.

Sogar auf der Treppe saßen die Leute im Stadthaus, wo der Kurzfilm "Der Joghurt-Crash" – eine Gemeinschaftsproduktion von Neuenburger Gymnasiasten, Realschülern und Hauptschülern – gezeigt wurde. Mehr als 170 Schüler, Eltern, Lehrer, Stadtangestellte und Sponsoren warteten zusammen mit den Darstellern auf das Workshop-Ergebnis. Das Rieseninteresse überrumpelte den Regisseur total. Bürgermeister Joachim Schuster bedankte sich bei Schülern, Lehrern und Helfern und hatte selbstverständlich ein Geschenk für Werner Siebert dabei.

Der hatte ein besonderes Wort für Neuenburgs Talkmaster Peter Steinbeck übrig. Dessen Talkrunde mit Uli Edel, Mike Maas und ihm hätte ihn erst auf die Idee gebracht, erinnerte sich der Regisseur. Während es sich das Publikum gemütlich machte, zeigte Siebert per Bildshow Fotos vom Dreh. Zahlreiche Aufnahmen dokumentierten, wo und wie die Schüler im Oktober 2009 in Neuenburg unterwegs waren, zeigten die Arbeiten von Regie und Ton sowie Kulisse und Ausstattung, aber auch Außenaufnahmen in Sonne, Regen und ungewohnter Oktoberkälte. Lustige Einzelaufnahmen der Filmcrew und der Darsteller sorgten für allgemeine Heiterkeit.

Werbung


Der Film selbst kam blendend an – die Hauptdarsteller erhielten Szenenapplaus. Tommy (Stefan Schlachter) und Gaby (Vivienne Beutler) werden, bedingt durch einen geplatzten Joghurtbecher, im Supermarkt Zeuge, wie ein Taschendieb (Hayrettin Cevnik) einer älteren Dame die Börse klaut. Das unfreiwillig zusammengewürfelte Zweierteam macht sich per Fahrrad an die Verfolgung des ebenfalls mit dem Rad flüchtenden Diebes und stellt ihn in einer skurrilen Szene am Rheinufer. Dort wird der Dieb per Fahrradkette an sein Rad gefesselt und man begibt sich mit der gestohlenen Börse und noch mehr gefundenem Diebesgut zur Polizei. Die Filmmusik von Conrad Bekk tat ein Übriges – ebenso die im Abspann gezeigten "Outtakes" – das sind die besten Ausschnitte der Szenen, die schiefgingen. Die Zuschauer kamen aus dem Gelächter nicht heraus.

Ohne die riesengroße Hilfe aller Beteiligten, darunter KGN-Hausmeister Fünfgeld, Techniker Daniel Winter und Dieter Rueb von der Stadt sowie einige Lehrer, die Ausstatter, das Rewe-Personal, die Essensversorger der Metzgerei Pfunder, die Polizei, das Gasthaus Salmen – "wären die 1000 notwendigen Dinge für den Film nicht möglich gewesen", meinte Siebert. Deshalb wurden im Abspann alle Beteiligten samt Sponsoren erwähnt. Die Darsteller und die Filmcrew hatten ihren großen Auftritt, als sie auf die Bühne gebeten wurden und Urkunden und eine Kopie des Films erhielten. Der dürfte sich schnell bei "Youtube" oder "Facebook" wiederfinden, wetteten einige Schüler. KGN und Stadt hatten in der oberen Etage des Stadthauses einen kleinen Empfang für die Gäste vorbereitet. Dort wurde der glamourös mit blauem Satinhemd und weißer Krawatte gekleidete "Filmschuft" Hayrettin Cevnik schon um erste Autogramme gebeten.

Autor: Jutta Schütz