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24. Februar 2017

Ein närrisches Süppchen gut gewürzt und flott serviert

Traditionell gab es am Schmutzige Dunschtig Narrensuppe im Neuenburger Gasthaus zur Krone / Ein Programm mit Gästen von dies- und jenseits des Rheins.

  1. Bürgermeister Joachim Schuster in der Bütt Foto: Susanne Ehmann

  2. Tellerweise wurde die Suppe zu den närrischen Gästen gebracht. Foto: Susanne Ehmann

  3. Für Jürgen Schäfer ist es die letzte Saison als Oberzunftmeister. Foto: Susanne Ehmann

  4. Ulrich von Kirchbach ließ sich sein Süppchen schmecken. Foto: Susanne Ehmann

NEUENBURG AM RHEIN. Die Narrensuppe am Schmutzige Dunschtig ist Tradition in Neuenburg. Die Luft war stickig, doch die Stimmung ausgesprochen gut im Gasthaus zur Krone, das überquoll von Gästen dies- und jenseits des Rheins.

Stadt- und Kreisräte, die Zunft und die Cliquen, Chalampés Bürgermeisterin Martine Laemlin-Delmotte, Bundestagsabgeordneter Armin Schuster (CDU) und Freiburgs Bürgermeister Ulrich von Kirchbach lauschten dem etwa zweistündigen Programm, den Bürgermeister Joachim Schuster mit den Worten begrüßte: "Die nächste Steigerung aus der Zähringer Schwesterstadt nach Oberbürgermeister Salomon – das sag ich beim Nächsten auch."

Neuenburg sei die einzige Stadt der Region, die Flächenkontingent von Freiburg übernehme, ließ sich Schuster nicht nehmen zu sagen. Aber "vielleicht finden wir ja noch welche, die uns das nachmachen", denn: "Gemeinsam sind wir stärker." Dann wünschte Schuster eine glückselige Fasnacht, bevor er die Bütt Jürgen Schäfer überließ. Für den Oberzunftmeister der Narrenzunft D’Rhiischnooge ist es die letzte Fasnachtssaison als Oberzunftmeister. Nach 18 Jahren als Seneschall, Zunftmeister und Oberzunftmeister möchte er sich – "froh aber auch traurig" – verabschieden und "den Jungen Platz machen", sagte Schäfer. In die Bütt folgte ihm sodann Bernhard Winterhalter, es war sein Bühnendebüt in Neuenburg. Er berichtete von seinen "Erlebnissen als pensionierter Bürgermeister" von Kandern: Von seitenweise Krankheit und Therapie in der "Apotheker Umschau" – "wer denkt, er sei gesund, der ist noch nicht richtig untersucht worden"; und von einer Blutuntersuchung beim Arzt, bei der sich herausstellte, dass sein Blut fast nur aus Markgräfler Spätburgunder besteht. Er schloss mit einer Anekdote von "Burgi Schuster", dessen Navigationsgerät nicht spurte und der, nach dem er es mit "Fahr zur Hölle!" angebrüllt hatte, in der Bismarckstraße 3 in Müllheim landete. Ein bekannter Gast bei der Neuenburger Narrensuppe trat dann auf die Bühne: Bernadette Burgert erzählte als "BB von Neibag" von "Hummelhüften statt Wespentaille", ihrer Ehe, in der Demokratie herrsche ("da wird gemacht, was ich sag’") und vom Viagra für Ehepaare, das für vier Stunden blind mache. Dann wurde es doch noch richtig politisch. Die Clownerie der Breisgauer Narrenzunft aus Freiburg sang und sprach sich einmal quer durch die politische Landschaft in Land, Bund und der Welt. Von Horst Seehofer, dem "Satansbraten" aus Bayern ("Angie, lass ihn nur machen, ihn beerbt ja bald der Söder, und dann wird alles nur noch blöder"), üb er Ministerpräsident Kretschmann ("holt sich Strobl an die Flanken, nimmt Wolf in die Pranken und geht durch dünn und dick mit Angie"), bis Donald Trump ("war halt wieder mal nichts Besseres da") – und das Publikum war begeistert.

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Eine Prise Frankreich auf die Bühne brachten zum Schluss das Elsässische Mundartkabarettduo Pierre Zeidler und Christine Wolff ("90 Prozent der Elsässer haben noch nie einen Lothringer gesehen") und Christina Öttlin von den Klosterkopfhexen, die die französischen Nachbarn auf die Schippe nahm, die Neuenburgs Geschäfte überfluten.

Dann war das närrische Programm vorbei, und die Gäste durften sich das Süppchen schmecken lassen.

Autor: Susanne Ehmann