Für das Wohl von Kindern und Gemeinschaft

Jutta Geiger

Von Jutta Geiger

Mi, 13. Juni 2018

Neuenburg

Kiwanis Club Neuenburg Markgräflerland feierte sein 30-Jahr-Jubiläum / Spontane Versteigerung von Wein für guten Zweck.

AUGGEN/MARKGRÄFLERLAND. Auf stolze 30 Jahre kann der Kiwanis Club Neuenburg Markgräflerland zurückblicken und hatte aus diesem Anlass zu einer Feier am Samstagabend ins Restaurant Bären in Auggen eingeladen. "Serving the Children of the World" ist die Parole des Kiwanis Clubs, der sich als weltweite Organisation von Freiwilligen aktiv für das Wohl von Kindern und der Gemeinschaft einsetzt. Der Neuenburger Kiwanis Club hat 31 Mitglieder und konnte während der letzten 30 Jahre eine Summe von rund 120 000 Euro Kindern und Jugendlichen zugutekommen lassen.

Von dem Geld konnten beispielsweise Schulranzen gekauft, das Präventionsprojekt "My Space" gesponsert, und Einrichtungen wie das Blicklabor, die EKI, ein Kinderhospiz und die Lebenshilfe unterstützt werden. Aber auch Kulturelles ist den Kiwanis Club Mitgliedern wichtig, so stehen regelmäßig Wanderungen, Clubreisen und Konzerte auf dem Jahresprogramm.

Präsident Wolf-Henrik von Loeben begrüßte die Gäste und Vertreter der befreundeten Clubs bei einem Sektempfang im Freien, wo die Musikschule Neuenburg mit einigen Stücken auf die Festivität einstimmte. Zwischen den einzelnen Gängen und Vorträgen sorgten die Turmbläser der Musikschule Markgräflerland mit abwechslungsreichen Titeln für musikalische Unterhaltung.

Alterspräsident Werner Teufel brachte den Gästen die Historie des Kiwanis Clubs Neuenburg Markgräflerland nahe: Die Idee zur Clubgründung kam von Bruno Kappeler und dessen Frau Inga und die ersten Aktivitäten zur Clubgründung begannen bereits im Jahr 1985. Er sei damals per Brief zur Mitwirkung bei der Gründung aufgefordert worden, erinnerte sich Teufel, und man habe gar nicht so genau gewusst, was ein Kiwanis Club sei. Jedoch seien alle Kandidaten, die bei einem ersten Treffen zusammenkamen und von der Idee hörten, beeindruckt gewesen, so Teufel.

Das Ziel war es dann, schnell neue Mitglieder zu finden, um den Club zu gründen, was am 28. Mai 1985 erfolgte, jedoch musste man anschließend noch die offizielle Anerkennung abwarten, die 1988 im Neuenburger Stadthaus stattfand. Bruno Kappeler wurde der erste Präsident des Kiwanis Clubs Neuenburg Markgräflerland und der erste Scheck wurde zur Unterstützung für krebskranke Kinder ausgestellt. Im Anschluss an diesen historischen Rückblick wurde Gerd Polzin mit einer Urkunde und Ehrennadel für 30-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Höhepunkt der Jubiläumsfeier war der einstündige Vortrag von Klaus Baumann, der seit 2004 an der Universität Freiburg als Professor über Caritaswissenschaft und christliche Gesellschaftslehre lehrt. Der 55-jährige Theologe ging in seinem Vortrag "Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen" der Frage nach, ob das Helfen aus Nächstenliebe spezifisch christlich sei, zeigte die alttestamentlichen Wurzeln des Gebots für Nächstenliebe auf und stellte das Wirken des barmherzigen Samariters dem selbstausbeutenden Helfersyndrom gegenüber. Baumann erörterte die biblischen Grundlagen zur Geschichte der Caritas, angefangen bei der frühen Kirche, nach der Konstantinischen Wende, über das Mittelalter bis hin zur Reformation und zu guter Letzt im 19. und 20. Jahrhundert. Natürlich durfte auch der Blick auf die Aktualität von Helfen aus Nächstenliebe nicht fehlen, mit der sich der Kreis zur Kiwanis-Idee schloss.

Grußworte und Glückwünsche überbrachten Carsten Schwenker als Vertreter des Kiwanis Club Badenweiler-Müllheim, Andrea Wiesler vom Frauenclub Minerva, Präsident Julio Srulijes vom Kiwanis-Club Lörrach sowie Angela Trefzer vom Kiwanis Club Wiesental. Auggens Bürgermeister Fritz Deutschmann, selbst Mitglied im Kiwanis Club Neuenburg Markgräflerland, überbrachte neben den Glückwünschen der Gemeinde auch drei Flaschen edler Tropfen sowie einen Karton mit sechs Weingläsern des 40-jährigen Partnerschaftsjubiläums der Gemeinde Auggen mit ihrer Partnerstadt Châteauneuf-du-Pape, die er vorschlug zu versteigern, um mit dem Erlös neue Wohltaten bewirken zu können. Der Vorschlag wurde sogleich in die Tat umgesetzt und mit viel Heiterkeit genossen es die Clubmitglieder, sich gegenseitig in allerletzter Sekunde zu überbieten, in der Hoffnung, eine der begehrten Flaschen zum Schluss ihr eigen nennen zu dürfen.

Gestartet wurde bei jeder Flasche mit 10 Euro, wer bot, musste mindestens weitere 10 Euro abgeben, wobei die einzelnen Scheine aufsummiert wurden. Gewonnen hatte, wer zuletzt seinen Geldschein in die Höhe streckte, bevor der Versteigerer "zum Dritten" gerufen hatte. Die Flasche "Auggener Schäf, Muskateller trocken" aus dem Jahr 1988 ging für 250 Euro weg, der Wein "Basquet de Papes, 2015" aus Châteauneuf-du-Pape erbrachte 440 Euro und der "Reinecker Sekt rosé" spülte noch 60 Euro in die Spendenkasse des Clubs. Der Karton mit den sechs Weingläsern erzielte 80 Euro.