Grund war nicht der Klempner

Alexander Anlicker

Von Alexander Anlicker

Mi, 25. April 2018

Neuenburg

Viel zu lachen gab’s beim Stück "Einmal Tante – immer Tante" der Markgräfler Lachbühne.

NEUENBURG AM RHEIN. Mit viel Witz begeisterte die Markgräfler Lachbühne am Wochenende das Publikum im "Schwarzen Ärmel" in Neuenburg. Schon bei der Premiere des neuen Stücks "Einmal Tante – immer Tante" am Freitagabend wurde im fast voll besetzten katholischen Gemeindehaus herzhaft gelacht, und das gut zwei Stunden lang. Die Mannschaft um Regisseur Peter Steinbeck, der den Akteuren die Komödie in drei Akten aus der Feder von Lukas Geiger auf den Leib geschrieben und das Stück ins Alemannische übertragen hat, überzeugte mit einer soliden Teamleistung. Schon aufgrund der Länge von drei mal 40 Minuten – und der dazugehörigen Menge an Text war das Stück für die Laienschauspieler eine große Herausforderung.

Pensionär Eugen Zipfel (Alfons Klingele) verfasst für seinen Freund Georg Schlotterer (Bernd Merle) eine Heiratsanzeige: "Oldtimer, Baujahr 1949, ohne Erstzulassung mit Schiebedach, alle Teile original, Auspuff angerostet, Krümmer intakt, an Liebhaberin für gelegentliche Spritzfahrten abzugeben." Da in der Zeitungsanzeige Eugens Telefonnummer angegeben ist, fürchtet seine herrische und raffgierige Schwiegertochter Trudel – mit bitterbösem Humor hervorragend von Beate Berger gespielt – um das Erbe. Eine möglichst zickige Kandidatin soll dem Schwiegerpapa die Heiratswünsche austreiben. Sie bringt den Klempner Karl Blemberle (Roland Kappeler) dazu, sich in Frauenkleidern als seine Tante auszugeben, der ein Auge auf die Tochter Nicole (Jasna Sänger) geworfen hat.

Unter Trudel Zipfels Geiz – und mangelnden Kochkünsten – hat nicht nur der Schwiegerpapa zu leiden, sondern auch ihr Ehemann Bernd. Der leidende Mann wird von Stefan Scheidt treffend gespielt.

Letztlich wendet sich alles zum Guten, was aber nicht dem Klempner zu verdanken ist. Eugens Freund Georg kommt mit der Anwaltswitwe Pandora Frohripp-Zickenfels (Damaris Zindler) zusammen. Auch Eugen findet schließlich gefallen an der willigen Nachbarin Gertrud Hummel (Manuela Obermeier) – obwohl er deren Avancen die ganze Zeit ablehnt und diesen mit bitterbösen Sprüchen begegnet.

Vor allem die "giftigen" Dialoge zwischen Eugen und seiner Schwiegertochter oder der Nachbarin, sorgten für Lachsalven. Etwa als sich Eugen bei der Schwiegertochter über das Frühstück mit verbranntem Toast ("Bremsklötze") und den dünnen Kaffee beklagte: "Du hesch zwei Kaffeeböhnle amme Schnürle ins Wasser glo." Mitunter mussten die Akteure im Hintergrund selbst die Lippen fest aufeinanderpressen, um nicht lauthals loszuprusten.

Ein gelungenes Theaterdebüt feierten die beiden Neuzugänge Jasna Sänger und Roland Kappeler, die beide Bühnenerfahrung aus der Neuenburger Fasnacht mitbringen. Zum Erfolg trugen auch das Styling durch den Friseursalon Elvira sowie Mechthild Merle als Souffleuse und Philipp Müller in der Technik bei.

Das Ensemble verzichte auf eine Gage und der Erlös komme sozialen Zwecken zugute, betonten Regisseur Steinbeck und der Vorsitzende des Vereins Markgräfler Lachbühne, Bernd Merle. Im vergangenen Jahr unterstützte die Markgräfler Lachbühne unter anderem das Haus Engels in Hertingen sowie das Mutterhaus in Freiburg.

Weitere Aufführungen: Wer’s verpasst hat, hat noch zweimal Gelegenheit, das Stück "Einmal Tante – immer Tante" zu sehen: Am kommenden Freitag, 27. April, ist die Markgräfler Lachbühne bei den Blansinger Landfrauen zu Gast und tritt um 20 Uhr in der Wolferhalle Blansingen auf. Und am Samstag, 28. April, 20 Uhr, wird das Stück in Steinenstadt in der Baselstabhalle gezeigt. Die Karten kosten zehn Euro.

Im Rahmen der vom städtischen Fachbereich Kultur organisierten Neuenburger Krimitage zeigt die Markgräfler Lachbühne am Freitag und Samstag, 16. und 17. November, jeweils ab 20 Uhr den Dreiakter "Doppelmord im Altersheim". Das Lustspiel stammt aus der Feder von Jürgen Hörner.