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25. März 2011

Hilfe für taube Kinder in Armenien

Die in Badenweiler ansässige Professor-Ernst-Lehnhardt-Stiftung veranstaltet am 1. April einen Benefizabend in Neuenburg.

  1. M. Lehnhardt Foto: Privat

NEUENBURG AM RHEIN (ad). Um Hilfe für taube Kinder geht es der in Badenweiler ansässigen Professor-Ernst-Lehnhardt-Stiftung. Mit einer Benefizveranstaltung am 1. April will Stiftungsvorsitzende Monika Lehnhardt erreichen, dass Kinder in Armenien hören lernen – und zwar durch so genannten Cochlear Implantate. Wunschziel ist, langfristig jedes Jahr drei Implantate für armenische Kinder zu spenden. Damit sich möglichst viele Unterstützer dieses Vorhabens am Wohltätigkeitsabend im Neuenburger Glashaus einfinden, gibt es dort Chansons und ein Vier-Gänge-Menü.

Schon einmal hat die private Stiftung im Raum Müllheim eine Benefizveranstaltung organisiert, damals im Grandhotel Römerbad in Badenweiler, wo die 1994 vom Regierungspräsidium als rechtsfähig bestätigte Stiftung auch ihr Büro hat. 2007 waren bei dieser Benefiz-Gala zugunsten tauber Kinder in Russland 26 500 Euro zusammengekommen. Dieses Geld ist nach Angaben von Monika Lehnhardt nicht direkt in die Anschaffung von Implantaten geflossen – eines kostet rund 20 000 Euro –, sondern in die medizinische Nachsorge von Kindern, denen ein Implantat eingesetzt wurde. Denn während in Deutschland – wo etwa eins von tausend Kindern taub geboren wird – die Krankenkassen inzwischen nicht nur die Implantate, sondern auch die Nachsorge zu finanzieren bereit sind, ist man in Russland offenbar noch nicht soweit, wie Lehnhardt berichtet. Jährlich würden in Russland rund 1400 Kinder taub geboren, aber von der Regierung finanziert würden nur 60 bis 70 Implantate. Um die Rehabilitation der Betroffenen zu fördern, gibt es inzwischen Livekurse für Therapeuten aus russisch-sprachigen Ländern im Internet, wie Lehnhardt erzählt. Je mehr Kinder dank dieser Hilfe hören können, umso eher sei die Regierung bereit, mehr Geld dafür auszugeben.

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Die Implantate gibt es von vier Herstellern: Marktführer ist laut Lehnhardt die australische Firma Cochlear, für die sie von 1987 bis 1999 Chefin die Basler Europazentrale war. Ihr Mann Ernst Lehnhardt war es, der als Professor in Hannover 1988 zum ersten Mal einem Kleinkind ein solches Implantat eingepflanzt hat. Ein weiterer Experte für diese Implantate ist Professor Roland Laszig von der Freiburger Universitäts-HNO-Klinik, der Mitglied im Stiftungsvorstand ist.

In Armenien sind die Dimensionen ungleich kleiner als in Deutschland oder gar Russland. Hier kommen laut Monika Lehnhardt jährlich nur etwa 40 taube Kinder zur Welt. Rund 1,5 Millionen Euro wären ihr zufolge nötig, um diesen 40 zu helfen. Dazu soll ein Fonds gebildet werden, aus dem Implantate und Nachsorge finanziert werden können – auch um die armenische Regierung unter Druck zu setzen, selbst aktiv zu werden. Monika Lehnhardt ist regelmäßig in dem Land und hat dort Verbindungen zu Ärzten. Durch die Kontakte weiß sie auch, welche vier Kinder zunächst einmal vom erhofften Geldsegen aus Deutschland profitieren sollen: der einjährige Hakob Hakobyan, der fünfjährige Artur Petrosyan, der sein Gehör durch einen Unfall verloren hat, sowie die 2008 geborenen Suren Grigoryan und Isahak Khachatryan. Je früher ein taubes Kind durch ein Implantat ins "Höralter" komme, umso besser sei es. Je später dies geschehe, umso größer sei die "Lücke" und damit der Rehabilitationsbedarf. Nur wer hören kann, lernt auch zu sprechen – und hat damit "bessere Chancen auf Selbstverwirklichung in einem erfüllten Leben", so die Stiftungsvorsitzende in ihrer Einladung zum Benefizabend.

"Hilfe für taube Kinder in Armenien" am Freitag, 1. April, 19 Uhr, im Glashaus in Neuenburg. Kosten: 95 Euro/Person. Anmeldung über die Prof.- Ernst-Lehnhardt-Stiftung, Schlossplatz 1, 79410 Badenweiler, per Fax: 07631/176823, per Mail: info@lehnhardt-stiftung.org. Informationen zur Stiftung gibt es unter http://www.lehnhardt-stiftung.de

Autor: ad