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23. November 2011
Wald sorgt für Gewinn
Von höheren Holzpreisen profitiert auch Neuenburg / Schüler wollen Trimm-Dich-Pfad-Geräte.
NEUENBURG AM RHEIN. Normalerweise bringt der Stadtwald den Neuenburgern nicht richtig viel Geld ein. Doch dank guter Holzpreise blieb im vergangenen Forstwirtschaftsjahr ein Überschuss in Höhe von gut 16 000 Euro übrig. Mit ein Grund für das gute Ergebnis ist, dass 2010 aus forstlicher Sicht ein ganz normales Jahr ohne witterungsbedingte Überraschungen war, wie jetzt Revierförster Achim Bolley dem Ausschuss für Verwaltung und Finanzen erklärte. Auch 2011 verlaufe planmäßig.
Auf der "Zeitreise durch den Stadtwald", wie Achim Bolley seinen Vortrag nannte, ging es indes nicht nur um aktuelle Zahlen. Vielmehr brachte der Förster auch die Botschaft mit, dass sich dank der Entwicklungen auf dem Holzmarkt auch die Preise für das eher minderwertige Industrie- und Papierholz nach oben entwickelt hätten. Davon profitiert Neuenburg, denn das Holz aus dem Rheinwald gehört in diese Kategorie. Hinzu kommt, dass seitens des Zulieferers der Hackschnitzel für die städtische Energieanlage Interesse besteht, den bisherigen Anteil von 60 Prozent aus dem Neuenburger Wald auf bis zu 100 Prozent zu erhöhen. "Das kann nur in unserem Sinne sein", sagte Bürgermeister Joachim Schuster zu dieser von Bolley überbrachten Anfrage. Langfristig, so ahnt der Forstexperte, werde aufgrund zunehmender Blockheizkraftwerke die Nachfrage nach Energieholz steigen.Werbung
Zu den Zahlen: 2010 wurden bei der Holzernte in Neuenburg 58 395 Euro eingenommen, dem standen Ausgaben in Höhe von 39 633 Euro gegenüber. Geld kosteten außerdem die Baumkulturen (3367 Euro), die Bestandspflege (2320 Euro), die Erschließungsarbeiten im Wald (6024 Euro) sowie die sogenannte Erholungsvorsorge, bei der Wanderwege und der Nordic-Walking-Parcours auf Vordermann gebracht wurden (3904 Euro). Einnahmen flossen nicht nur durch den Holzverkauf, sondern auch aus der Jagdpacht (12 000 Euro) und durch die Vermietung von Waldflächen für Mobilfunkmasten sowie der Grillhütte (zusammen 23879 Euro). Inklusive Verwaltungskosten (14549 Euro) und der inneren Verrechnung der von Bauhofmitarbeitern geleisteten Unterstützung (1776 Euro) brachte das Jahr 2010 einen Gewinn von 16 079 Euro.
Die Pläne für 2012 stellte Oberforstrat Karl-Heinz Knaupp von der Forstverwaltung des Landkreises vor. Demnach dürfen die Neuenburger im nächsten Jahr nur mit einem geringen Überschuss rechnen, obwohl die Holzernte 76 000 Euro an Erlösen einbringen soll. Es fallen aber auch Ausgaben an: 55 000 Euro für die Holzerntearbeiten, 7000 Euro für die Baumkulturen, 1000 Euro für den Waldschutz, 4500 Euro für die Bestandspflege, 13 000 Euro für die Erschließung, 500 Euro für Schutzfunktionen, 4000 Euro für die Erholungsfürsorge, außerdem 6000 Euro an Gemeinkosten des Forstbetriebs und 16 500 Euro an Verwaltungskosten. Verrechnet mit Einnahmen aus dem Holzverkauf sowie der Jagdpacht und den Mobilfunkmasten, bleiben 2500 Euro übrig.
Bürgermeister Schuster überbrachte noch einen Wunsch in Sachen Trimm-Dich-Pfad, der wegen Vandalismus zuletzt gar nicht mehr instand gehalten wurde: Die Gymnasiasten würden gerne an den Trimm-Dich-Geräten üben und haben sich daher angeboten, beim Aufbau neuer Geräte zu helfen. Die Stadt müsste nur das Material zur Verfügung stellen, sich mit den Sportlehrern abstimmen und für fachmännische Begleitung sorgen.
Autor: Andrea Drescher
