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05. September 2008 12:51 Uhr

Vorstoß von Grünen und SPD

Neuer Ruf nach mehr Windkraft für Freiburg

Sechs Windräder drehen sich auf dem Rosskopf und am Schauinsland. Viel zu wenig, sagen Grüne und SPD. Sie fordern neue Rotoren. Und Eckart Friebis von den Grünen hat ausgerechnet: Ein Windrad würde ausreichen, um alle Straßenbahnen anzutreiben.

  1. Foto: Rita Weber-Eggstein

  2. Foto: Brigitte Sasse

  3. Foto: Ingo Schneider

Lange herrschte in Sachen Windkraft in Freiburg Flaute, doch jetzt kommt das Thema wieder in Schwung: Der Ruf nach neuen Rotoren wird immer lauter. Die Grünen fordern schon lange, dass der Regionalverband die ausgewählten Standorte überdenkt, weil sie nach Ansicht von Experten nichts bis wenig taugen: "Lieber weniger Flächen, aber solche, bei denen man etwas erreicht", sagt Grünen-Stadtrat Eckart Friebis. Auch der SPD-Kreisverband hat gestern gefordert, dass neue Standorte für Windkraft ausgewiesen werden.

Die Freiburger Grünen-Fraktion hat zuletzt gefordert, dass die Straßenbahnen in der Stadt mit Ökostrom betrieben werden sollen. Eckart Friebis hat nachgerechnet: Die 60 Straßenbahnen, die jedes Jahr in Freiburg 3,2 Millionen Schienenkilometer mit 70 Millionen Fahrgästen zurücklegen, brauchen 12 bis 13 Millionen Kilowattstunden an Fahrstrom. Den könnte bereits ein zusätzlich installierter Rotor der neuen Generation auf einem der Höhenrücken im Freiburger Bergwald liefern - und die Trams würden sozusagen vom Wind angetrieben.

Vieles hat sich geändert in Sachen Windkraft, seit im Jahr 2002 in Freiburg nach vielen Diskussionen und per Kompromiss zwei Standorte auf dem Rosskopf und am Schauinsland gefunden wurden. Die dort installierten sechs Anlagen haben eine Leistung von je 1,8 Millionen Megawatt (etwa 3,4 Millionen Kilowattstunden Ertrag pro Jahr). Die neue Windrad-Generation mit ihren 20 bis 30 Meter höheren Rotoren schafft 5 bis 6 Megawatt, die bis zu 15 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen könnten. Das bedeutet: Ein neues Windrad würde mehr Strom liefern als alle Solaranlagen in der Stadt zusammen. Bei der Sonnenstrom-Leistung ist gerade die 10-Megawatt-Grenze übersprungen haben. Friebis, der auch Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Regionalverband ist, erhofft sich Rückenwind für die neue Rotor-Debatte auch durch das sich verschärfende Klimaproblem, durch den Gewöhnungseffekt und durch die Tatsache, dass seit dem ersten Anlauf neues politisches Personal im Amt ist: ein neuer Ministerpräsident, ein neuer Regierungspräsident und eine neue Landrätin im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald.

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Auch der SPD-Kreisverband verlangt vom Regionalverband bessere Standorte für Windkraft. Freiburgs Ersten Bürgermeister Otto Neideck als Vorsitzenden des Regionalverbands fordert die SPD auf, die blockierende Haltung vieler seiner Parteifreunde in der CDU zu überwinden und endlich dazu beizutragen, dass durch eine zukunftsorientierte Flächenausweisung für die Windkraft Südbaden sein Potenzial zur regenerativen Energienutzung voll entwickeln kann. SPD-Kreisvorsitzender Walter Krögner: "Wir unterstützen die Ausweisung zusätzlicher Windkraftstandorte und streben dies mit allen progressiven Kräften gemeinsam an."

Autor: Joachim Röderer