Schwarzwald Tourismus GmbH

Neuer Tourismuschef stellt seine Pläne für den Schwarzwald vor

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Do, 07. Dezember 2017 um 18:23 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Der neue Chef der Schwarzwald Tourismus GmbH Hansjörg Mair will den Tourismus weiter nach vorne bringen. Es wird auch klar: in der Vergangenheit hat es geknirscht zwischen der STG und der Hochschwarzwald Tourismus GmbH.

Die Zahlen der Übernachtungen steigen seit Jahren, der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftszweig des Landkreises – und zwar vom Rhein bis auf den Feldberg. Klar, dass die Personalie des neuen Geschäftsführers der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) hier auf besonderes Interesse stößt.

Südtirol – bei der Diskussion um neue Wege im Tourismus fällt der Name immer wieder. Die Region gilt als eine der erfolgreichsten Destinationen Europas, immer wieder wird sie als Vorbild für Vermarktung genannt. 16 Jahre lang hat Mair als Geschäftsführer des Tourismusverbandes Südtirols Süden daran mitgearbeitet, die Marke Südtirol aufzubauen. Die STG hat sich mit Hansjörg Mair demnach Kompetenz eingekauft. Als er im September die Stelle STG-Geschäftsführers antrat, kam aus dem Kreistag die Forderung, der Mann möge sich und sein Konzept hier vorstellen.

Ansprechpartner von HTG und STG lernen sich kennen

Das tat er in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Umwelt. Und gleich zu Beginn wurde auch klar: Zwischen der Schwarzwald-Tourismus GmbH und der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) schien in der Zeit vor Mair nicht immer alles glatt gelaufen zu sein. "Hier bei Ihnen will ich ein für alle Mal klarstellen: Die HTG macht einen super Job. Wir stehen nicht in Konkurrenz zueinander", so Mair. Gleich in der ersten Woche in der neuen Position habe er sich mit HTG-Geschäftsführer Thorsten Rudolph getroffen. Die HTG vermarktet erfolgreich die touristisch attraktiven Kommunen in der Region um Feldberg, Titisee-Neustadt und Hinterzarten. Beim Abgang von Mairs Vorgänger Christopher Krull wurde, zumindest inoffiziell, von einem Konflikt zwischen den beiden Organisationen gesprochen.

"Ja, es gab Haken und Ösen", sagte Volker Haselbacher dazu auf die spätere Nachfrage der BZ. Haselbacher ist stellvertretender Geschäftsführer der HTG. Das habe mit der Führungsspitze der STG zu tun gehabt, so Haselbacher. Auf der Arbeitsebene sei das Verhältnis schon immer gut gewesen. Er habe das Gefühl, das es "in eine gute Richtung geht". So sei das Team der STG Mitte November bei den Hochschwarzwäldern auf Arbeitsbesuch gewesen, die Ansprechpartner konnten sich kennenlernen. Mair setze auf die richtigen Themen, so Haselbacher.

Mair will den Schwarzwald als "begehrten Lebensraum" bekannt machen. Denn, so ein Beispiel des Touristikers: "Zwei Wochen Malediven sind wunderbar – aber würde man da leben wollen?" Eine gute Tourismusdestination sei immer auch ein Ort, an dem man sich vorstellen könnte zu wohnen.

Der Schwarzwald braucht Identität statt Image

Damit ein weiter wachsender Tourismus funktioniere, müsste die Bevölkerung mitgenommen werden. "Sonst heißt es irgendwann ,Tourist go home’ wie in Mallorca, Barcelona oder New York." Außerdem sei ein Urlaubserlebnis im Schwarzwald wenig authentisch, wenn die Menschen vor Ort nicht selbst Langlaufen oder Mountainbiken würden. Man dürfe kein Bild inszenieren, das so nicht existiere. "Wir brauchen Identität statt Image", so Mair.

In Zukunft soll verstärkt auf Digitalisierung gesetzt werden. Dazu gehöre etwa, dass Daten besser ausgewertet werden. "Wir dürfen keine Angst haben. In der digitalen Welt liegt der Schlüssel", so Mair. Die Herangehensweise dürfe dabei nicht sein zu fragen, was es brauche, um jetzt auf der Höhe der Zeit zu sein. Man müsse die Entwicklung um Jahre vorausdenken, neue Technologien würden sich rasant entwickeln. Als Dachmarke werde die STG einzelne "Leuchttürme" des Schwarzwalds nach außen verkaufen. Und davon gebe es einige. Denn – Vorbild hin oder her – der Schwarzwald brauche sich auch vor Südtirol nicht verstecken. Der Schwarzwald sei weltweit bekannt und liege mit Themen wie Natur, Kulinarik und Kultur voll im Trend der Zeit.