Neues am gewohnten Ort

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

Di, 11. September 2018

Kandern

Rossmärt bleibt Großanlass mit besonderem Flair / Zuchtfamilien und Anspannungen begeistern.

KANDERN. Gleich mit mehreren Neuerungen wartete der Kanderner Rossmärt, traditionell der letzte der drei Festtage am Montag auf der Sportanlage in der Au auf. Immerhin der Ort war der gewohnte geblieben, an dem sich dann auch Besucher in großer Zahl einfanden.

Da das sonst auf demselben Gelände stattfindende Reitturnier auf den Fohrenhof nach Tannenkirch ausgelagert worden war und dort kein Eintrittsgeld erhoben wurde, hatte man sich beim den Rossmärt veranstaltenden Reitclub Kandern ebenfalls für eine Gratisveranstaltung entschieden. Da aber nun kein Geld eingenommen wurde, hatte man auch weniger Geld zum Ausgeben übrig.

So wurde, wie Vorsitzender Rainer Grässlin erklärte, auf den sonst üblichen, geliehenen Richterturm verzichtet. Die von Simone Eichin geleitete Meldestelle befand sich jetzt in einem Pferdetransporter. Auch der sonst für Turniere übliche Sandbelag auf dem Platz fehlte. Für die Vorführung der Pferde reichte aber der zuvor noch von der Freiwilligen Feuerwehr gewässerte Hartplatz völlig aus.

Bei allerschönstem Spätsommerwetter präsentierten Züchter und Besitzer auch in diesem Jahr vor großer Zuschauerkulisse ihre Pferde in den Kategorien Freizeitpferd, Sportpferd, Pony/Sportpony, Zuchtfamilien und Gespanne. Als Richter fungierten Hans Gerwig und Max Schirmeier (Schritt), Karl-Frieder Leber und Karl Walch (Trab) sowie Jürgen Werner, Lothar Schneider und Willi Frey (Vorführung und Gesamteindruck). Karl-Heinz Eckerlin erläuterte das Geschehen, kommentierte die Wertungsurteile und wusste auch sonst allerhand Wissenswertes rund ums Pferd zu berichten.

So erfuhren die Besucher, dass die Landwirte sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Rossmärt mit Pferden eindeckten. Bevorzugt wurde damals das kleine, für die Hänge besser geeignete Pferd. Heute sind die Pferde, abgesehen von den Ponys, größer und weisen ein Stockmaß von teilweise über zwei Metern auf. Solche Riesen waren am Montag jedoch nicht dabei. Inzwischen hat sich der Rossmärt zu einer Veranstaltung für Prämierungen und zur Kommunikationsplattform für Pferdefreunde gewandelt.

Kleiner wurden hingegen diejenigen, die die Vierbeiner vorführten. Die jüngste Teilnehmerin war mit zweieinhalb Jahren Marie Piram, die bereits sehr selbstbewusst, von der Mama begleitet, ihre Ponys Luna und Lilli am Zügel führte. Lara und Chuck Simen präsentierten die Ponys Fritzle und Flecki. Auch wenn man sich mal auf den Hosen- oder Kleiderboden setzte, machte das nichts. In der nächsten Runde war man wieder dabei.

Ein tolles Bild gaben die Zuchtfamilien ab. Moderator Eckerlin berichtete, dass die Rasse Freiberger in den 1950er und 1960er Jahren vor dem Aussterben stand, jedoch durch das Einkreuzen von Schwarzwälderblut gerettet werden konnte.

Viel Hallo ernteten bei den Besuchern auch die Kutschgespanne. Applaus gab es für Tim Grässlin mit seinem Sportgespann, mit dem er Baden-Württembergischer Meister und Deutscher Vizemeister wurde. Dafür überreichte ihm Kanderns Bürgermeister Renkert ein Präsent der Stadt. Familie Grässlin erhielt ebenfalls aus den Händen des Bürgermeisters ein Dankeschön für ihr Engagement. Übrigens: Im Jahre 2025, so weit blickt man bereits voraus, kann der Rossmärt sein 100-jähriges Bestehen feiern.

Die Sieger in den einzelnen Kategorien waren bei den Sportpferden Laura Ratz mit Royal Lady; bei den Freizeitpferden Warmblut Rubinacci Grada mit Moritz; bei den Freizeitpferden Kaltblut Heiko Brand; bei den Kleinpferden und Ponys Tim Grässlin mit Samy Davis und Chuck Simen mit Flecki; bei den Zuchtfamilien Heiko Brand mit Schwarzwälder und Stammmutter Honja; bei den Gespannen Freizeit Lara und Chuck Simen mit Fritzle und Flecki; bei den Gespannen Landwirtschaft Kutschfahrten Weber mit Dunja und Fanni (einzige Teilnehmer) und bei den Gespannen Sport Tim Grässlin mit Sammy Davis.